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„Eine runde Sache mit großartigem Abschluss“ Verabschiedung von Chefärztin Barbara Kempf am Klinikum

„Danke für die unglaublich intensive Zeit“: Chefärztin Barbara Kempf (2.v.l.) mit (v.r.) Prof. Wolfgang Hiddemann, Prof. Wolfgang Herr, Prof. Stephan Holmer,Sabrina Klein und Dr. Maria Fick.

Pressemitteilung

Über 15 Jahre war Barbara Kempf am Klinikum Landshut tätig, baute die Hämatologie und internistische Onkologie auf und setzte viele weitere Impulse. Mit Standing Ovations und in feierlichem Rahmen verabschiedeten sich vergangene Woche mehr als 200 Gäste von der Chefärztin.

„Sie war der ärztlichen Sache mit ihrem ganzen Wesen verpflichtet und setzte sich außerordentlich für ihre Patienten ein. Mit kriminalistischem Spürsinn hat sie medizinische Fälle löst“: So würdigte am Mittwochabend, 31. Juli, Prof. Dr. Stephan Holmer, Ärztlicher Direktor und Chefarzt am Klinikum Landshut, den großen Verdienst von Barbara Kempf. Die Chefärztin der Medizinischen Klinik III für Hämatologie, Internistische Onkologie und Palliativmedizin sowie stellvertretende Leiterin des Onkologischen Zentrums war über 15 Jahre am Klinikum tätig. Vergangene Woche wurde sie von mehr als 200 Gästen feierlich in der Glasdachhalle des Klinikums verabschiedet. „Die Medizinische Klinik III und das Klinikum verlieren heute die Gründerin der Abteilung“, so Prof. Holmer. In der Therapie von Krebs- und Bluterkrankungen habe die Fachabteilung dank Barbara Kempf einen hohen überregionalen Ruf erreicht. Auch der große Zuspruch zur feierlichen Verabschiedung zeige die Wertschätzung und den Respekt, der Barbara Kempf entgegen gebracht wird.

Zunächst als Oberärztin der Medizinischen Klinik I hat Barbara Kempf mit dem Aufbau der Onkologie sowie der Tagesklinik begonnen. 2005 initiierte sie den Verein Lebensmut in Landshut. 2008 folgte die Gründung einer eigenen Fachabteilung für Hämatologie, Internistische Onkologie und Palliativmedizin, 2018 wurde das Klinikum als Onkologisches Zentrum zertifiziert. „Immer wieder mussten neue Allianzen geschmiedet und Widerstände überwunden werden“, so Prof. Holmer, der auch ein langjähriger Weggefährte von Barbara Kempf ist. Auf ihr wesentliches Betreiben wurde beispielsweise die interdisziplinäre Tumorkonferenz vor 15 Jahren etabliert. Hier beraten Ärzte aus verschiedenen Fachbereichen bis heute über die beste Therapie für jeden einzelnen Patienten. „Eine runde Sache mit großartigem Abschluss“ – so fasste Prof. Holmer das Wirken von Barbara Kempf am Klinikum zusammen. Prof. Holmer dankte ihr auch im Namen von Geschäftsführer Dr. Philipp Ostwald und dem gesamten Chefarzt-Gremium.

Aufsichtsrätin Dr. Maria Fick überbrachte in ihrem Grußwort den Dank und die guten Wünsche von Oberbürgermeister Alexander Putz sowie dem Stadt- und Aufsichtsrat. „Frau Kempf hat hervorragende Arbeit am Klinikum Landshut geleistet. Ihr Engagement für Lebensmut ist außerordentlich“, so Dr. Fick. Für den weiteren Lebensweg wünschte sie Barbara Kempf alles Gute. „Ich wünsche mir, dass Ihr Werk in Ihrem Sinne fortgeführt wird.“

„Ihr Enthusiasmus hat mich fasziniert und inspiriert“, so Prof. Dr. Wolfgang Hiddemann. Er ist Gründer und 1. Vorsitzender von Lebensmut e.V. in München und ehemaliger Direktor der Medizinische Klinik III am Klinikum der Universität München in Großhadern. Mit Barbara Kempf ist er vor allem über Lebensmut verbunden – vor fast 15 Jahren gründete sie die Initiative auch in Landshut. Lebensmut bietet Krebspatienten in der Region eine psycho-onkologische Betreuung. Diese wird von den Krankenkassen nicht bezahlt und ist rein spendenfinanziert. „Wir brauchen nicht nur Medikamente und Operationen, sondern auch ein Netz für die Seele“, so Prof. Hiddemann am Mittwoch. In Landshut werden Atem- und Kunsttherapie, Qi Gong, kosmetische Beratung und vieles mehr angeboten. „Das gibt es nur an wenigen Krankenhäusern in ganz Deutschland.“ Barbara Kempf habe außerdem Hochleistungsmedizin mit Menschlichkeit verbunden.

