Home Allgemein Der bayerische Kabarett-Neustart am Hangar 007 in Landshut

Der bayerische Kabarett-Neustart am Hangar 007 in Landshut

Die Corona-Krise hat das kulturelle Leben im Freistaat zu einer Bruchlandung gezwungen. In Landshut versucht ein Festwirt jetzt den Neustart an ungewöhnlicher Stelle: Vier Wochen lang werden ab 15. Juli am Flugplatz Ellermühle bayerische Größen der Kabarett- und Musik-Szene im Schatten des Towers am Hangar 007 auftreten. Geplant ist der Take-Off ab 15. Juli. „Lachen ist gesund“, heißt die Veranstaltungsreihe. Es ist ein ganz besonderes Gemeinschaftsprojekt, um bayerischen Künstlern wieder eine Bühne zu geben.

Die Bezeichnung des Hangars, an dem James Bond bestimmt seine Freude hätte, ist dabei nicht etwa ein Gag des Veranstalters. Der heißt tatsächlich so. Hier stehen normalerweise die Flugzeuge der Firma „PTL Luftfahrt GmbH“ der Familie Esterl. Charter-Maschinen steuern von hier aus Ziele in ganz Europa an. Mitte Juli soll die darbende weißblaue Kultur- und Event-Szene hier wieder abheben und zum Höhenflug ansetzen. Ein außergewöhnliches Experiment angesichts der besonderen Herausforderungen durch die Corona-Krise.

„Wir haben einen Veranstaltungsort gesucht, der genügend Platz bietet, damit alle Abstandsregeln eingehalten werden können, das Publikum sicher ist – und der trotzdem noch ein besonderes Flair bietet“, sagt Festwirt Franz Widmann. Er hat seit jeher ein Faible für Kabarett, weißblauen Humor und Musik-Events der Extraklasse. Jahr für Jahr veranstaltet er in Landshut das Starkbierfest, dessen Hauptattraktion die Fastenrede namhafter Künstler ist. Christian Springer derbleckte hier schon die Landshuter Politik, seit zwei Jahren steht Django Asül auf der Bühne. Wegen der Corona-Pandemie gab’s heuer aber nicht viel zu lachen. Das Fest musste im März abgesagt werden. Das Virus ist eben humorfrei.

Wie die Kultur-Szene leidet seitdem auch Widmanns Branche unter den strikten Auflagen. Statt die Hände in den Schoß zu legen und sich dem Corona-Schicksal zu ergeben, hat der Landshuter Festwirt allerdings beschlossen, das Beste aus der Situation zu machen. „Was man dafür braucht“, dachte er sich, „ist genügend Platz – und Künstler, die bereit sind, bei so einem Experiment mitzumachen.“

Als Event-Location hatte der Wirt schnell den Landshuter Verkehrslandeplatz im Visier, die Familie Esterl, Bekannte Widmanns, war begeistert und erklärte sich bereit, den Platz zur Verfügung zu stellen, den Aufbau und den Ablauf mitzuorganisieren. Auch der Betreiber des Flugplatzes, die „LANDEN Landshut GmbH“ ist mit dabei und die am Flugplatz ansässigen Unternehmen – die ADAC Luftfahrt Technik GmbH, Isar Aviation und die Flugschule Lorenzen sowie die S.P. Helikopter GmbH – ziehen ebenfalls mit. Nicht zuletzt signalisierte die Stadt Landshut grünes Licht für das Event.

Jetzt wird also dort, vor den Toren der Stadt, ein riesiges Zelt ohne Seitenwände aufgebaut, in dem eine Konzertbestuhlung für 500 Besucher und eine Bühne unter Berücksichtigung der Corona-Abstandsregeln Platz finden. Eine wettergeschützte Location, die trotzdem gut belüftet ist.
Bei den Künstlern musste Widmann nicht lange bitten: Die Terminkalender sind selbst bei den Größen der Branche ungewöhnlich leer. Alle sind begierig darauf, wieder auf der Bühne im Rampenlicht zu stehen. Als sie hörten, was in Landshut auf die Beine gestellt werden soll, sagten viele spontan zu. Jetzt also steht der außergewöhnliche Flugplan.

„Wir starten pünktlich am Mittwoch, 15. Juli, um 20 Uhr“, sagt Widmann. Bis zum 15. August wird vor dem „James Bond-Hangar“, vier Wochen lang, immer von Mittwoch bis Samstag, Kabarett-Programm vom Feinsten geliefert – aber nicht nur. Dabei sind auch bekannte Musiker wie Günther Sigl, Frontmann der Spider Murphy Gang, mit Band, ebenso das Ensemble Virtuoso mit dem Tenor der Bayerischen Staatsoper, Galeano Salas.  An Bord sind zudem: Urban Priol, Lizzy Aumeier, Lisa Fitz, Waltraud und Mariechen (Heißmann und Rassau), Stefan Otto, Viva Voce, Die Prima Tonnen und André Hartmann, Luise Kinseher, Lizzy Aumeier und die weißen Lilien, Sebastian Reich und Amanda, Rolf Miller, die Couplet AG, Oti Schmelzer, die Klimakatastrophe auf Bayrisch (Christian Springer, Gitti Walbrun, Michael Lerchenberg und die Not WELL Cousins – die „jungen“ Biermösls) und Da Bobbe.

Die Termine für die Auftritte und die Tickets für das Event gibt es unter reservierung.festzeltbetrieb-widmann.de

Weitere Informationen zu den Künstlern gibt es unter: www.niederbayerische-kabaretttage.de

 

Fotos: Urban Priol (Fotograf: Michael Palm), Waltraud & Mariechen/Heißmann & Rassau (Fotograf: Mile Cindric), Rolf Miller (Fotograf: Sandra Schuck) , Christian Springer (Fotografin: Sina Schweikle)