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Block 2 des Kernkraftwerks Isar geht für Revision vom Netz

08. Juli 2020
Der Block 2 des Kernkraftwerks Isar (KKI 2) wird am 11. Juli 2020 zur jährlichen Revision vom elektrischen Versorgungsnetz getrennt. Im Rahmen der Revision werden 56 neue Brennelemente in den Reaktordruckbehälter eingesetzt und umfangreiche Prüfungen und Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt. Ein umfassendes Covid-19-Vorsorgekonzept gewährleistet den Schutz des während der Revision tätigen Eigenpersonals und der eingesetzten Servicekräfte sowie der Bevölkerung vor Ort.

Bewährtes Covid-19-Vorsorgekonzept kommt zur Anwendung

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie wird die Kraftwerksrevision unter Anwendung eines bereits in mehreren Kernkraftwerken bewährten Covid-19-Vorsorgekonzepts durchgeführt. Dieses umfasst neben den am Standort frühzeitig ergriffenen Schritten ergänzende Maßnahmen, die einen wirksamen und zuverlässigen Schutz aller am Standort tätigen Personen sicherstellt.

Dazu Standortleiter Carsten Müller: „Wir haben bereits vor Monaten begonnen, umfangreiche Pandemie-Vorsorgemaßnahmen zum Schutz unserer Mitarbeiter und unserer Dienstleister umzusetzen. Gerade im Kontrollbereich sind wir darauf spezialisiert, unter besonders strengen hygienischen Bedingungen zu arbeiten. Unsere Mitarbeiter und Dienstleister sind mit diesen Maßgaben bestens vertraut. Mit unseren ergänzenden Covid-19-Vorsorgemaßnahmen während der Revision wird eine zusätzliche Sicherheit geschaffen.“

Eine zu diesem Zweck eingerichtete KKI-Arbeitsgruppe hat die Revisionsarbeiten neu bewertet und Arbeitsabläufe optimiert, damit Hygiene- und Abstandsregelungen eingehalten werden können. Beim Zutritt zur Anlage erfolgt bei jeder Person eine Körpertemperaturmessung, um mögliche Infektionseinträge zu erschweren. Jeder Mitarbeiter ist angehalten, zusätzlich ein Kontakttagebuch zu führen, um mögliche Infektionscluster schnellstens identifizieren zu können. Zusätzliche Verpflegungs- und Sanitäreinrichtungen direkt auf dem Anlagengelände dienen dem reibungslosen Ablauf und der Versorgung der externen Fachkräfte. Die Maßnahmen werden im Einvernehmen mit dem Gesundheitsamt Landshut und dem Landkreis Landshut umgesetzt.

 

Revisionsprogramm umfasst rund 4.000 Arbeitsaufträge

 

Während der Revision werden 56 der insgesamt 193 Brennelemente durch neue ersetzt. Neben anderen turnusmäßigen Prüfungen und Instandhaltungsmaßnahmen werden über tausend Heizrohre an zwei von vier Dampferzeugern geprüft, eine umfangreiche zerstörungsfreie Prüfung der Schweißnähte am Reaktordruckbehälter durchgeführt, zahlreiche Ventile inspiziert und eine Prüfung des Generatorständers mit Hilfe eines Videoendoskops vorgenommen. Auch die Brennelemente werden mittels einer Inspektionseinrichtung überprüft. Die zuständige atomrechtliche Aufsichtsbehörde und die von ihr hinzugezogenen Sachverständigen überwachen eine Vielzahl dieser Arbeiten.

 

Isar 2 zu 100 Prozent verfügbar

 

Seit dem Brennelementwechsel im Juli 2019 war das Kernkraftwerk Isar 2 mit einer Zeitverfügbarkeit von 100 Prozent am Netz und erzeugte rund 11,8 Milliarden Kilowattstunden Strom. Dies entspricht einem Anteil von rund 12 Prozent an der gesamten Stromerzeugung in Bayern und damit einem großen Teil der Grundversorgung. Durch die konstante Stromeinspeisung rund um die Uhr bei gleichzeitiger Bereitstellung von Regelenergie trägt das Kernkraftwerk Isar 2 darüber hinaus maßgeblich zu einer stabilen Stromversorgung in Bayern bei.

Allein im Jahr 2019 entsprach die Leistungsdrosselung (Bereitstellung von Regelleistung) 11,4 Volllasttagen nicht produzierten Stroms, um das Stromnetz sowohl bei Unter- als auch Überspeisung z. B. durch erneuerbare Energien entlasten zu können.

Grafik: Preussen Elektra

VK-Zy/Sv

 
Das Kernkraftwerk Isar 2 hat eine elektrische Leistung von 1.485 MW brutto. Das KKI 2 ist seit 1988 in Betrieb und war seit dieser Zeit zehn Mal Weltmeister in der jährlichen Stromerzeugung. Entsprechend der 13. Novelle des Atomgesetzes geht das Kernkraftwerk Isar 2 spätestens zum 31. Dezember 2022 vom Netz. Das Kernkraftwerk Isar 1 befindet sich seit April 2017 im Rückbau. Am Standort sind rund 500 eigene Mitarbeiter beschäftigt.