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Bundesregierung: Sofortprogramm gegen Feinstaub

Erstmals werden nun auch Laserdrucker und Kopierer als Verursacher genannt! Das Thema auf der Landshuter Umweltmesse 2014!

Mittwoch, 16. April 2014

FEINSTAUB

Sofortprogramm zum Klimaschutz

Trotz Umweltzonen und moderner Fahrzeug- und Filtertechnik ist noch zu viel Feinstaub in der Luft. Mit dem Sofortprogramm zum Klimaschutz will die Bundesregierung die Luftqualität in Deutschland weiter verbessern.

Geschwindigkeitsbegrenzung zur Reduzierung der Feinstaubbelastung entlang - Tempo 30-Schild

Geschwindigkeitsbegrenzung – ein konkreter Schritt zur Reduzierung von FeinstaubFoto: ddp images/dapd/Jens Schlueter

Zehntausende Urlauber sind auf dem Weg in die Osterferien. Feinstaub begleitet sie. Die Autobahnen sind voll, Flüge und Kreuzfahrtschiffe gut gebucht. Feinstaub ist selbst gemacht. Er entsteht beim Autofahren, beim Heizen, in Kohlekraftwerken, mit Dieselloks und Baumaschinen. Feinstaub entsteht durch Laserdrucker und Kopierer, aber auch in der Landwirtschaft – wenn Felder mit Gülle gedüngt werden.

Mit dem Sofortprogramm für Klimaschutz will Bundesumweltministerin Barbara Hendricks auch die Luftqualität verbessern. Dies werde jedoch nur gelingen, “wenn alle Akteure auf allen Ebenen sowie jeder Verbraucher und jede Verbraucherin dazu beitragen”, sagte sie in Berlin.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit unterstützt die bessere Vernetzung lokaler Verkehrsträger, Carsharing-Projekte und Maßnahmen, die das Entstehen von Staus verhindern. Bei der Novellierung der EU-Richtlinie zu mobilen Maschinen und Geräten, die neben Baumaschinen und Binnenschiffen auch Lokomotiven erfasst, wird sich die Bundesregierung für eine möglichst schnelle Verschärfung der Emissionsgrenzwerte einsetzen.

Öfen und Kamine drosseln

Auch in milden Wintern nimmt die Feinstaubbelastung nicht ab. Dann laufen in den Wohnungen nicht die abgasarmen Zentralheizungen, sondern “Einzelfeueranlagen”. Die zunehmende Verbrennung von Holz in Kaminöfen ist jedoch ein Problem. Rund 97 Prozent des Gesamtstaubs aus Kaminen und Öfen besteht aus gesundheitsgefährdenden Stoffen.

Die Gesamtmenge des Feinstaubs aus Kaminöfen und anderen Holzfeuerungsanlagen in Deutschland übersteigt mittlerweile diejenige aus den Auspuffrohren aller Diesel-PkwLkw und Motorräder. Eine flächendeckende Verbesserung der Wärmedämmung würde den Schadstoffausstoß begrenzen.

Feinstaub kennt keine Grenzen

Feinstaub verunreinigt die Luft aber nicht nur dort, wo er entsteht, sondern unter Umständen auch mehrere Hunderte Kilometer entfernt. Vulkanausbrüche und Saharastaub gehören zu seinen natürlichen Quellen. Hinzu kommen die Emissionen der Kohlekraftwerke. In diesem Jahr ist die Belastung in den östlichen Bundesländern sehr hoch, weil auch Feinstaub aus Polen und Tschechien nach Deutschland geweht wird.

Belastungen für die Gesundheit

Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass die Lebenserwartung in der EU wegen der Belastung mit Feinstaub durchschnittlich um ein Jahr verkürzt wird. Luftverschmutzung gilt als Ursache für 350.000 Todesfälle in der Europäischen Union (EU), davon allein 47.000 in Deutschland. Feinstaub erhöht das Herzinfarktrisiko, die Anzahl der Frühgeburten und die Wahrscheinlichkeit, an Arteriosklerose oder einer Thrombose zu erkranken.

Deshalb hat die EU-Kommission Ende letzten Jahres strengere Emissionswerte für Luftschadstoffe und ein neues Programm “Saubere Luft” vorgeschlagen. “Durch die Maßnahmen wird die Zahl der auf die Luftverschmutzung zurückzuführenden Todesfälle halbiert und die Lebensqualität für alle verbessert”, erklärte EU-Umweltkommissar Janez Potocnik.

Der Nutzen dieser Vorhaben für die Gesundheit der Menschen beträgt etwa 40 Milliarden Euro im Jahr. Zum Vergleich: Die direkten Kosten für die Gesellschaft, einschließlich Schäden an Ackerflächen und Gebäuden, belaufen sich auf etwa 23 Milliarden Euro pro Jahr.

Übrigens: auch Osterfeuer belasten die Luftqualität. Da sie jedoch auf wenige Tage im Jahr beschränkt sind und speziell in Norddeutschland zur Tradition gehören, werden sie weiterhin zugelassen.