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“EIGENTUM RESPEKTIEREN” — Ein ehemals stolzes Landshuter Fahrrad erzählt

“EIGENTUM RESPEKTIEREN”

Ein ehemals stolzes Landshuter Fahrrad erzählt

 

Ich war vor wenigen Tagen noch ein stolzes Fahrrad und diente meinem Nutzer immer treu

Wir fuhren zusammen einkaufen, auf die Dult und zum Kaffeetrinken. Eines Tages wollte mein Gebieter einige neue Klamotten kaufen und stellte mich ordentlich mit einer Kette versehen, ab.

Aber ihr glaubt es kaum, was mir geschah. Ich stand in voller Pracht in der Altstadt und die Leute bestaunten und berührten mich. Da machte es auf einmal klack und ich war entfesselt und es wollte einer mit mir eine Probefahrt machen. Ja, ich dachte eine Probefahrt! Doch er fuhr viele Tage mit mir durch die Stadt hin und her. Doch was macht er mit mir danach? Er warf mich einfach in die Isar. Da lag ich nun und fror und die ganze Pracht war beim Teufel. Ich wusste einfach nicht wie es weiter geht.

Leute aus Landshut hatten Mitleid mit mir und fischten mich wieder aus der Isar. Doch sie wollten was von mir. Der Eine den Vorderreifen, ein Anderer den Hinterreifen und es kamen immer mehr und demontierten mich. Nun stand ich da ohne alles und mein Herr und Gebieter wollte mich schon gar nicht mehr.

 

Man hat mich aus dem kalten Nass gerettet. Zur Zeit hänge ich Tag und Nacht angekettet an einer Ruhebank an der Isar, ob es regnet oder ob die Sonne vom Himmel lacht. Das Wasser hat mich einfach fertig gemacht und mich will jetzt auch keiner mehr. Wenn ich Glück habe, bindet mich einer ab und ich werde den harten Gang zum Entsorger machen müssen. Dort werde ich sicherlich im Ersatzteillager landen.

 

Die Quintessenz aus meiner  Geschichte: “Liebe Leute, respektiert fremdes Eigentum und geht mit ihm nicht so um, wie sie mit mir umgegangen sind!”

 

-hjl-

 

Fotos: A. Würzinger

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