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Coronavirus: Aktuelle Informationen aus dem Klinikum

Privatdozentin Dr. Julia Langgartner, Intensivmedizinerin und Infektiologin am Klinikum Landshut, mit Gesundheits- und Krankenpflegerin Hedwig Schneider auf der Coronavirus-Intensivstation.

Pressemitteilung

Die Fallzahlen am Klinikum fallen langsam 

„Die Zahlen der krankenhauspflichtigen Covid-19-Patienten fallen – aber sie fallen nur langsam“: So beschreibt Geschäftsführer Dr. Philipp Ostwald die derzeitige Lage am Klinikum Landshut. Diese Tendenz lasse sich seit Ostern erahnen. „Im Moment entspannt sich die Lage etwas und es kommen nicht mehr so viele neue Patienten zu uns. Aber die Gefahr ist noch nicht gebannt. Für uns bedeutet das, dass wir weiterhin voller Tatkraft für die Covid-19-Patienten da sind.“ 

Derzeit sind rund 45 Patienten im Klinikum mit Covid-19 in Behandlung, sieben davon werden intensivmedizinisch betreut. Insgesamt wurden bisher über 100 Patienten mit Coronavirus-Infektion am Klinikum behandelt, davon ca. 30 intensivmedizinisch. Von den Intensivpatienten sind über 20 beatmet worden bzw. werden noch beatmet. Rund zehn beatmete Intensiv-Patienten mit Covid-19 konnten mittlerweile wieder zurück auf eine normale Corona-Station gebracht werden, da sich ihr Krankheitszustand deutlich verbessert hat. 

Privatdozentin Dr. Julia Langgartner steht bei der Betreuung von Corona-Patienten an vorderster Front. Sie ist Intensivmedizinerin und Infektiologin am Klinikum Landshut. Mit ihrem Team kümmert sie sich um diejenigen, die von der neuen Lungenerkrankung besonders hart getroffen wurden und auf der Intensivstation behandelt werden müssen. Eine große Herausforderung ist die Beatmung der Patienten mit Covid-19. „Diese Patienten zeigen ein schweres Lungenversagen, das eine sehr aufwendige Beatmung erfordert. Die Lunge muss gleichzeitig maximal geschont werden. Die Pflegekräfte müssen die Patienten auf den Bauch lagern, damit auch die hinteren Teile der Lunge gut belüftet werden können. „Bis zu 24 Stunden liegen die Patienten auf dem Bauch. Unser oberstes Ziel ist, das Zusammenfallen der Lungen zu verhindern“, so die versierte Oberärztin. Außerdem müssen weitere drohende oder bereits vorhandene Organversagen im Blick behalten und die Therapie deswegen ständig kontrolliert werden“, so die Intensivmedizinerin. 

Für schwere Verläufe steht am Klinikum weiterhin eine eigene Intensivstation für Coronavirus-Fälle bereit. Außerdem gibt es zwei Stationen für positive Fälle, eine Stationen für Verdachtsfälle und eine IMC-Station. Von den rund 100 Betten für Corona-Patienten sind derzeit über 50 Betten frei. Eine Verdachtsstation ist mittlerweile wieder zum Normalbetrieb – also der Versorgung von Non-Covid-Patienten – zurückgekehrt. Falls doch wieder mehr Patienten ins Klinikum kommen, können jederzeit weitere Betten aktiviert werden. „Wir sind dafür bereit“, so Ostwald, „auch falls es zu einer zweiten Infektionswelle kommen sollte“. 

Dringende Arztbesuche nicht aufschieben 

Gleichzeitig sei es wichtig, dass die „normalen“ Patienten vor lauter Covid-19-Patienten nicht zu kurz kommen. „Momentan kommen wieder mehr Patienten zu uns, bei denen wir das Gefühl haben, dass sie eigentlich zu lange gewartet haben, bevor sie zum Arzt gegangen sind. Starke Herzbeschwerden, Unfälle mit Brüchen oder plötzlicher starker Schwindel sind Zustände, die unverzüglich behandelt werden müssen“, so Dr. Ostwald. Diese Patienten sollen weiterhin einen Arzt oder sogar den Notarzt rufen. Mit weniger lebensbedrohlichen, aber trotzdem nicht aufschiebbaren Anliegen sollen sich die 

Menschen weiter an einen Arzt wenden. „Auch in der derzeitigen Pandemie-Situation sollen die Bürger dringende Arztbesuche oder gar den Gang zur Notaufnahme nicht aufschieben.“ 

Gute Erfahrung im Klinikum bei Maskenpflicht 

Ab nächster Woche herrscht in Bayern eine Pflicht zum Tragen von einer Mund-Nasen-Bedeckung in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr. Im Klinikum gilt bereits seit über vier Wochen für alle Mitarbeiter und Patienten Mund-Nasen-Schutz-Pflicht. „Wir haben damit gute Erfahrung gemacht und unterstützen das Vorgehen des Freistaates“, so Dr. Ostwald. Durch eine Maske können infektiöse Tröpfchen, die man z.B. beim Sprechen, Husten oder Niesen ausstößt, abgefangen werden. So kann die weitere Ausbreitung verlangsamt werden und Risikogruppen werden geschützt. Die Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Maske richtig verwendet wird. „Die Mund-Nasen-Bedeckung muss eng anliegen, Mund und Nase bedecken und regelmäßig gewechselt werden“, erklärt Dr. Peter Kaiser, Leiter der Klinikhygiene am Klinikum Landshut. Man sollte die Maske außerdem nicht ständig zurechtzupfen, um nicht möglicherweise die Mund-Nasen-Bedeckung oder die Hände zu kontaminieren. Masken mit Ausatemventil schützen nur den Träger, transportieren aber die eigenen Viren ungeschützt in die Umgebung. Diese sollten keinesfalls verwendet werden. „Wer eine Maske trägt, darf außerdem alles andere nicht außer Acht lassen. Eine gute Händehygiene, Einhalten von Husten- und Niesregeln und mindestens 1,5 Meter Abstandhalten halten – das gehört nach wie vor zu den goldenen Regeln“, betont Dr. Kaiser. 

Privatdozentin Dr. Julia Langgartner, Intensivmedizinerin und Infektiologin am Klinikum Landshut, auf der Coronavirus-Intensivstation.

Fotos: Klinikum Landshut gGmbH