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EIN WUNDER – DIE DEUTSCHE WIEDERVEREINIGUNG

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 Rainer Eppelmann referiert über „25 Jahre Wiedervereinigung – 25 Jahre Armee der Einheit“

Dieses Jahr jährt sich die Wiedervereinigung Deutschlands zum 25. Mal. Dieses glückliche Ereignis sollte nicht im Alltag untergehen. Aus diesem Grunde veranstaltete der BDV (Bund der Vertriebenen) in Verbindung mit der Hanns Seidl Stiftung im Offiziersheim  der Gäubodenkaserne in Feldkirchen-Mitterharthausen  einen Vortragsabend über das Thema 25 Jahre Wiedervereinigung – 25 Jahre Armee der Einheit.

Als Referent konnte der ehemalige Bürgerrechtler und Regime-Kritiker der DDR, Rainer Eppelmann gewonnen werden. Eppelmann wurde am 12.02.1943 in Berlin-Ost als Sohn eines Zimmermanns und einer Schneiderin geboren. Er ist evangelisch, verheiratet und hat fünf Kinder. Nach dem Mauerbau musste er zwangsweise von der Oberschule und arbeitete als Dachdecker-Hilfsarbeiter. Er verweigerte den Wehrdienst und den Fahneneid als Bausoldat, wurde mit acht Monaten Gefängnis bestraft und war danach Bausoldat.

Von 1969 bis 1975 studierte Rainer Eppelmann Theologie an der Predigerschule Paulinum in Berlin , war Pfarrer in der Berliner Samaritergemeinde und zugleich Kreis-Jugendpfarrer in Berlin Friedrichshain. Mit Robert Havemann (ebenfalls Regime-Kritiker) beteiligte er sich an Aktivitäten kirchlicher Friedens- und Menschenrechtsgruppen,  und er war ständig den „Bearbeitungen“ des Staatssicherheitsdienstes der DDR ausgeliefert. Er war Mitbegründer der Partei des Demokratischen Aufbruchs (DA) und DA-Sprecher, war DA-Vertreter am „Zentralen Runden Tisch“,  ab  Februar 1990 Minister ohne Geschäftsbereich in der zweiten Regierung Hans Modrow und ab April 1990 Minister für Abrüstung und Verteidigung in der Regierung Lothar de Maiziére. Der Eintritt in die Christlich Demokratische Union (CDU) erfolgte ebenso in dieser Zeit. Von der Zeit 1990 bis 2005 war Eppelmann Abgeordneter des Deutschen Bundestages, war zwischenzeitlich auch Vorsitzender der Enquete-Kommission  „Aufarbeitung von Geschichte  und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland“. Das Amt des Bundevorsitzenden der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft in der CDU, bekleidete er von 1994 bis 2001, war Mitglied des Bundesvorstandes und des Präsidiums der CDU. Seit 1998 bis heute ist Eppelmann Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Rainer Eppelmann erzählte chronologisch die Geschehnisse nach Kriegsende, über das Auseinanderdriften der beiden Deutschland. Auf der einen Seite etablierte sich eine freie soziale Marktwirtschaft, auf der anderen die sogenannte Planwirtschaft. Ein Wettbewerbs-Kampf welches System sich auf Dauer durchsetzen würde, begann. Schon 1953 waren die Arbeiter der DDR nicht mehr einverstanden mit dem System der Gleichschaltung der Menschen. Der erfolgte Aufstand in 800 Städten der DDR wurde mit Hilfe des „Großen  Bruders“ aus der Sowjet-Union niedergeschlagen  Eine große Fluchtwelle in den Westen begann. Jeden Monat waren aus DDR-Sicht 15 000 Menschen abgewandert und geflohen. Der Mauerbau im Jahre 1961 beendete diese Fluchtwelle. Die Aufstände in Ungarn und später in der Tschechoslowakei sowie in den 70er Jahren in Polen, ließen das kommunistische System weiter bröckeln und so kam es im November 1989, bedingt durch Glasnost im großen Sowjet-Reich und durch das ideologische Umdenken in den kommunistisch geführten Satelliten-Staaten zum Abbruch der Mauer in Berlin und zur sogenannten „Wende“. Die Staaten des Warschauer Paktes waren ökonomisch „am Boden“ und die Menschen in diesen Ländern waren der Bevormundung durch die Kommunistische Partei überdrüssig.

Viel politisches Einfühlungsvermögen bei den 2 + 4 Verhandlungen waren notwendig, um die sogenannte „Wende“ in die richtigen Gleise zu bringen. Die Armeen der ehemals beiden deutschen Staaten mussten strukturell verändert werden. Dieses war eine Mammutaufgabe für die verantwortlichen Armee-Führer und zuständigen Politiker. Ein Wunder, dass auch das ohne Verwerfungen innerhalb der Armee zustande kam!

Reiner Eppelmann äußerte zum Schluss seines Vortrages den Wunsch, 93 Jahre alt zu werden, um wenigstens ein Jahr länger in einem demokratisch geführten Staat gelebt zu haben.

In einer intensiven Diskussion wurden weitere Fragen von dem Referenten in seiner eigenen, ruhigen Art abgehandelt und ein letzter großer Applaus für Eppelmann beendete diesen informativen Abend!