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Das Landshuter Umweltzentrum e.V. besichtigte das neue Landkreisgymnasium in Ergolding

Das Landshuter Umweltzentrum e.V. besichtigte das neue Landkreisgymnasium in Ergolding.

Ein Hauptgrund dafür ist die dort eingesetzte moderne und klimaschonende Gebäudetechnik. Eine erfreuliche Zahl von Mitgliedern und Freunden des Umweltzentrum nahm die Gelegenheit wahr, sich aus erster Hand und vor Ort zu informieren.
Das Gebäude, welches bereits von der Industriestraße in Ergolding zu erkennen ist, fügt sich trotz seiner Ausmaße von ca. 200 Meter länge und 70 Meter breite sowie der viergeschossigen Ausführung relativ gut in das örtliche Bebauungsbild und in die Umgebung ein.

Die mehrfach geknickte Bauweise lassen das Gebäude, auch wenn man direkt davor steht, aufgelockert erscheinen. Das Gebäude wurde von der Projektarbeitsgemeinschaft Behnisch Architekten / Architekturbüro Leinhäupl + Neuber GmbH geplant und errichtet.

Der Empfang durch die Architekten Peter Leinhäupl und Markus Neuber (Projektleiter) und den Schulleiter Dr. Klaus Wegmann wurde gleich zur Darstellung der verschiedenen Sichtweisen auf das Bauprojekt genutzt. Während der Architekt auf die baulichen Besonderheiten hinwies, nutzte der Projektleiter gleich die Gelegenheit auf die termin- und kostengerechte Fertigstellung des Bauvorhabens sowie die gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis Landshut und den weiteren am Projekt beteiligten Planern und Firmen hinzuweisen.

Herr Dr. Wegmann zeigte sich von der Funktionalität des Gebäudes begeistert und wies besonders auf die Kooperation und sehr gute Zusammenarbeit mit dem nebenan liegenden Sonderpädagogischen Förderzentrum hin.

Bei der Begehung des Gebäudes fiel die gewollt einfache (z.B. Sichtbeton) aber auch pflegeleichte Bauausführung sowie das besondere Augenmerk auf Funktionalität und akustische, sowie ansprechende optische Gestaltung auf. Jede Etage ist in einer anderen Grundfarbe gehalten. Beim Blick aus dem Gang im 3. OG in die Aula können alle Ebenen mit ihrer Farbgebung eingesehen werden.

Überraschend ist die Transparenz der Räume im Erdgeschoss. Hier wurden bewusst Glaswände eingesetzt um den Schülern den visuellen Kontakt zu den Schulkameraden zu ermöglichen. Durch die zahlreichen Lichtkuppeln und großen Fensterflächen kommt viel Tageslicht in die Räume. Das erspart den Einsatz der ausnahmslos verwendeten LED-Beleuchtung.

Alle Klassenräume liegen auf der Nordseite des Gebäudes und damit abgewandt von der B 15 und sind auch bei geöffnetem Fenster sehr ruhig.

Die Fachräume für Physik, Chemie und Biologie sind modern und funktional eingerichtet. Die Vorbereitungsräume sind großzügig bemessen und haben genug Raum für die Sammlungen der Exponate und Versuchsgegenstände. Sicherlich ein schöner Arbeitsplatz für die Lehrkräfte.

Auch bei den Verwaltungsräumen und den Räumen für die Lehrer kommen einfache Materialien und viel Glas zum Einsatz. Die Möblierung ist durchweg funktional. Für die Vorbereitung der Unterrichtseinheiten gibt es einen separaten Raum, so, dass diese Arbeiten nicht im Lehrerzimmer statt finden müssen. Jeder Lehrer hat ein Notebook  erhalten und kann so seinen Stoff vorbereiten, um ihn dann im Unterricht über die, in jedem Raum vorhandenen interaktiven White-Boards abzuarbeiten.

Im Ganzen Haus gibt es Steckdosen und Netzwerkanschlüsse, so dass es für Lehrer und Schüler einfach ist, mit den zeitgemäßen Medien im Unterricht zu arbeiten.

Die Zweifach-Turnhalle ist für den Schulsport ausreichend.

Energetisch konnte das gesamte Gebäude nahe an den Stand des Passivenergiehauses heran gebracht werden. Das ausgeklügelte Be- und Entlüftungskonzept kombiniert mit einer Wärmepumpe als Primärheiz- und Kühlquelle, sowie einer Zusatzheizung die erst ab -10°C in Aktion tritt, lässt mit überschaubaren Heizkosten zu rechnen, zumal der Abluft die Wärme entzogen und dem Heizkreislauf wieder zugeführt wird.

Bei der Beleuchtung wurde, wie schon erwähnt viel wert auf Tageslicht gelegt. Neben den Lichtkuppeln und der großflächigen Verglasung sind auch Licht-Leit-Lamellen im Einsatz, die das Tageslicht auf der Südseite durch Oberlichten in die Klassenräume lenken und dort auch auf der üblicherweise dunklen Seite des Klassenzimmers für angenehme Lichtverhältnisse sorgen. Die künstliche Beleuchtung erfolgt ausschließlich über LEDs, was zu geringen Energiekosten beiträgt.

Insgesamt haben sich die Bauherren als sehr weitsichtig erwiesen. Es wurde lieber in preiswerte, nachhaltige Lösungen investiert, als in billige Lösungen, die über die Zeit mit hohen Unterhaltskosten doch teurer werden. Auch haben die Architekten mit Weitblick gearbeitet und versucht den zukünftigen Bedarf, gerade was Leitungen für Strom und Daten angeht, bereits vorzubereiten. Damit können zu einem späteren Zeitpunkt, wenn dies notwendig ist Nachrüstungen vorgenommen werden, ohne die Substanz grundlegend ändern zu müssen.

Aus meiner Sicht als Projektmanager ein Paradebeispiel, wie durch enge Einbindung der Bauherren und konsequente Steuerung Bauprojekte rechtzeitig fertig werden, mit ihrem Budget auskommen und die geforderte Leistung erbringen.

Hans-Helmut Krause