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Druck auf die Planung der neuen 380-kV-Leitung

Auch Landrat Michael Fahmüller, Bezirksrätin Mia Goller, RdG-Vorsitzende Alexandra Unertl-Bufler, Leiterin der Rottal Terme Josefine Kohlmeier, Bezirkstagsvizepräsident Dr. Thomas Pröckl, Bezirksrat Michael Deller und Bürgermeisterin Dagmar Feicht (v. l. n. r.) fordern, dass Alternativen zu den neuen, 68 Meter hohen Masten geprüft werden. 

Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich bittet um Neuprüfung der Pläne zur 380-kV-Leitung

Bad Birnbach. Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich nahm als Vorsitzender des Zweckverbandes Thermalbad Birnbach am Beteiligungsverfahren zur Planung der 380-kV-Leitung im Raum Bad Birnbach teil. In einem Schreiben informierte er außerdem die aus Niederbayern stammenden Abgeordneten des Bayerischen Landtags und des Bundestags über die Bedenken der Betroffenen vor Ort. Damit kam er dem einstimmigen Beschluss des Bau- und Werksausschusses des Zweckverbandes Thermalbad Birnbach nach, der vor rund einer Woche in seiner Sitzung unter Vorsitz von Bezirkstagsvizepräsident Dr. Thomas Pröckl gefasst wurde. Heinrich bat in seinem Schreiben darum, die Prüfung einer Erdverkabelung oder eine Änderung der Trassenführung im Teilbereich Bad Birnbach in die Planung aufzunehmen.

Hintergrund: Ende April hat die Regierung von Niederbayern auf Antrag der Firma Tennet TSO GmbH ein Raumordnungsverfahren für den Abschnitt 2 des Ersatzneubaus der Stromleitung Pirach-Pleinting eingeleitet. Die betroffene etwa 45 Kilometer lange Teilstrecke des zweiten Planungsabschnittes verläuft von dem Umspannwerk Pleinting bis zu einem Anschlusspunkt in Simbach am Inn. Nach den Vorgaben des Bundesbedarfsplangesetzes soll die aus den 1950er Jahren stammende 220-kV-Leitung durch eine leistungsstärkere 380-kV-Leitung ersetzt werden. Die neue Leitung soll überwiegend entlang der Bestandsleitung geführt und die bisherigen 40 Meter hohen Masten sollen durch 68 Meter hohe ersetzt werden – somit verläuft die Leitung in unmittelbarer Nähe von Bad Birnbach bzw. durch Lengham.

Für die touristische Marke der Rottal Terme als „ländliches Bad“ sowie für den gesamten Kurort einschließlich seiner Umgebung seien schwerwiegende negative Folgen zu befürchten, argumentiert Heinrich. Ländlich heiße auch ökologisch. Dies sei auch in einem Entwicklungsgutachten zum Ausdruck gekommen. Die Einbeziehung der bäuerlich geprägten Kulturlandschaft gehöre seit jeher zum Konzept.

Die öffentliche Hand – allen voran der Bezirk Niederbayern – habe mit hohem Investment und großer Anstrengung eine bedeutende Infrastruktur im Gesundheitswesen und Tourismus geschaffen. 68 Meter hohe Masten würden auf die Gäste, die zu 75 Prozent über die Südanbindung anreisen, einen bleibenden, negativen Eindruck hinterlassen. Aus touristischer Sicht sei diese Art der Überbauung in höchstem Maße abzulehnen, da sie den Markt Bad Birnbach, seinen Betrieben und vor allem der Rottal Terme als Eigenbetrieb des Zweckverbandes Thermalbad Birnbach Glaubwürdigkeit, Attraktivität, Gäste bzw. Übernachtungen und in Konsequenz Wirtschaftskraft und Arbeitsplätze kosten würde. Bereits vor drei Jahren habe er schriftlich auf diese Problematik hingewiesen. Dennoch seien Alternativen zu den deutlich höheren Ersatzmasten nicht mit in die Planung eingeflossen.

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