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Denkverbot am Beispiel des Stadttheaters

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Stadttheater 2. Version

Ein fraktionsübergreifender Antrag auf Prüfung der Nutzbarkeit der leerstehenden alten Wäscherei hinter dem Landshuter Klinikum hat nun zu einer derben Verunglimpfung durch den Oberbürgermeister geführt. Dabei wurde der völlig unhaltbare Vorwurf der “Steuergeldverschwendung in Millionenhöhe” durch das Stadtoberhaupt erhoben. Der ohnehin vorsichtig formulierte Gedanke der Stadträte soll reflexartig zu einem Denkverbot führen? 

Eigentlich sollte ein OB froh darüber sein, wenn sich ehrenamtliche Stadträte zum Wohle der Stadt und der Stadtkasse Gedanken machen und Vorschläge einbringen. Ein unvoreingenommenes zu Ende denken könnte sogar die von den Antragstellern beabsichtigte Einsparung erbringen. Zu welchem Ergebnis aber kann eine Verwaltung kommen, wenn deren Chef hier ein Denkverbot verhängt?

Wohin geht eine Gesellschaft, der die Politik verweigert über schmerzhafte Probleme zu diskutieren, die jede Diskussion im Keim erstickt?

Woher künftig kritische und mündige Stadträtinnen und Stadträte nehmen, wenn die alten Querdenker genug haben von dieser Meinungsdiktatur, dem Denkverbot?

Denkverbote sind immer Kennzeichen einer untergehenden Gesellschaft. Einfach nicht hinsehen, weiter träumen bis das Ende erreicht ist. Diese Antikultur muss beendet werden.

Es ist ein Kampf um politische Führerschaft, um die Lufthoheit beim Kampf um den Machterhalt. Politiker müssen mehr sein als sehr gut bezahlte Entertainer die alle paar Jahre während eines Wahlkampfs eine sehr schlechte Show liefern. Wir müssen ihnen bei bringen was von einem Politiker erwartet wird.

Diskussionsverweigerung, Denkverbote sind in einer Demokratie mit dem Beruf des Politikers nicht vereinbar.

Rudolf Schnur, Stadtrat und Mitantragsteller