Home Allgemein DER FUSSBALLSCHIEDSRICHTER UND DIE POLITIK, EINE PARALLELE

DER FUSSBALLSCHIEDSRICHTER UND DIE POLITIK, EINE PARALLELE

Der Fußballschiedsrichter und die Politik, eine Parallele

 

Die Bezirksrätin und Bürgermeister-Kandidatin der CSU-Ergolding, Martina Hammerl mit ihren Parteimitgliedern, hatte zum Neujahrsempfang in die Gaststätte „Kraxn“ eingeladen. Der FIFA-Schiedsrichter Wolfgang Stark, referierte über seine langjährige Tätigkeit als Fußball-Schiedsrichter und zog den Vergleich mit seiner Tätigkeit und der einer Politikerin oder eines Politikers.

 

Zahlreich waren die Mitglieder der CSU Ergolding, diverse Ehrengäste und Gönner der Partei waren am Sonntagnachmittag in der „Kraxn“ erschienen. Martina Hammerl begrüßte sie alle herzlich und wies in ihrer Begrüßungsrede auf den Referenten des Nachmittags, nämlich auf den bekannten Fußballschiedsrichter und Ergoldinger Wolfgang Stark hin, der in seinem Referat das Thema Schiedsrichter und Politik beleuchtete.

 

„Wir sind alle gut dabei und sind gut aufgestellt, wir haben sogar Ersatzkandidaten für den Ernstfall wie beim Fußball, und wir sind auch gut dabei, was unser Wahlprogramm angeht, was die Kandidatinnen und Kandidaten angeht, und ich bin stolz auf unsere Mannschaft. Ich kann nur eines sagen: Ich freue mich auf den 15. März 2020 um 18 Uhr, denn auf dieses Ergebnis der Kommunalwahl freue ich mich besonders“, so die Bürgermeisterkandidatin.

Vier Punkte sprach Martina Hammerl an, um den Besuchern zu zeigen, was in ihrem Wahlprogramm steht. Wichtig sei ihr der Dialog, d.h., mit den Ergoldinger Vereinen, dem Marktgemeinderat sowie mit den Bürgerinnen und Bürgern.

Ihr erster Punkt war das Thema Wohnraum. Man brauche einen bezahlbaren Wohnraum und eine maßvolle Nachverdichtung, so dass man an den Häusern auch noch ein wenig Grün zu sehen bekommt. Das Thema Verkehrsbelastung und die Infrastruktur sind ebenso zu beachten.

Nachdem die Gemeinde Ergolding eine finanzstarke Kommune sei, müsse man weiterhin die Finanzen im Blick behalten. Hammerl möchte, dass die Gemeinde auch in Zukunft schuldenfrei bleibt. Die Rücklagen seien geschrumpft und die Steuern sind um vier Millionen weniger im Haushalt, als  prognostiziert. Das heißt, dass man mit Geld in Zukunft sehr sorgsam umgehen muss. Hammerl will weiterhin Jungunternehmer und den Mittelstand fördern. Neue Flächen für Gewebegebiete werde man brauchen.

Die älteren Bürgerinnen und Bürger von Ergolding machen sich Sorgen, was mit ihnen im Alter passiere. Man brauche wesentlich mehr Plätze in der Altenpflege, in Altenheimen und im Bereich betreutes Wohnen. Hier muss eine Antwort gegeben werden. Auf der Agenda von Hammerl steht diese Problematik ganz oben.

Die Ergoldinger seien ganz gut aufgestellt, was die Sport-Vereine angeht. Hammerl freut sich besonders über die Aktivitäten der Ehrenamtlichen, die viel dafür machen. Die Dreifachturnhalle müsse saniert oder sogar neu gebaut werden, um eine vierte Halleneinheit zu integrieren. Leider sind die Kosten erst 2021 im Haushalt des Landkreises geplant und vorgesehen. Hammerl hätte sich diesbezüglich mehr Engagement des jetzigen Marktgemeinderates gewünscht, um den Schulen und den Vereinen zu helfen.

Nach der Vorstellung von Ehrengästen und der Marktgemeinde-Kandidatinnen und Kandidaten der CSU-Ergolding sowie einigen Kreisratskandidaten mit der Landratskandidatin Claudia Geilersdorfer und einer Kaffee und Kuchenpause, referierte Wolfgang Stark, der im Jahr 2010 und 2017 vom DFB zum „Schiedsrichter des Jahres“ ernannt wurde, zum Thema Schiedsrichter und Politik.

