Home Allgemein Die Stadtwerke, der neue Kanal und das Hochwasser

Die Stadtwerke, der neue Kanal und das Hochwasser

Erneut gab es keine Pluspunkte für das Krisenmanagement der Stadtwerke Landshut von Seiten der Bürger in Mitterwöhr: “Wir überlegen uns, ob wir nicht beim Strom und Gas den Anbieter wechseln…”. Vor allem nach dem sich heraus gestellt hatte, dass dem neuen Stadtrat Thomas Haslinger, der auch Verwaltungsbeirat für die Stadtwerke ist, bei weitem nicht alle Unterlagen zu dem Thema zur Verfügung standen und stehen. So kennt er die Forderungen der vom Hochwasser 2013 Betroffenen bislang nicht. Auch das von den Bürgern geforderte und letztlich ohne der Beteiligung bei der Gutachterauswahl beauftragte Gutachten über den neuen Abwasserkanal unter der Breslauer Straße ist ihm bis heute nicht vorgelegt worden. Haslinger versprach daher den Bürgern sich durch Akteneinsicht in den Schriftverkehr ausführlich einarbeiten zu wollen. Wolfgang Mürdter, einer der Sprecher der Interessengemeinschaft Mitterwöhr fragte nach dem Datum der für den Herbst zugesicherten Bürgerinformationsveranstaltung zum Thema Hochwasser. Stadtrat Rudolf Schnur, der das Treffen moderierte, versprach den Herrn Oberbürgermeister umgehend darauf anzusprechen.

Von Seiten der Bürger wurde an die Stadträte eine Reihe von Fragen herangetragen. Stadtrat Thomas Haslinger wollte sich bei diesbezüglich bei den Stadtwerken und dem Wasserwirtschaftsamt erkundigen:

Trifft es zu,

– dass der Wasserstand der Großen Isar absichtlich höher gehalten wird, als als der in der Kleinen Isar?

– die Spülwagenfrequenz gegenüber anderen Abwasserkanälen in Landshut wesentlich höher ist?

– die Flutmulde früher eher Hochwasser aufnahm als derzeit?

– eine Erlaubnis zur Einleitung von Grundwasser aus dem Keller in die Isar benötigt wird und gemäß der Satzung eine Einleitung von Grundwasser in den Abwasserkanal nicht erlaubt ist?

Stadtrat Haslinger verwies darauf, dass derzeit ein Notfallplan federführend durch die Freiwillige Feuerwehr, erstellt wird. Stadtrat Schnur geht davon aus, dass dieser Plan erst im Frühjahr 2015 in der aktuellen Fassung vorliegen wird.

Weitere Themen waren: Tiefgarage in der Neustadt, Beleuchtungen in den Fahrrad-Unterführungen der Konrad-Adenauer-Straße, B 15 neu und die Wohnungsnot in Landshut.
Für die Initiative PRO B 15 neu sprach Rudolf Merkel. Er warb unter anderem  aufgrund der gegebenen Erfordernisse der regionalen Wirtschaft mit guten Argumenten für eine Unterstützung des Projekts.

Die Stadträtin Anja König wiederum stellte ihre derzeitige Initiative zur Gründung einer städtischen Wohnungsbaugenossenschaft vor. Die ebenfalls anwesende Stadträtin Karina Habereder zeigte sich hierbei skeptisch.

Rudolf Schnur ging kurz auf den aktuellen Antrag ein, die Ochsenau bei Auloh auf naturschutzfachliche Schutzwürdigkeit zu prüfen. Die im Feriensenat auf den Weg gebrachte Wohnbebauung widerspreche  eklatant der Wertigkeit dieser Fläche am Rande des Naturschutzgebietes. Im übrigen muss die Euphorie bezüglich einer Einnahme von 30 Mio. Euro durch die Stadt gebremst werden. Es muss aufgrund der Erfahrungen bei der Baulandausweisung in “NördlicheWolfgang” nüchtern betrachtet werden, ob letztlich nicht die Aufwendungen im Zusammenhang mit der Verdoppelung des Ortsteils Auloh nicht die Einnahmen langfristig überwiegen. Fakt ist, dass die vorhandene Infrastruktur nicht annähernd auf diesen Bevölkerungszuwachs vorbereitet ist. Im Gegenteil: Trotz Änderung des Schulsprengels vor etwa 10 Jahren wird derzeit erst durch eine Containerlösung darauf reagiert.

Nach fast zwei Stunden Einblick in die Stadtpolitik schloss der Versammlungsleiter Rudolf Schnur die Veranstaltung und bedankte sich bei den Bürgern für deren Interesse und Diskussionsfreudigkeit.