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EIN HINDERNIS FÜR DIE ORTSENTWICKLUNG — Gemeinde Weihmichl und MdB Oßner stellen Denkmalstatus des alten Gasthofs in Frage

Bildtext: Schreiben dem ehemaligen Gasthof keinen erhaltenswerten Charakter zu (von links): Besitzer Toni Hohenester jun., Bundestagsabgeordneter Florian Oßner, Bürgermeister Sebastian Satzl und dritter Bürgermeister Hans-Peter Deifel.

 

Ein Hindernis für die Ortsentwicklung

Gemeinde Weihmichl und MdB Oßner stellen Denkmalstatus des alten Gasthofs in Frage

Die Gemeinde Weihmichl und der Bundestagsabgeordnete Florian Oßner appellieren an das Landesamt für Denkmalpflege, den Status des ehemaligen Gasthofs mit der Adresse Hauptstraße 27 im Ortszentrum als Baudenkmal ernsthaft zu prüfen. Bei einem Ortstermin haben Bürgermeister Sebastian Satzl, dritter Bürgermeister Hans-Peter Deifel und Infrastrukturpolitiker Oßner das baufällige Gebäude als Risiko für die Verkehrssicherheit und Hindernis für die Ortsentwicklung bezeichnet. Ihr Fazit: Das Haus hat keinen denkmalwürdigen und damit erhaltenswerten Charakter.

Aus Sicht der Gemeinde sei äußerst fraglich, ob das Gebäude noch als Baudenkmal eingestuft werden könne, weil die Bausubstanz immer wieder verändert wurde, zum Großteil nicht mehr erhalten sei und womöglich zum Teil auch nicht so alt sei wie angenommen, erklärte Satzl. Das Haus sei wegen des desolaten Zustands nicht nutzbar und in weiten Teilen unbewohnbar. „Außerdem ist eine Nachnutzung zum Beispiel als Gasthaus schwierig, weil die Räume für die heutigen Anforderungen an die Gastronomie zu klein sind. Eine Sanierung wäre wirtschaftlich in keinster Weise vertretbar.“

Sicherheitsrisiko im Zentrum

Laut Deifel ist das Gebäude ein Risiko für den Verkehr durch den Ort: „Das Haus steht fast direkt an der B299, auf der täglich viel Schwerlastverkehr unterwegs ist.“ Darum könne auch kein Bürgersteig gebaut werden. „Es ist ohnehin erstaunlich, dass dort noch kein schwerer Unfall passiert ist.“ Zudem bremse ein Erhalt des Gebäudes die Innenentwicklung des Ortes aus. „Mit einem Abriss könnten attraktive Gewerbeflächen und nach der Fertigstellung der geplanten Ortsumgehung auch Wohngebäude entstehen. Wenn sich nichts ändert, werden wertvolle Flächen für die Nachverdichtung verschenkt.“

MdB Oßner kritisierte in diesem Zusammenhang die jüngste Stellungnahme des Landesamtes für Denkmalpflege, das Gebäude nicht von der Denkmalliste zu streichen. Der Denkmalschutz genieße zu Recht einen hohen Schutz in Bayern, aber in diesem Fall dürfe stark daran gezweifelt werden: „Wenn sich die Fachleute bei einem Ortstermin in diesem Jahr nicht mehr in das baufällige Haus trauen und sich lieber auf eine 15 Jahre alte Begutachtung verlassen, halte ich die Einschätzung, das Gebäude sei von ‚eminenter Bedeutung’ für das Gesicht des Ortes, nicht zwingend für nachvollziehbar.“ Die Bevölkerung erwarte, dass pragmatisch anhand von aktuellen Fakten entschieden und gehandelt sowie eine positive Entwicklung vor Ort nicht ausgebremst werde.

 

Innenansicht:

 

Das Haus ist laut Gemeinde wegen des desolaten Zustands (hier im ersten Stock) nicht nutzbar. Eine Sanierung sei wirtschaftlich in keinster Weise vertretbar.

 

Fotos: Michael Bragulla