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DER BODEN, DIE GEFÄHRDESTE RESSOURCE — Die obertsen 20 cm sind für die Menschheit von fundamentaler Bedeutung

Vom Wesen des Bodens und der Fläche

Prof. Dr. Martin Grambow

Die „Internationale Expertengruppe zur Bewahrung des Erdsystems“ IESP hat kürzlich auf die Frage:Was ist die gefährdeste Ressource?” den BODEN benannt. Die obersten 20 cm sind für die Menschheit von fundmentaler Bedeutung, da sie eine Grundlage zum Leben darstellen. Unsere Lebensmittel wachsen darauf und der Boden mit Millionen unterschiedlichen Lebewesen ist ein Schatz an Biodiversität. Zudem hat er auch die wichtige Funktion als CO2-Senke. Beispielsweise setzt die Zerstörung der Moore mehr CO2 frei als der gesamte Autoverkehr.

Doch der Boden ist in Gefahr durch immer weiter zunehmende Erosion und Überbauung. Aufgrund mangelnder politscher Regulierung (u. a. Scheitern der EU-Bodenschutzrichtlinie) kann man den Boden inzwischen fast als “vogelfrei” oder als vergesssene Allmende bezeichnen. Ohne ein Umdenken wird diese Entwicklung dramatische Folgen nach sich ziehen – gerade auch in Bezug auf das Wasser, den globalen Konfliktpunkt Nr. 1. Denn der Boden ist das Regulativ für den gesamten Wasserhaushalt.

Der zunehmende Flächenverbrauch in Bayern wird das Landschaftsbild weiter negativ verändern. Bodenqualität und Fläche gehen einher mit Kultur und Dasein. Er gibt Untersuchungen, die einen signifikanten Zusammenhang von Lebenseerwartung und Landschaftsbild belegen. Das Landschaftsbild ist also eine übergeordnete Kategorie des Wohlbefindens. Den Verlust an Lebensvielfalt, an Singvögeln, an Feldrainen, des Aufatmens im siedlungsnahen Freiraum, des Bewegens in der freien Natur, ja auch der Verlust von Dorfwirtschaften spüren immer mehr Menschen in Bayern als Negativstress, als Unwohlsein. In älteren Siedlungen und Ortskernen entsteht ein neues Prekariat.

Referat:  Prof. Martin Grambow vor dem Landesvorstand des CSU-Arbeitskreises für Umwelt und Landesentwicklung