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Der Koenig und ich

Der Koenig und ich

Schülerinnen und Schüler begegnen der Kunst Fritz Koenigs

Skulpturenmuseum im Hofberg
Ausstellung vom 21.5. bis 15.6.2014 in der kleinen Rathausgalerie Landshut
Ausstellungseröffnung am 20.5.2014 um 19 Uhr

Es ist glatt, kalt und schimmert in der Sonne – das Bouquet. Viele Hände streichen über die Oberfläche der Skulptur im Prantlgarten. Immer wieder werden neue Erkenntnisse beim Ertasten freudig in die Runde gerufen. Doch nicht nur die Kunstwerke faszinieren die Schülergruppe der Pestalozzischule bei ihren insgesamt fünf Besuchen im Skulpturenmuseum im Hofberg. Die Schülerinnen und Schüler begeben sich auf eine Entdeckungsreise durch die unterirdischen Museumsräume, lernen, sich den Kunstwerken anzunähern und selbst kreativ zu werden.

In Zusammenarbeit mit der Pestalozzischule, einer Einrichtung der Lebenshilfe Landshut e. V., entwickelte das Skulpturenmuseum im Hofberg ein museumspädagogisches Programm für Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf in der geistigen Entwicklung.

In der Schule werden bereits wichtige Informationen zu Künstler und Werk vermittelt. Umso mehr Freude macht es den Schülerinnen und Schülern, das bereits Gelernte bei ihrem ersten Museumsbesuch wieder anzuwenden.

Dann wird es spannend: Der erste selbstständige Rundgang durch die Ausstellungsräume. Doch das Beste kommt erst noch: eine exklusive Besichtigung der Depoträume. Hier, wo sonst kein Besucher Zutritt hat, wird den Schülerinnen und Schülern genau erklärt, wie die nicht ausgestellten Kunstwerke gelagert werden.

Einige Wochen später betreten wieder bekannte Gesichter das Skulpturenmuseum. Sowohl die Schülergruppe als auch die Lehrkräfte und Betreuer einerseits und das Museumsteam andererseits freuen sich schon auf diesen zweiten Termin, denn jetzt stehen die Jugendlichen mit ihren ganz persönlichen Empfindungen im Mittelpunkt:

Welches Kunstwerk gefällt dir am besten?

Mit dieser Frage werden die Schülerinnen und Schüler auf den Weg geschickt. Die einen haben sich ganz schnell entschieden: der Pferdekopf „Niassa“ soll es sein. Für die anderen ist die Entscheidung nicht ganz so leicht: „Paolo und Francesca“ oder doch lieber das „Paar“? Zusammen werden alle Lieblingsskulpturen besprochen. Da fällt zum Beispiel auf, dass die Rinder der „Camargue“ sich jeweils ein Bein teilen oder dass der Pferdekopf der „Niassa“ sehr detailliert mit Mähne und Nüstern gestaltet ist. Auch der Entstehungsprozess der „Großen Kugelkaryatide N. Y.“ wird ganz genau nachvollzogen.

Knips. Mit einem strahlenden Gesicht wird noch von jedem ein Foto vor seiner Lieblingsskulptur gemacht und mit einem Arbeitsauftrag wird die Schülergruppe wieder entlassen: Gestalte bis zum nächsten Museumsbesuch dein eigenes Kunstwerk in Anlehnung an die Kunst Fritz Koenigs.

Der dritte Besuch im Museum ist besonders aufregend. Im Sitzkreis zusammengekommen werden die eigenen Kunstwerke den Mitschülern, Lehrkräften, Betreuern und dem Museumsteam präsentiert. Der Reihe nach werden aus einer Holzkiste kleine Kunstwerke herausgeholt. Teilweise verschwinden die Tonplastiken fast in den Schülerhänden und wollen gar nicht so recht in die Sitzkreismitte. In der Schule wurden die großen Themen, mit denen sich Fritz Koenig auseinandersetzt, wieder aufgegriffen: Liebe, Freundschaft, Trauer und Glaube. Zu diesen Themenbereichen gestalteten die Jugendlichen aus Ton eigene Plastiken. Vor allem das Motiv der ‚Trauer’ beschäftigt die Schülergruppe. Jede Tonplastik, so erklären die Jugendlichen, baut einen Bezug zu der Kunst des Bildhauers Fritz Koenig auf, sei es über das Thema, die Farbe oder die Form.

Die Jugendlichen sind sichtlich stolz auf ihre Kunstwerke – und das mit Recht. Da ist es nur angemessen, wenn die Kleinplastiken nicht hinter den Klassenzimmertüren verborgen bleiben, sondern einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden. Der vierte und fünfte Besuch im Museum gilt somit vor allem der Vorbereitung einer Ausstellung. So konnte jeder vor der Kamera des Fotografen Peter Litvai posieren und sich in aller Ruhe einen Text für die Beschriftungstafel zu seiner eigenen Skulptur überlegen.

Am 20. Mai um 19 Uhr ist es nun soweit. Es laden begeisterte Schülerinnen und Schüler zu ihrer Ausstellungseröffnung in der kleinen Rathausgalerie Landshut ein und würden sich freuen, wenn möglichst viele Besucher den Spuren dieser sehenswerten Kunstwerke folgen. Neben einer musikalischen Darbietung der Musikgruppe der Pestalozzischule können die selbstgestalteten Kunstwerke begutachtet werden und das Projekt nachvollzogen werden. In Vertretung des Oberbürgermeisters Hans Rampf wird Frau Prof. Dr. Gabriele Goderbauer-Marchner in die Veranstaltung einführen und auch Herr Altoberbürgermeister Josef Deimer freut sich bereits als Vorsitzender der Lebenshilfe Landshut e. V. ein paar Worte über die Kunstwerke verlieren zu dürfen. Die Ausstellung ist geöffnet vom 21. Mai bis 15. Juni 2014, jeweils Dienstag bis Freitag 13 – 18 Uhr, Samstag, Sonntag und an Feiertagen 11 – 18 Uhr.

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