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Bewohnerparkplätze weg? Und dann?

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Die Überschrift “Weg mit den Anwohnerparkplätzen ” konnte schon erschrecken, vor allem die betroffenen Anwohnerparkausweisbesitzer. Weiter ging es aber mit Entwarnung: Stattdessen sollten die mobilen Innenstadtbewohner mit besonderen Ausweisen “kostenlos” und “ohne zeitliche Begrenzung” in der Innenstadt parken dürfen.

Tolle Idee. Eigentlich. Denn dann führten ein paar Telefongespräche zum eigentlichen Hintergrund. Die Idee, von der grünen Stadtratsfraktion an die Medien gegeben, stammt aus Reihen der Geschäftsleute in der Neustadt. Sie hat eine wesentliche Einschränkung. Denn deren Vorschlag sieht vor, dass die Anwohner ihre PKWs in der Neustadt lediglich von 18 bis 9 Uhr abstellen dürften. Denn dann kämen ja die Kunden.

Nur was soll das bringen? Schon jetzt kann Jeder kostenlos in der Neustadt in der Nacht parken. Ab 18 bis 8 Uhr. Also “gewinnt” der Innenstadtbewohner eine ganze Stunde, bevor er sein Fahrzeug entfernen darf/muss. Aber nicht Jeder braucht sein Auto jeden Tag. Mancher geht zu Fuß zur Arbeit, oder fährt mit dem Radl. Mancher arbeitet zu Hause. Es gibt auch Hausfrauen. Die Beispiele ließen sich weiter führen. Es kann also nur zu einer Lösung kommen: Fallen die Anwohnerparkzonen in Landshut – von beispielsweise der Kirchgasse, Länd, Litschengasse über Orbanqai, Karlstraße und Schirmgasse bis hin zur Hans-Wertinger-Straße, Grasgasse und Klöpflgraben weg, brauchen die bisherigen Nutzer einen adäquaten Ersatz. Der kann nur in kostenlosem Parken überall in der Innenstadt bestehen.

Die bisherigen 20 ausgewiesenen Bewohnerparkzonen werden von 250 Fahrern/Parkern genutzt. Anwohnerparkausweise gibt es aber, wie aus dem Rathaus zu hören ist, 605. Es ist also eh schon schwierig genug, einen Parkplatz in Wohnungsnähe zu ergattern.

So ein Ausweis kostet jedes Jahr Geld, garantiert kein Recht auf einen Stellplatz (Verhältnis vorhandene Stellplätze – ausgestellte Ausweise, ständige “Fremdparker”) und schützt gerade nicht vor Parkplatzsuche, vor allem, wenn man abends nach Hause kommt. Gerade auch, wenn Ereignisse wie Christkindlmarkt, Dult oder Haferlmarkt anstehen, wird es schwierig. Schließlich möchte ja jeder Besucher so nah wie möglich ans Geschehen fahren. Zudem herrscht derzeit ein besonderes Durcheinander. Bedingt durch die ständigen Bauarbeiten, werden Ersatzstellplätze ausgewiesen, die dann mittels mobiler Schilder gekennzeichnet werden. Hier fühlen sich aber die “verdrängten” Gewohnheitsparker wohl im Recht und verschieben auch schon mal ein Verkehrszeichen, um noch einen Parkplatz fürs eigene Gefährt zu “kreieren.

Ein Anwohnerparkausweisinhaber