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“DIE MACHEN EH WAS SIE WOLLEN” — Lichtgestalt der CDU Dr. Carsten Linnemann spricht beim Sommerempfang der MU-CSU auf Schloss Offenberg Klartext

DIE MACHEN EH WAS SIE WOLLEN“ – Lichtgestalt der CDU Dr. Carsten Linnemann spricht beim Sommerempfang der Mittelstands-Union auf Schloss Offenberg Klartext

 

Politiker und Mitglieder der MU-CSU

 

Verantwortung von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft eingefordert

„Wenn ich gewusst hätte, dass es auf dem Schloss in Offenberg so schön ist, hätte ich mir den Termin in Nürnberg geschenkt“, waren die Begrüßungsworte des Diplom-Volkswirt Dr. Carsten Linnemann beim Sommerempfang der MU-CSU-Niederbayern in Offenberg an die Mitglieder der Mittelstands-Union.

Dr. Carsten Linnemann ist seit 2009 Mitglied des Bundestages. Dort ist er ordentliches Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales, außerdem Stellvertretendes Mitglied im Finanzausschuss.

Nach Abitur, Wehrdienst, Studium der Betriebswirtschaftslehre und Promotionsstudium der Volkswirtschaftslehre an der TU Chemnitz mit Abschluss des Dr. rer. pol. Diplom Volkswirt, arbeitete Linnemann als Volkswirt bei der Deutschen Industriebank (IKB), Bereich Konjunktur und Mittelstand und war von 2006 bis 2007 Assistent des Chefökonomen der Deutschen Bank, Prof. Norbert Walter.

2013 übernahm Carsten Linnemann den Bundesvorsitz des Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU, ist seit 2010 Mitglied im Landesvorstand der CDU Nordrhein-Westfalen, seit 2009 Mitglied im Landesvorstand der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU NRW und war 2004 bis 2008 Mitglied des Rates der Gemeinde Altenbeken (3000 Einwohner).

Carsten Linnemann bezeichnet sich als Quereinsteiger in die Politik. Seit acht Jahren geht er jeden ersten Samstag im Monat zu fünf bis acht Familien in seinem Wahlkreis Paderborn. Er schaut nicht auf das Parteibuch, obwohl es schwierig sei im Kreis Paderborn eine Familie zu finden, die nicht Anhänger der CDU sei. Seit er die Hausbesuche macht, ist es häufig so, dass die öffentliche Meinung am Küchentisch eine andere ist, als die „veröffentlichte“ Meinung. Bei der Flüchtlingskrise, als Linnemann mit den Bürgerinnen und Bürgern gesprochen hatte, ging es nicht nur gegen die Politiker, sondern auch um den Ansehensverlust von Wirtschaftsführern, Bischöfen, von Journalisten und der nicht weniger auffällig als von dem der Politiker war.

In der Phase der Flüchtlingsbewegung war die veröffentlichte Meinung eine ganz andere Meinung als die öffentliche Meinung. Es entstand in dieser Zeit eine gewisse Politikverdrossenheit. Die Menschen hatten das Gefühl, egal wen man wählt, die machen eh was sie wollen. Die repräsentative Demokratie, die dieses Land groß gemacht hat, geriet bisweilen unter die Räder, weil es große Gruppen in der Bevölkerung gibt, die eine andere Meinung haben, als die Meinung der Politiker im Deutschen Bundestag. Man fühlte sich nicht mehr repräsentiert. Die große Koalition hat, nach Meinung Linnemanns einen ganz großen Anteil daran. Linnemann hofft auf das Ende der Koalition am 24. September. Eine große Aufgabe der Politiker bis zur Wahl wird sein, die Unterscheidbarkeit zwischen den Parteien wieder herauszuarbeiten. Alle Parteien versprechen vor der Wahl den Wählerinnen und Wählern Steuererleichterung, außer der Union. Wenn man in die Geschichte dieses Landes schaut wird man feststellen, dass immer wenn der Staat mehr Geld einnimmt, er auf die Idee kommt, wie man das Geld am schnellsten wieder ausgeben könnte, um nicht zu sagen, wie er es verschwendet. Inzwischen gibt der Staat 52% für soziale Zwecke aus. Die schweigende Mehrheit, die morgens aufsteht, in ihre Arbeit geht, die Familie hat, ein Ehrenamt bekleidet, die muss wieder in den Vordergrund gestellt werden. Soziale Gerechtigkeit heißt nicht nur den Sozialstaat auszugeben, sondern an die denken, die diesen Staat erst möglich machen und ihn finanzieren.

