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Die IAA 2013

Zu den Bildern:

– BMW i3 Kohlefaser und Alu statt Rost und hohes Gewicht

– Mitsubishis Outlander PHEV, Plug-in Hybrid mit Allradantrieb und Anhängerkuupplung fährt 52 km rein elektrisch

– Tesla S bei einer Probefahrt während der Intersolar Messe in München.

 

Die IAA 2013 gibt neue Antworten auf die alte Frage, welches Elektroauto kann man konkret empfehlen.
Warum eigentlich Elektroauto? Eine drastische Antwort darauf gibt der Report der
Energy Watch Group vom 25. März. Minus 40 Prozent Ölförderung bis 2030.
Strom aus der eigenen Photovoltaik ist heute schon deutlich billiger als
importiertes Öl. Die Photovoltaik am eigenen Dach wird nicht teurer,
wenn die USA einen neuen Krieg in einer Ölregion anfangen.

Erste Beratung: Familie mit 3 Kinder, fährt gerne auf Campingurlaub und genießt es im
Neuschnee zu wedeln. Bei der Anreise zur Piste ist da manchmal noch nicht
geräumt, ohne Allradantrieb geht gar nichts. Mitshubishi Outlander PHEV ist da die
perfekte Antwort. Es ist ein zweimotoriges Auto 2 60 kW Elektromotore, 12 kWh Akku und einem 70 kW Generator.

Zweimotorig, das kannte man bisher nur bei Flugzeugen, war bei Autos völlig unbekannt.
Aber warum die Kraft von einem Motor mühsam auf 4 Räder aufteilen, wenn das mit
einem Elektromotor vorne und einem hinten viel einfacher geht?
Der Outlander kann bis zu 1500 kg Wohnwagen ziehen.

Wenn Nachladen beim Arbeitsplatz möglich ist, kann da sogar ein Langstreckenpendler
seine Fahrten zur Arbeit 100% elektrisch bewältigen. Ein Musterbeispiel dafür
ist ein Google Mitarbeiter der 45 km entfernt vom Arbeitsplatz wohnt und von
28 Tausend km pro Jahr 88% mit seinem Chevrolet Volt rein elektrisch fährt.
Die 12% mit Range Extender sind Familienausflüge über längere Strecken.

Beim Fahrprofil vom Herausgeber des Dörflers wären im Schnitt aber nur 60%
im Strommodus möglich. Zum Nachladen untertags steht nur die Mittagspause
und vielleicht bei ein paar Kundenbesuchen eine Steckdose zur Verfügung.
Bei 100 bis 150 km pro Tag führt dies zu nur etwa 60% im Elektromodus.

Wie bewältigt man dieses Tagespensum 100% mit Strom? Dafür gibt es nur eine
sichere Antwort: Tesla S. Für jemand, für den ein Premiumauto Pflicht ist,
die billigste Art der Fortbewegung. Weniger Treibstoffkosten, Servicekosten
und ein vermutlich höherer Wiederverkaufswert machen ihm zum Schnäppchen
in der Oberklasse. Von Widnau startend kann man den Akku bei keinem Ziel in der Schweiz
leer fahren. Auch Genf ist nur 393 km von 480 km Reichweite entfernt.

Der Tesla S verbindet das Design einer sportlichen Limousine mit den Nutzwert
eines Minivans. Neben 5 Erwachsenen können noch 2 Kinder gegen die Fahrtrichtung
sitzend im Tesla-S fahren. Der vordere Kofferraum vergrößert das Stauvolumen.
Elon Musk hat 5 Kinder und seine persönlichen Bedürfnisse in das Lastenheft eingebaut.
Nur für 4 Radantrieb und Anhängerkupplung muss man auf den Tesla X warten.

Was passiert wenn 2 Hersteller ein neues Elektroauto von Grund auf neu entwickeln?
Wesentliche Konstruktionsprinzipien sind gleich. Akku unter dem Fahrgastraum,
Motor hinter der Hinterachse und ein zusätzlicher Kofferraum vorne haben BMW i3 und
Tesla S gemeinsam.

Den BMW i3 gibt es auch mit Range Extender. Dafür wird der 650 ccm Motor aus
einem Roller als Generator verwendet. Da würde ich oben beschriebenen Einsatz
auf über 95% im Strommodus schätzen. Da die Kohlefaser/Alu Konstruktion
wesentlich langlebiger ist, kann man die Anschaffungskosten auf viel
mehr Jahre verteilen. Und der Akku? Vielleicht ermöglicht der technische
Fortschritt in 10 Jahren den Austausch gegen einen mit 35 statt 18,8 kWh.
Da kann man dann den Range Extender wieder ausbauen.

Roland Mösl, Gartenau bei Salzburg