Home Allgemein Ein Grünes Zentrum, das den Namen auch verdient!

Ein Grünes Zentrum, das den Namen auch verdient!

Die Zauneidechse (Lacerta agilis) ist nach europäischem Naturschutzrecht streng geschützt und besiedelt die Ochsenau flächendeckend. Sie ist das Reptil des Jahres 2020 (Foto: S. Gaspar).

 

Elke März-Granda, Stadträtin, Pressesprecherin

Dr. Stefan Müller-Kroehling, Stadtrat

Landshut, den 19.7.2020

Derzeit wird intensiv die Zukunft der Landwirtschaftseinrichtungen in Landshut diskutiert. Nun meldet sich die ÖDP mit ihrer Position zu Wort. Klar ist: Viele Landwirte stehen aktuell vor großen Herausforderungen im Zusammenhang mit Klimawandel und Artenvielfalt und brauchen daher gute Ausbildung und kompetente Berater.

„Das Grünes Zentrum ausgerechnet auf dem größten Kalkmagerrasen des Isartals zu planen, war von Anfang an eine Fehlplanung, und jetzt ist spätestens der Zeitpunkt, umzudenken“, sind sich die beiden ÖDP-Stadträte Elke März-Granda und Dr. Stefan Müller-Kroehling einig. Mit ihren knapp 50 Hektar wurde die Panzerwiese der Ochsenau seit 1880 vor der landwirtschaftlichen Intensivierung bewahrt. Auf der Fläche haben zahlreiche Arten überleben können, die bayernweit in der höchsten Gefährdungskategorie der „Rote Liste“ stehen oder hier ihr einziges Vorkommen in ganz Niederbayern haben. Dieser größte Kalkmagerrasen des Unteren Isartals ist als Biotop gesetzlich gegen alle Formen von Beeinträchtigungen und Veränderungen geschützt. Das Bayerische Naturschutzgesetz verpflichtet zudem die öffentliche Hand, ökologisch besonders wertvolle Flächen in ihrem eigenen Eigentum als solche zu erhalten. Diese Gesetze gelten auch für den Freistaat selbst. Das neue Naturschutzgesetz, seit einem Jahr in Kraft, hat diese Zusammenhänge eher noch gestärkt.

Nun soll der Südwestteil dieser „Arche Noah“ ausgerechnet dem Grünen Zentrum weichen. „Für die ÖDP stand schon immer fest, dass diese einmalig wertvolle Fläche nicht zu ersetzen ist und daher keinesfalls zerstört oder massiv verkleinert werden darf“, so März-Granda. Das sieht auch ÖDP-Kreisrat Josef Schmid so, selbst erfahrener Biolandwirt: „Die Landwirtschaft mit ihren Institutionen muss endlich wieder als etwas verstanden werden, das die Artenvielfalt erhält, und sie nicht gefährdet und zerstört“.

Auch die ÖDP Kreisrätin Renate Hanglberger sieht die Notwendigkeit und Chancen, das Areal zu erhalten, beispielsweise in einer Ausweitung der historischen Ochsenbeweidung. „Erst dann kann dieses bemerkenswerte Projekt seine volle Strahlkraft und ökologische Wirkung entfalten“, pflichtet Stadtrat Dr. Stefan Müller-Kroehling ihr bei.

Die ÖDP bekennt sich klar zur ökologischen Landwirtschaft und staatlichen Einrichtungen, die den Landwirten als unabhängige und gemeinwohlorientiere Betriebsberater und Ausbilder zur Seite stehen. Die ÖDP-Agrarfachleute und Umweltpolitiker sind sich dabei jedoch einig: „Wenn von den Städten und Gemeinden gefordert wird, nicht in naturschutzfachlichen und hochwassersensiblen Bereichen zu bauen, muss dies auch für ein Grünes Zentrum in Landshut gelten.“

Das Schrägluftbild zeigt die Panzerwiese der Ochsenau als geschlossene Einheit. Es handelt sich um das größte Naturjuwel im gesamten Stadtgebiet. Fast die gesamte westliche Hälfte würde unter Asphalt und Beton verschwinden, wenn es nach den derzeigen Planungen der Stadt geht, auch für das geplant gewesene “Grüne Zentrum”. Die öffentlichen Einrichtungen in Schönbrunn im Süden des Areals und die Wohnbebauung in Auloh weisen indes noch erhebliche alternative Flächen auf.
(Luftbild Klaus Leidorf)