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BIOSTÄDTE TAGEN IN LANDSHUT – Zweitägige Tagung im Rathaus der Stadt

Bildtext: Die Vertreter der deutschen Bio-Städte gemeinsam mit Bürgermeister Dr. Thomas Keyßner (links) und Richard Geiger, Ansprechpartner für das Netzwerk Bio-Stadt vor Ort (Reihe oben, Zweiter von rechts).

 

Bio-Städte tagen in Landshut

Vertreter der deutschen Bio-Städte haben jüngst im Rathaus der Stadt Landshut ihre zweitägige Tagung abgehalten. Empfangen wurden sie von Bürgermeister Dr. Thomas Keyßner in Vertretung von Oberbürgermeister Alexander Putz und von Richard Geiger vom Fachbereich Umweltschutz der Stadt, der für das hiesige Bio-Stadt-Netzwerk als Ansprechpartner verantwortlich zeichnet. Denn auch die Stadt Landshut ist seit Juni 2017 Mitglied im Netzwerk der Bio-Städte. Die Mitgliedsstädte wollen gemeinsam den Ökolandbau, die Weiterverarbeitung und die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln mit kurzen Transportwegen und damit auch die regionale Wertschöpfung fördern. Daher haben sich alle Bio-Städte zum Ziel gesetzt, verstärkt Bio-Lebensmittel in öffentlichen Einrichtungen, auf Veranstaltungen und Märkten sowie insbesondere bei der Essensversorgung von Kindern und Jugendlichen einzusetzen. Als neues Mitglied im Netzwerk konnte die Bundeshauptstadt Berlin begrüßt werden. Dr. Werner Ebert, Leiter des Netzwerkes, informierte, dass mit Berlin nun 19 Städte Mitglieder im Netzwerk sind und damit 13,25 Prozent der Einwohner Deutschlands in einer Bio-Stadt leben. Dies verdeutliche, welches Gewicht das Netzwerk mittlerweile habe. Daher ist das Netzwerk auch wichtiger Partner für alle Programme auf Bundes- und Länderebene, die eine Erhöhung des Bio-Anteils zum Ziel haben. So auch das Programm „BioRegio Bayern 2020″ des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums. Das Programm wurde 2012 aufgelegt und sieht eine Verdoppelung der Erzeugung von Bio-Produkten bis zum Jahr 2020 vor. Die Bio-Städte sind daher wichtiger Partner, weil sie durch die kommunale Beschaffung eine gewichtige Nachfrage an Bioprodukten erzeugen. So berichtete Dr. Peter Pluschke, der Sprecher der Biostädte, dass das Netzwerk erfolgreich Förderprogramme nutzen könne und ein sehr guter Kontakt zu Förderstellen auf Bundes- und Länderebene bestehe. In der weiteren Tagung ging es auch darum, solche Förderprogramme sinnvoll für das Netzwerk zu nutzen. Konkret wird derzeit eine Öffentlichkeitskampagne aller Bio-Städte geplant. Das Material soll bundesweit in jeder Mitgliedsstadt eingesetzt werden können, um vor Ort die Öffentlichkeitsarbeit effizienter gestalten zu können.

In der Tagung wurde auch deutlich, wie wichtig ein Erfahrungsaustausch hinsichtlich europaweiter Ausschreibungen ist. In dem sehr stark reglementierten Vergaberecht braucht es viel Erfahrung, um in einer europaweiten Ausschreibung trotzdem frische Bio-Qualität mit kurzen Transportwegen zu erhalten. Mit großem Interesse wurden auch die Erfahrungen von unterschiedlichen Ansätzen ausgetauscht, Schulungs- und Coaching-Einrichtungen zu etablieren, in denen die Leitungen von Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen hinsichtlich dem Einsatz von Bio-Produkten geschult werden können. In allen Bio-Städten wurde hier ein großer Schulungsbedarf identifiziert. Um die Umstellung auf Bio-Produkte ohne nennenswerte Kostenmehrung gestalten zu können, müssen die Lebensmittelbeschaffung und teilweise auch Betriebsabläufe komplett neu organisiert werden. Neben der sehr dichten Tagesordnung besichtigten die Teilnehmer noch die Meyermühle. Als Biomühle ist sie ein wichtiger Abnehmer von Biogetreide in der Region. Über 600 Landwirte können ihr Biogetreide über die Meyermühle vermarkten. Die Kunst des Müllers liegt darin, aus den unterschiedlichen Getreidequalitäten ein Mehl zu erzeugen, das sowohl den handwerklichen Bio-Bäckern als auch großen Biobäckereien gerecht wird.

 

Foto: Stadt Landshut

 

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