Die CDU/CSU ist die einzige Partei, die sich der Dualen-Ausbildung verschreibt, und es ist eine Leistung der Mittelstandsunion, die geholfen hat, den Meisterbrief in das Wahlprogramm zu schreiben. Der Meisterbrief wird komplett unterschätzt. Wo man nur auf universitäre Ausbildung setzt, wie in Spanien und Frankreich, ist die Arbeitslosigkeit signifikant höher als in Deutschland, wo man auf die duale Ausbildung setzt. Junge Leute wollen sich entwickeln und das geht am besten durch duale Ausbildung mit Meisterbrief. Funktioniert das nicht, gehen die jungen Menschen automatisch in den universitären Bereich. In den Bereichen wo der Meisterbrief abgeschafft wurde, muss man ihn wieder einführen.

Die Digitalisierung sei in der heutigen Zeit ein besonderes und wichtiges Thema. Telearbeitsplätze werden in Zukunft die Arbeitswelt diktieren. In Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften, muss das Arbeitszeitgesetz flexibilisiert werden und zwar im Sinne der Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Eine Versöhnung der Arbeitgeber und Arbeitnehmer in dieser Frage sollte möglich sein.

Diese Themen müssen von der CDU/CSU in einer klaren Sprache gesetzt werden. Es muss eine klare Erkennungsmelodie geben, wenn man sie hört muss jeder wissen, wir stehen für erstens, zweitens und drittens!

Carsten Linnemann zitierte Gerhard Schröder, der meinte, man muss Menschen Visionen oder zumindest Ziele vorgeben. Die Menschen haben eine Sehnsucht danach zu wissen, „wie geht es weiter.“ Wenn jetzt bei den wichtigsten Themen keine Ziele formuliert werden, wie die Themen Migration und Europa, wird den Menschen nichts Gutes getan, die Menschen müssen wissen, wo geht es hin. Die Zuständigkeiten für Deutschland und Europa müssen exakt herausgearbeitet und dann festgezurrt werden.

Viele Menschen aus einem völlig anderen Kulturkreis kommen zu uns. Hier bedarf es klare Regeln. Aber wovor sich Linnemann noch mehr Sorgen macht ist der Umstand, dass der radikale Islam mehr und mehr in Deutschland Einzug hält. Wie man mit dem Islamm umgeht, sollte man von den Österreichern lernen. Das Beispiel Österreich sollte für Deutschland Vorbild sein. Den radikalen Islam zu stoppen, sei ein Thema der nächsten zehn bis fünfzehn Jahre.

Wenn unsere Partei diese Dinge nicht anspricht so Linnemann, dann machen das andere Parteien. Die CDU/CSU braucht eine Strategie für den Wahlkampf der nächsten Zeit und zwar so, dass sich die Partei aufstellt von der Mitte bis Rechts, so wie es Franz Josef Strauß verstand, dies sei aber nicht im Sinne von Rechtradikalismus zu verstehen.

 

-hjl-

 

Diskussionsrunde mit (von links): MdB Florian Oßner, MdB Dr. Carsten Linnemann, Bez.-Vors. Peter Erl,

Bundestagskandidat Thomas Erndl

 

Bilder: Lodermeier

 

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