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Die Restlaufzeiten für Laserdrucker sind angebrochen!

Milliarden Partikel pro Seite, tausende Erkrankungen und weltweite Studien, die die Risiken bestätigen. Während das BMU immer noch leugnet, werden bei norddeutschen Behörden Laserdrucker zu Tausenden stillgelegt.

Am 19.08.2013 berichtet das ZDF-Verbrauchermagazin Wiso über „Gesundheitsgefahren durch Laserdrucker“. Millionen Bürger sind fast täglich und über viele Jahre den ungefilterten Emissionen von Kopier- Laserfaxgeräten und Laserdruckern ausgesetzt, schutzlos und ahnungslos. Amtliche Messungen ergaben durchschnittliche Emissionen von über 2 Milliarden winzigster Partikel pro Seite, darunter auch metallische Nanopartikel aus den Tonern.

  • Emissionen aus Laserdruckern wirken schon nach Minuten schädigend auf menschliche Zellen und Menschen. Allergische Reaktionen, Entzündungen, zellschädigender oxidativer Stress und sogar gentoxische Wirkungen auf Lungenzellen wurden festgestellt. Dies kann zu Krebs führen! Forscher der Harvard- Medical School stellten sogar bei gesunden Testpersonen Entzündungen der Atemwege und oxidativen Stress fest und bestätigten dies im Juli 2013 durch Tierversuche.
  • Die winzigen Partikel wurden schon in Lungenzellen und sogar im Bauchfell von Patienten nachgewiesen.
  • Über 3.000 Erkrankungsfälle, darunter Ärzte, Wissenschaftler, Juristen und fast 200 Polizisten sind schon registriert. 81 % der Betroffenen sind chronisch erkrankt, 39 % schwer bis sehr schwer und 25 % sind von Berufsunfähigkeit betroffen! Zweidrittel beklagen schlechte bis unzumutbare Büroluft.86 % berichten über verschmutzte Geräte und sehen sich stark und dauerhaft belastet.
  • Nach deutschen Gerichten hat jetzt auch das Schweizer Bundesgericht eine Erkrankung durch Laserdrucker anerkannt.Das Bundesumweltministerium bestreitet weiterhin Belastungen, und hat die Begrenzung der Emissionen durch den neuen Blauen Engel auf 2014 verschoben. Die mögliche und vor fast 10 Jahren zugesagte Aufklärung wird weiter unterlassen.

    Die Industrie hat offenbar begriffen, dass Sie ein Problem hat und setzt immer mehr auf Gel- und Tintendrucker, auch im Businessbereich, leistungsstark, emissionsarm, stromsparend und sogar günstiger als Laser. Epson wirbt schon „Bye, bye Laser“.

    Ausgelöst durch Krebserkrankungen und hohe Emissionen bei Samsung-Laserdruckern mit Blauem Engel hat die Niedersächsische Justiz beschlossen, über 4.000 Geräte stillzulegen. Immer mehr Behörden und Firmen folgen dem Beispiel. Hamburgs Polizei hat schon fast alle Laserdrucker durch Tinten- und Geldrucker ersetzt.

    Achim Stelting, Vorsitzender der Stiftung nano-Control: „Der Exodus von Laserdruckern vor allem bei norddeutschen Behörden zeigt, die Restlaufzeiten für Laserdrucker haben begonnen. Wir fordern die Druckerhersteller auf, Geräte mit hohen Emissionen freiwillig vom Markt zu nehmen. Die andauernden Schädigungen von Menschen sind strafbar und unverzüglich durch die staatlichen Organe zu unterbinden.

Pressemeldung pressefrei ab 19.08.2013

nano-Control, Internationale Stiftung

Für gesunde Raumluft, denn Atmen heißt Leben!

Kontakt: Achim Stelting Mobil: 0172 44 44 479 E-Mail:pr@nano-control.de www.nano-control.de www.sicher-drucken.de

V. i. S. d. P: Der Vorstand

 

16.8.13  http://www.fr-online.de/politik/zwischenfall-in-akw-gundremmingen-radioaktive-tropfen,1472596,24032822.html

Politik – 16 | 8 | 2013

Zwischenfall in AKW Gundremmingen

Radioaktive Tropfen

Das Kernkraftwerk Gundremmingen (Archivfoto von 2001).  Foto: dpa

Von Joachim Wille

Weil radioaktiv belastete Wassertropfen austraten, wurde Block B des AKW Gundremmingen vom Netz genommen. Der Zwischenfall stützt die Forderung der AKW-Gegner nach Stilllegung.

