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DROHENDE AFRIKANISCHE SCHWEINEPEST ZWINGT ZUM HANDELN — Besonders im nördlichen Landkreis akuter Handlungsbedarf

Drohende Afrikanische Schweinepest zwingt zum Handeln

Besonders im nördlichen Landkreis sieht das Landratsamt akuten Handlungsbedarf

 

Mit der Feststellung der Afrikanischen Schweinepest in Tschechien Ende Juni ist das Virus, das die für Wild- wie Hausschweine tödliche Krankheit bringt, ein großes Stück näher an den Landkreis Landshut gerückt. Im Zuge des Maßnahmenpaketes des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums zur Reduktion der Schwarzwildbestände appelliert die Untere Jagdbehörde am Landratsamt an die Revierpächter des nördlichen Landkreises, auch über die Reviergrenzen hinweg vermehrt Drück- und Erntejagden zu organisieren. Gleiches gilt auch für die Revierinhaber im südlichen Landkreis, die Schwarzwild in ihren Revieren haben.

 

Während bei der klassischen Schweinepest bereits umfangreiche Impfmöglichkeiten für Nutztierbestände bestehen, ist bei der Afrikanischen Schweinepest keine zusätzliche Vorbeugung möglich. Wirksamste Präventionsmethode ist die nachhaltige Regulierung des Schwarzwildbestandes, da die Wildschweindichte einer Region den Ausbruch maßgeblich beeinflusst.

 

Für den Menschen ist die Krankheit völlig ungefährlich, er kann sich damit nicht anstecken. Doch vor allem für Haus-, Mast- und Zuchtschweine endet die Infektion mit der Afrikanischen Schweinepest meist tödlich. Vor allem im Norden des Landkreises, der für seine ausgeprägte Intensiv-Tierhaltung von Mastschweinen bekannt ist, könnte dies schwerwiegenden Schaden verursachen. Bei einer Infektion in einem Hausschweinbestand wären Maßnahmen der Tierseuchenbekämpfung anzuwenden, was auch die massenhafte Keulung der Tiere im infizierten Bestand bedeutet. Wirtschaftlich wäre mit umfassenden und großräumigen Handelsbeschränkungen bei lebenden Tieren, aber auch bei deren Fleisch und verarbeiteten Produkten zu rechnen – auch wenn ausschließlich bei Wildschweinen in der Region die Krankheit festgestellt werden würde.

 

Vor diesem Hintergrund hatte Landrat Peter Dreier Jagd-Experten zuvor zu einem ersten „runden Tisch“ zusammengerufen. Ziel ist es, umgehend eine „Solidar-Gemeinschaft“ aus Jägern, Landwirten und verantwortungsvollen Bürgern zu bilden, um die Ausbreitung der Seuche nach Möglichkeit zu bannen. „Wir werden auch von behördlicher Seite alles tun, um die drohende Gefahr abzuwenden, da sie verhängnisvolle Konsequenzen für die landwirtschaftliche Schweinehaltung und die Jagd haben könnte“, verspricht Landrat Dreier. Deshalb appelliert er an Landwirte, Jäger und Interessensverbände, sich der nachhaltigen Reduktion des Schwarzwildbestandes in der Fläche anzunehmen und so einen Beitrag zur Vorsorge zu leisten.

 

So bittet das Landratsamt, weitestgehend auf die Jagd im Ausland, insbesondere in Osteuropa, zu verzichten und keinesfalls Trophäen oder Fleischprodukte einzuführen. Diese dürften keinesfalls mit der heimischen Tierwelt in Berührung kommen, um einen Ausbruch der Seuche zu vermeiden. Aus dem gleichen Grund sollten auch Touristen keine Fleischprodukte aus dem Ausland mitbringen. Aktuelle Informationen finden Sie unter www.wildportal.bayern.de.

 

Anlage: Besprachen jagdliche Maßnahmen gegen die Afrikanische Schweinepest: (v. l.) Josef Karl, 2. Vorsitzender der Kreisgruppe Rottenburg des Bayerischen Jagdverbandes, Bernhard Gerauer, 1. Vorsitzender der Kreisgruppe Vilsbiburg, Günther Eggersdorfer, 1. Vorsitzender der Kreisgruppe Landshut, Landrat Peter Dreier, Irene Neuhof, Jagdsachbearbeiterin am Landratsamt Landshut (Untere Jagdbehörde), Sebastian Fuß, Jagdberater für den nördlichen Landkreis, Ottmar Tutsch, Jagdberater für den südlichen Landkreis und die Stadt Landshut, und der Tierarzt Dr. Manfred Kurpiers, Leiter des Veterinäramts am Landratsamt Landshut.