Für die starke Zusammenarbeit dankte bei der Verabschiedung auch Prof. Dr. Wolfgang Herr, Direktor der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin III am Universitätsklinikum Regensburg. Mit Barbara Kempf und der Medizinischen Klinik III verbindet ihn ein bayernweit einmaliges Projekt. Patienten mit einer Krebserkrankung, die eine autologe Stammzell-Transplantation erhalten haben, können seit einigen Monaten am Klinikum Landshut weiterbehandelt werden. Bei dem gemeinsamen Projekt des Comprehensive Cancer Center Ostbayern (CCCO) arbeiten verschiedene Einrichtungen und Fachdisziplinen eng zusammen, um eine bestmögliche wohnortnahe Versorgung der Patienten zu fördern. Diese Art der Zusammenarbeit ist laut Prof. Herr enorm wichtig. Für die Zukunft wünschte er Barbara Kempf außerdem „viel Glück und viel Freude“.

„Niemand geht bei uns ohne Arztbrief“, das hätten Sie und ihre Kollegen von der Chefärztin gelernt, berichtete Funktionsoberärztin Sabrina Klein und fuhr mit einem Augenzwinkern fort:„Deshalb bekommen Sie heute einen Entlassungsbericht von uns ausgestellt.“ Barbara Kempf sei von 1.1.2003 bis 31.7.2019 „ambulant und teilweise auch stationär in unserer Einrichtung“ gewesen. Zustand bei Einlieferung: allseits orientiert. Besonders hob Sabrina Klein die „analytischen Kenntnisse und den unermüdlichen Einsatz“ von Kempf hervor. Sie habe immer entsprechend der Leitlinien gehandelt. „Dabei hatte sie stets alles im Blick: Patienten, Angehörige, Mitarbeiter, Flora und Fauna.“ Zustand bei Entlassung: allseits orientiert. „Wir empfehlen keine Dauermedikation.“

„Der Abschied fällt mir nicht leicht“, sagte Barbara Kempf in ihrem Grußwort. „Aber es ist Zeit aufzubrechen und neue Wege zu beschreiten.“ Sie dankte Kollegen und Wegbegleitern im Klinikum sowie den niedergelassenen Ärzten und auch den Patienten, die ihr das Vertrauen geschenkt hatten. Ein ganz besonderes Dankeschön galt auch dem Team der Onkologie, bestehend aus Ärzten, Pflegekräften, Psychoonkologen, Sekretärinnen und weiteren Mitarbeitern. Kempf hob unter anderem die „einzigartige und starke Pflege“ hervor, die sich mit großer Kompetenz und Fürsorge um Krebs-Patienten kümmert. „Ohne Ihr Vertrauen, Wohlwollen und Engagement würden wir nicht da stehen, wo wir heute sind“, so Kempf zu ihren Gästen. Ihre Mission sei es gewesen, die Onkologie als Schwerpunkt-Abteilung zu etablieren und weiterzuentwickeln. Mit der Zertifizierung zum Onkologischen Zentrum sei außerdem ein wichtiger Meilenstein für Krebs-Patienten erreicht worden. „Danke für die unglaublich intensive Zeit“, so Kempf am Ende der Verabschiedung.

Bei einem Stehempfang klang der Abend im Klinikum aus. Die Feier wurde musikalisch umrahmt vom Duo Stefan Amannsberger/Richard Köll sowie von Josie Malegria.

Mehr als 200 Gäste verabschiedeten sich vergangene Woche im Klinikum von Barbara Kempf.

„Ohne Ihr Vertrauen, Wohlwollen und Engagement würden wir nicht da stehen, wo wir heute sind“, so Kempf zu Gästen“, so Barbara Kempf bei ihrer Verabschiedung.

Fotos: Klinikum Landshut

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