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EIN SCHÜTZE ZUM SCHUTZ VON ENERGIESPEICHERN – Landrat Dreier besuchte Schaltbau GmbH in Velden

Bildtext: Gaben Landrat Peter Dreier (rechts), Landkreis-Wirtschaftsförderer Ludwig Götz und Veldens Bürgermeister Ludwig Greimel (1. u. 2. v. l.)  einen Einblick in das Entwicklungslabor der Schaltbau GmbH: Herbert Treutinger (Mitglied des Aufsichtsrates), Dr. Alexander Schubel (Leiter Lean, Automatisierung und Digitalisierung), Dr. Michael Ettl (Produktionsleiter) und Geschäftsführer Dirk Konrad (v. l.)

 

 

Ein Schütze zum Schutz von Energiespeichern

Landrat Dreier besuchte Schaltbau GmbH in Velden

 

Digitalisierung und Automatisierung: Das sind zwei der Begriffe, die sowohl große Industriekonzerne als auch Mittelständler gleichsam beschäftigen. Wie die Transformation in Richtung Industrie 4.0 erfolgreich gelingen kann, zeigt die Schaltbau GmbH, deren Produktionsstätte in Velden Landrat Peter Dreier kürzlich gemeinsam mit dem örtlichen Bürgermeister Ludwig Greimel besucht hat.

Die Schaltbau GmbH Gruppe mit ihren internationalen Tochtergesellschaften und über 60 weltweiten Vertriebspartnern ist ein Spezialist für elektromechanische Schaltgeräte und fertigt unter anderem Steckverbinder, Schnappschalter, Schütze (Geräte zum Ein-, Aus- und Umschalten von Stromkreisen), Bahnkomponenten und komplette Führerstands-Ausrüstungen: In rund 70 Prozent aller Züge weltweit sind Komponenten aus dem Hause Schaltbau installiert. Sie gehört zur börsennotierten Schaltbau Holding AG, einem international führenden Technologieanbieter von Komponenten und Systemen für die Verkehrstechnik und die Investitionsgüterindustrie.

1929 in München gegründet, hat die Schaltbau GmbH in den 1970er Jahren seine Zelte auch in Velden aufgeschlagen, ein weiterer Produktionsstandort befindet sich in Aldersbach (Landkreis Passau). Ursprünglich war das Unternehmen vor allem auf die Entwicklung und Fertigung von Komponenten für Schienenfahrzeuge spezialisiert. Mittlerweile hat sich Schaltbau zu einer festen Größe in den Zukunftsmärkten für Schaltgeräte für New Energy und Elektromobilität entwickelt.

Welch großes Potenzial in diesen Märkten liegt, zeigt sich auch an den beiden Produktionsstandorten der Schaltbau GmbH in Velden und Aldersbach. Waren allein in Velden 2010 noch rund 175 Mitarbeiter dort beschäftigt, ist die Zahl bis heute auf 265 Mitarbeiter angestiegen. Insgesamt wird in vier verschiedenen Segmenten gefertigt – von Serien in großer Stückzahl bis hin zu individuellen Lösungen in hoher Variantenvielfalt.

Dabei hat sich vor allem die Energiespeicherung zu einem wahren Boom-Markt entwickelt: Denn jeder Speicher braucht einen so genannten Schütz als vorgeschaltete Schutzvorrichtung, um im Störfall nicht beschädigt zu werden. Um diese hohen Anforderungen zu erfüllen, ist viel innovative Entwicklungsarbeit gefragt, die auch bei der Schaltbau GmbH groß geschrieben wird.