 

Wolfgang Stark, der ehemalige Bundesligaschiedsrichter war seit 1994 Schiedsrichter auf der Schiedsrichterliste des DFB. Seitdem kam Stark auf über 100 Einsätze in der 2. Bundesliga seit 1996 und auf 344 Spielleitungen in der 1. Bundesliga seit 1997. Der erste Erstligaeinsatz Starks war am 4. April 1997.

„Die Tätigkeit als Schiedsrichter kann man nur leisten, wenn man viel Engagement zeigt, eine Familie, die hinter einem steht und dazu den entsprechenden Arbeitgeber hat“, sagt Stark. Um eine Top-Leistung zu bringen, ist eine wöchentliche ON-LINE-Präsenz sehr wichtig, d.h., Trainingspläne, Informationen und dergl. werden auf Internet-Plattformen eingestellt, die dann von den Schiedsrichtern abgerufen werden können. Nicht nur die Leistung auf dem Platz, sondern auch die Medien nutzt man, um immer „up to date“ zu sein. Ein Schiedsrichter muss fit sein, um mit den doch meist jüngeren Spielern mitzuhalten. An den professionellen Strukturen eines Schiedsrichters muss ständig gearbeitet werden. Top Leistungen auf dem Platz sind das wichtigste Kriterium, das den Schiedsrichter auszeichnet und ihn für außergewöhnliche Spiele prädestiniert. Ein Schiedsrichter muss mit ungewöhnlichen Vorkommnissen auf dem Spielfeld umgehen können und souverän wirken.

Eine wichtige Parallele zur Politik sei der Umgang mit Schiedsrichter-Kolleginnen und Kollegen und beim Fußballspiel mit den Spielern auf dem Spielfeld. Ein beleidigendes Wort an den Schiedsrichter bedeutet den Gang in die Kabine, um zu duschen und über die Tätlichkeit nachzudenken. Der Respekt untereinander sei gefordert. Sehr wichtig sei auch die Unterstützung des sogenannten vierten Schiedsrichters, der am Spielfeldrand für die Kommunikation zwischen Schiedsrichter und den Ersatzspielern auf den Bänken sorgt und somit Emotionen herunter fährt.

Ein Punkt, der dem Schiedsrichter Wolfgang Stark immer wichtig war, sei die Transparenz. Hier vergleicht Stark die Gesetzgebung durch die Politik und die Entscheidungen des Videoassistenten mit seinem Regelwerk. Entscheidungen der Politik im Bundestag seien für den Bürger nicht greifbar. Hier fehlt, so Stark, die Transparenz. Die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Draghi, sei für den Bundesbürger schlicht gesagt unverständlich. Diese Zuwendung an einen Banker, der wesentlich die Südstaaten Europas im Auge hatte, versteht der deutsche Bürger weit weniger. Ähnlich sieht Stark den Umgang mit der Natur. Solange die notwendigen Strukturen für eine Wende in der Umweltproblematik nicht geschaffen sind, wird es keine vernünftige Zusammenarbeit mit der Ökologie und Ökonomie geben, um gemeinsam das notwendige Ziel zu erreichen, unsere Erde vor dem Untergang zu schützen. Den Bürger müsse man mit viel Transparenz überzeugen, dass er mitmacht, die Umwelt zu verstehen und zu schützen.

„Wir, von der Schiedsrichterseite, möchten gerne, dass die Vorgänge beim Abfragen des Videoassistenten auch dem Zuschauer im Stadion klar dargestellt werden.“ Leider versagen hier die Vereine, die es nicht schaffen, den Zuschauern die Daten aus dem Kölner Assistenten-Zentrum auf die Leinwand im Stadion zu projizieren.

Solange Menschen entscheiden über Recht und Unrecht im Sport wie in der Politik, werden Fehler passieren. Mit einer Entscheidung in der 90. Minute für einen Elfmeter, der keiner war, kann die Karriere eines Schiedsrichters bedeuten.

Ob das auch bei Politikern immer zutrifft, ist sich der Verfasser dieses Artikels nicht sicher.

 

Text und Fotos: h.j.lodermeier