Home Allgemein Bürgerbrief: Das Amalgam-Problem ist kein allergisches, sondern ein toxisches Problem!

Bürgerbrief: Das Amalgam-Problem ist kein allergisches, sondern ein toxisches Problem!

Leserbrief zum Artikel in der Süddeutschen Zeitung:

https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/zahnfuellungen-zahnmedizin-alllergien-1.4906366

„Zahnfüllungen lösen nur selten Allergien aus“ von Tanja Wolf:

Der am 13.Mai 2020 in der SZ erschienene Artikel ist in puncto Amalgam leider einseitig und unsachlich: Was nützt ein Allergietest zum Nachweis einer Amalgam-Unverträglichkeit, wenn gar keine Allergie, sondern ein toxisches Gesundheits-Problem vorliegt?

Quecksilber (als Hauptbestandteil von Amalgam) ist das giftigste nicht radioaktive Element. Die Wirkung auf den Organismus ist deshalb überwiegend toxischer Natur.

Amalgam wird beim Kauakt abgerieben, zersetzt sich im relativ aggressiven Mundmilieu an den Oberflächen und dampft täglich (auch bei alten Füllungen) Quecksilber ab. So gelangt Quecksilber über verschiedene Wege in den Organismus und kann verschiedenste pathologische Prozesse im Körper auslösen.

Verstärkt wird die Toxizität von Amalgam durch verschiedenste Umweltgifte im Sinn einer Potenzierung (z.B. durch Mercaptane aus wurzelbehandelten/nervtoten Zähnen, Blei aus der Umwelt, Insektizide aus der Nahrung etc.).

Bei Amalgam handelt es sich um ein Gemisch, das im Wesentlichen aus Quecksilber (50 %), Silber und Zinn besteht. Dieses Gemenge ist sehr instabil und löst sich während seiner gesamten Tragezeit im Mund und gibt so seine Bestandteile in Minidosen an den Organismus ab. Alle drei Komponenten werden nur zum Teil wieder ausgeschieden, der überwiegende Teil wird im Körper gespeichert. Deshalb spricht man bei Amalgam auch von einem „Kumulationsgift“, was bedeutet, dass sich Minidosen über Jahre zu einem Giftproblem anreichern können mit langfristig vielfachen und sehr unterschiedlichen, wissenschaftlich gut belegten Auswirkungen.

Eine aktuelle Studie belegt, dass die neueren Amalgamfüllungen bis zu 10x mehr Quecksilber im Mund abgeben als die älteren aus den 70er Jahren. Der Passus: „Amalgamlegierungen wurden schon vor etwa zehn Jahren so verbessert, dass die Bestandteile im Mund kaum noch korrodieren und somit kaum noch Quecksilber freigesetzt wird“ ist somit sachlich falsch. Neuere Studien belegen auch, dass Amalgamfüllungen ein bis zu 800x höheres toxisches Potential haben als Kunststofffüllungen.

Frau Wolf sollte in ihrem Artikel auch erklären, warum eine Amalgam-Füllung gesundheitlich unbedenklich sein soll, während eine Entfernung der gleichen Füllung toxikologisch brisant wird und der Werkstoff nicht in die Kanalisation geleitet werden darf, sondern als Sondermüll entsorgt werden muss.

Nicht von ungefähr ist Amalgam wegen seiner toxischen (giftigen) Wirkungen auf den Organismus bereits weltweit in vielen Ländern verboten und auch im europäischen Parlament ist ein Amalgam-Verbot zum vorsorglichen Gesundheitsschutz bereits in Arbeit.

Zumindest jeder chronisch Kranke, aber auch jeder Gesundheitsbewusste sollte deshalb Amalgam meiden. Amalgamträgern wird dringend empfohlen, dieses sachgemäß entfernen zu lassen. Eine anschließende Ausleitung aus den Körpergeweben ist dringend anzuraten.

Dr. Karlheinz Graf, 94315 Straubing

Präsident der Deutschen Gesellschaft für Umwelt- und Human-Toxikologie (www.dguht.de)