So hat die Schaltbau GmbH innerhalb ihrer 90-jährigen Firmengeschichte intern einen umfassenden Wandel vollzogen: Um vorausschauend auf die veränderte Situation am Markt reagieren und neue, rasant wachsende Geschäftsfelder jenseits der Verkehrstechnik erschließen zu können, wurden die eingespielten Produktionsabläufe und -prozesse ab 2013 komplett durchleuchtet und auf „schlanke“ Strukturen umgestellt. Dies geschah nicht durch eine Unternehmensberatung, sondern aus der Firma heraus, in enger Abstimmung mit Betriebsrat und Mitarbeitern. Dabei wurde auch deutlich gemacht, dass nur mit weiterer Automatisierung und Digitalisierung in hoher Geschwindigkeit die Wettbewerbsposition gesichert und ausgebaut werden kann. Doch dies sollte aber in keinem Fall der Belegschaft zum Nachteil gereichen – vielmehr wurde dies auch von den Mitarbeitern als Bereicherung gesehen, da sich die bestehenden Prozesse zwar fortwährend verändern, die Automatisierung aber spannende Entwicklungsmöglichkeiten und Innovation mit sich bringen.

Exzellenzdenken und Erfolgshunger noch stärker in der Unternehmenskultur zu etablieren – das waren zwei wichtige Ziele dieser umfangreichen Transformation, die für die Schaltbau GmbH geglückt ist. Es bleibt oberste Priorität, das „know how“ im Betrieb zu halten: Denn nur wer sein Produkt von der Idee bis zur Produktion bis ins kleinste Detail kennt, kann es auch weiterentwickeln.

Für die Geschäftsführung um Dirk Konrad war es wichtig, dass diese neue Strategieausrichtung nicht über die Köpfe hinweg, sondern gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfolgte. Die persönliche Bindung der Belegschaft zum Unternehmen wurde dabei noch verstärkt. Auch wenn es unterschiedliche Strategien des „Change Management“ gibt, brachte genau diese Herangehensweise den Erfolg: Durch die verschlankten Basisprozesse konnte eine bemerkenswerte Produktivitätssteigerung und maßgebliche Verbesserungen in der Lieferperformance erzielt werden, diese Bemühungen tragen weiterhin messbare Früchte.

Großes Augenmerk legt die Firma auch auf die Ausbildung. Aktuell erlernen in Velden zehn Auszubildende Berufe in der Lagerlogistik, als Elektroniker, Mechatroniker oder in der Verwaltung als Industriekaufleute. Besonders stolz ist die Geschäftsführung auch auf das Gütesiegel „BEST PLACE TO LEARN“. Nach bestandener Prüfung sind die Aussichten im Unternehmen hervorragend: Es gibt einige Beispiele, in denen ehemalige Azubis innerhalb des Betriebs bis zur Führungskraft aufgestiegen sind. In der Entwicklung profitiert das Unternehmen von seiner engen Zusammenarbeit mit der Hochschule Landshut, betreut Studierende beispielsweise bei ihren Abschlussarbeiten und bietet den jungen Fachkräften so erste Praxiserfahrungen.

„Erfolgreiche Unternehmen wie die Schaltbau GmbH zeigen, dass die Hochschule Landshut ein großer Standortvorteil ist – für unsere Region, aber vor allem auch für unsere Unternehmen. Die Absolventen kommen mit frischen Ideen, Innovation und Tatkraft zu den Firmen und werden dort mit offenen Armen empfangen. Vor allem in Hinblick auf den bestehenden Fachkräftemangel bin ich als Landrat froh, dass wir eine solch erfolgreiche Bildungseinrichtung in unserer Region haben“, meinte Dreier.

Gemeinsam mit dem Landkreis-Wirtschaftsreferenten Ludwig Götz stellte der Landrat vor, wie die Wirtschaftsförderung am Landratsamt noch unterstützend tätig werden könnte: Denn vor allem durch ihr großes Netzwerk aus Unternehmen und Institutionen kann die Wirtschaftsförderung auch branchenübergreifend Kontakte herstellen – was auch der Fachkräftegewinnung zuträglich sein kann.

 

Landrat Peter Dreier (Mitte) zeigte sich beim Firmenbesuch beeindruckt von den Produkten der Schaltbau GmbH

 

Fotos: Landkreis Landshut

 

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