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“EIN KROPFBAND MUSS HEUTZUTAGE NICHT MEHR SEIN — Über 400 Besucher beim Schilddrüsentag im Klinikum Landshut

Pressemitteilung

 

„Ein Kropfband muss heutzutage nicht mehr sein“ Über 400 Besucher beim Schilddrüsentag im Klinikum Landshut

 

Müdigkeit, Muskelschwäche, Melancholie: „Die Symptome einer Schilddrüsenerkrankung sind vielfältig, werden jedoch oft übersehen und fehlgedeutet“, erklärte Dr. Bernhard Scher beim 4. Schilddrüsentag des Klinikums. Umso wichtiger sei es deshalb, über die „Schaltzentrale am Hals“ zu informieren und aufzuklären. Mit über 400 Besuchern stieß der Aktionstag am Samstag auf überwältigendes Interesse, die Glasdachhalle des Klinikums war bis auf den letzten Platz besetzt.

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„Sie fragen – wir antworten“: das Expertenforum beim Schilddrüsentag mit (v.l.) Dr. Bernhard Scher, Dr. Ian Ugi, Prof. Dr. Dr. Matthias Dollinger, Dr. Anna Eder und Prof. Dr. Koch.

„Fürchten Sie sich nicht vor der Radiojodtherapie“, war eine der Botschaften von Dr. Scher, Chefarzt der Klinik für Nuklearmedizin und Leiter des Schilddrüsenzentrums am Klinikum Landshut. Bei diesem nuklearmedizinischen Verfahren werden heiße Knoten an der Schilddrüse behandelt – aber auch Schilddrüsenkrebs und andere Erkrankungen, die mit einer Überfunktion einhergehen. „Die Radiojodtherapie ist ein erfolgreiches, nebenwirkungs- und risikoarmes Therapieverfahren“, so Dr. Scher. „Meist bleiben Sie zwei bis fünf Tage stationär bei uns, dürfen jedoch keinen Besuch empfangen. Ich rate meinen Patienten deshalb immer: Nehmen Sie ein gutes Buch mit, sonst wird Ihnen schnell langweilig.“ Als eines der wenigen Zentren in Deutschland führen die Experten am Klinikum diese Therapie durch. Dies ist in der Regel Universitätskliniken vorbehalten.

Als heiße und kalte Knoten werden Veränderungen der Schilddrüse bezeichnet, die sich vom restlichen gesunden Schilddrüsengewebe unterscheiden. Eine deutliche Vergrößerung wird umgangssprachlich auch als Kropf bezeichnet. Sehr ausgeprägte Vergrößerungen der Schilddrüse sind heutzutage wegen der besseren Jodversorgung der Bevölkerung selten. „Ein Kropfband muss heutzutage nicht mehr sein“, betonte Prof. Dr. Dr. Matthias Dollinger, Chefarzt der Medizinischen Klinik I. Bei einer Vergrößerung der Schilddrüse kann das Schlucken schwerfallen oder ein enger Kragen unangenehm am Hals drücken. Verantwortlich ist in den meisten Fällen ein Mangel an Jod, das für die körpereigene Produktion der Schilddrüsenhormone unabkömmlich ist. „Ein hoher Jodgehalt ist in vielen Fischarten enthalten, z.B. in Thunfisch und Sardinen, aber auch beispielsweise in Vollmilch“, erklärte Prof. Dollinger.

Auch bei den vier Nebenschilddrüsen werden die Symptome einer Erkrankung oft verkannt. „Beschwerden wie Knochenschmerzen, depressive Verstimmung und Nierensteine führen die Patienten auf das Alter oder Stress zurück“, erläuterte Dr. Anna Eder, Oberärztin für Allgemeine Chirurgie. Tatsächlich kann aber auch eine Überfunktion der Nebenschilddrüsen hierfür verantwortlich sein. Diese sind in etwa so groß wie Linsen und haben so gut wie nichts mit der „großen“ Schilddrüse zu tun. Dank moderner punktgenauer Diagnostik kann das Chirurgenteam am Klinikum Landshut die Nebenschilddrüse in speziellen Fällen minimal-invasiv operieren – für die Patienten ist diese Schlüsselloch-Chirurgie besonders schonend.

Wann heiße und kalte Knoten behandelt werden müssen, beantwortete Prof. Dr. Walter Koch, Facharzt für Nuklearmedizin und Radiologie in Straubing. „Heiße Knoten sind fast immer gutartig, können jedoch zu einer Überfunktion der Schilddrüse führen“, so Prof. Koch. „Kalte Knoten verlangen besondere Aufmerksamkeit, da in diesem Fall selten auch eine bösartige Schilddrüsenerkrankung zugrunde liegen kann.“ Als Therapiemöglichkeiten stehen je nach Krankheitsbild Medikamente, eine Operation oder die Radiojodtherapie zur Verfügung.

Hervorquellende Augen, Lichtempfindlichkeit, Doppelbilder: Auch auf die Augen kann sich eine Schilddrüsenerkrankung auswirken. Darüber informierte Dr. Ian Ugi, Facharzt für Augenheilkunde am MVZ Landshut. Je nach Patient kommen als Therapiemöglichkeiten Tränenersatz, eine Behandlung mit Cortison, eine Strahlentherapie bis hin zu einer Operation infrage.

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Wieso Strahlenangst bei der Radiojodtherapie unbegründet ist, erläuterte Dr. Bernhard Scher, Leiter des Schilddrüsenzentrums, am Samstag.

 

 

 

 

 

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