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Büchergeschenk für die Landsmannschaft Schlesien Landshut

In einer „70-Jahre-Gedenk-Aktion“, eingeleitet und vermittelt durch Stadtrat Rudi Schnur, mit seinem Ortsverbands-Stellvertreter Georg Stemberger vom CSU-OV-Landshut-Ost konnten Vertreter der Landsmannschaft Schlesien Nieder- und Oberschlesien Orts- und Kreisverband Landshut e.V., Vorstandsvorsitzender Hans J.Kupke sowie der Referent für Öffentlichkeitsarbeit der Landsmannschaft, Hans Joachim Lodermeier eine Reihe von Büchern über die Vertreibung aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten entgegennehmen. Spender war der Autor Dr. Mirtes aus Frontenhausen, der im Rahmen des Gedenkens an die Flucht aus ehemals deutschen Ostgebieten vor 70 Jahren, diesen Rückblick möglich machte.

Studiendirektor a.D. Dr. Hans Mirtes, geboren in Mies im Egerland, hat als Kind die Vertreibung bewusst miterlebt. Nach dem Schulbesuch in Herzogenaurach und Erlangen wurde er zunächst zum Industriekaufmann ausgebildet. Nach einigen Jahren der Berufstätigkeit in einem großen Industriebetrieb, studierte er an der Fachhochschule Nürnberg Betriebswirtschaft. Dem schlossen sich einige Jahre beruflicher Tätigkeit in mittlerer Position in der Industrie an. Ein Zweitstudium an der Universität in der Fächerkombination Wirtschaftswissenschaften und Geographie wurde mit dem 1. Staatsexamen für das Lehramt am Gymnasium abgeschlossen. Neben seiner Lehrtätigkeit an Wirtschaftsschule und Gymnasium Seligenthal in Landshut schrieb er seine Doktorarbeit und promovierte mit der Gesamtnote magna cum laude mit den Thema „Das Fersental und die Fersentaler. Zur Geographie und Geschichte und Volkskunde einer deutschen Sprachinsel in Trentino/Norditalien”.

Dr. Mirtes ist ebenso Herausgeber und Verfasser zahlreicher heimatgeschichtlicher Publikationen. In seinem Buch: Flucht, Vertreibung, Ansiedlung, Integration, erzählen Vertriebene ihre Schicksale. Zwölf Zeitzeugen berichten, wie sie nach schlimmsten Erlebnissen nach Ende des II. Weltkrieges ihr Leben gemeistert haben, bzw. ihre Angehörigen es hingeben mussten. Sie berichten aus den folgenden historischen Vertreibungsgebieten wie Memelland, Ostpreußen, Westpreußen, Danzig, Pommern, Schlesien, Sudeten- und Karpatenland und Russland.

Die Landsmannschaft Schlesien verbringt die Bücher in ihre jetzige Unterkunft in  der ehemalien  Martinsschule und hofft mit den dort ebenfalls vertretenen Landsmannschaften, diese Bücher einmal im geplanten zentralen „Haus der Heimat“ irgendwo in Landshut unterzubringen und sie für die Öffentlichkeit zugängig zu machen.

Hans J. Kupke, Vorsitzender der Landsmannschaft Schlesien NS/OS Landshut,  bedankte sich bei Dr.  Mirtens für die großzugüge Spende und versicherte, dass daran auch die anderen Landsmannschaft teilhaben werden. Das Thema Flucht und Vertreibung ist  gerade 70 Jahre nach Kriegsende von Bedeutung. Wie Kupke ausführte, darf das damit in Verbindung stehende Leid und Elend von 15 Millionen Ostdeutscher  schon aus Gründen den Zukunftssicherung nicht in Vergessenheit geraten, ohne dass dabei neuer Hass oder neues Unrecht entstehen sollen. Georg Stemberger, der auch stellv. Vorsitzender der Jungen Union in Landshut ist, zeigte sich an den Informationen und Darstellungen der Augenzeugen interessiert und sicherte zu, dieses historische Ereignis in der Jungen Union zu diskutieren.