In Gundremmingen an der Donau steht Deutschlands leistungsstärkstes Atomkraftwerk. Zwei Reaktorblöcke mit jeweils 1344 Megawatt arbeiten an dem Standort im bayerischen Landkreis Günzburg. Erneut hat es hier einen Zwischenfall gegeben, der für die AKW-Gegner in der Region ein Beleg dafür ist, dass die „veralteten“ Siedewasser-Reaktoren schnellstens stillgelegt werden müssten. Die Stromkonzerne RWE und Eon, denen das AKW gehört, hoffen dagegen sogar auf eine Leistungssteigerung in den beiden Reaktoren.

Derzeit läuft nur Block C, Block B wurde am Mittwoch vom Netz genommen – wegen einer „Tropfleckage“, die bei einer Routinekontrolle festgestellt worden sei, so die Kraftwerksleitung. Pro Minute traten einige Tropfen radioaktiv belastetes Wasser aus einer undichten Einführungsöffnung für eine „Messlanze“ am Reaktordruckbehälter aus. Diese Sonden sind durch die Wand des Behälters gesteckt, um den Neutronenfluss im Reaktor zu erfassen.

Undichtigkeit an Sonden

Um den Defekt zu beheben, muss der Druck in dem 22 Meter hohen, mit 784 Brennelementen und Wasser gefüllten Reaktorbehälter abgebaut werden. Ob der Defekt der bayerischen Atomaufsicht gemeldet werden muss, stand am Freitag noch nicht fest, wie ein RWE-Sprecher auf FR-Anfrage sagte.

Im baugleichen Block C, der nach einer Revision erst in der vorigen Woche wieder ans Netz ging, war im Dezember letzten Jahres ein ähnlicher Defekt festgestellt worden. Auch damals befand sich das Leck an einer Messlanze. Der Reaktor wurde abgeschaltet, das defekte Bauteil ausgetauscht. Nach dem internationalen Meldesystem wurde das Ereignis als Störung der „Stufe 0“ eingestuft: „keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung.“ Auch bei dem jetzigen Ereignis betont die Kraftwerksleitung, es bestehe keine Gefahr für Menschen und Umwelt.

Die AKW-Gegner halten das Vorkommnis trotzdem für bedenklich. Sie weisen darauf hin, dass in dem von der Leckage betroffenen Hauptkreislauf des Reaktors, in dem radioaktives Wasser und radioaktiver Dampf kreisen, ein Druck von 70 Bar und eine Temperatur von fast 300 Grad herrschen. „Die Dichtungen dieser Behälterdurchdringungen werden durch den Druck, die Hitze und die Neutronenstrahlung abgenutzt. Reaktordruckbehälter und Hauptkreislauf müssen jedoch unbedingt dicht bleiben“, argumentiert das „Forum – Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik“.
RWE will ausbauen

Entstünde aus der Undichtigkeit ein großes Leck, drohe ein Kühlmittelverlust, warnt die Bürgerinitiative. „Die Spaltelemente würden nicht mehr gekühlt und katastrophal überhitzt.“ Folge könnte bei ausfallender Notkühlung eine Kernschmelze sein.

Offiziell noch bis 2021 in Betrieb

Siedewasserreaktoren haben – anders als die später gebauten Druckwasserreaktoren – nur einen Hauptkreislauf, weswegen das Wasser darin radioaktiv ist. In Gundremmingen stehen die letzten beiden Reaktoren dieses Typs, die anderen acht, die es in Deutschland gab, sind inzwischen abgeschaltet. Block B wird nach den Atomausstiegs-Plänen der Bundesregierung Ende 2017 vom Netz genommen, Block C 2021.

RWE hofft aber immer noch auf eine Genehmigung für eine 1999 beantragte Ausweitung der Atomstrom-Produktion. Den Entwurf hat das bayerische Umweltministerium bereits fertiggestellt, das Bundesumweltministerium hat aber noch nicht zugestimmt. Forum-Vorstand Raimund Kamm sagte der FR, er befürchte, dass dies nach der Bundestagswahl geschehen werde, falls Schwarz-Gelb bestätigt würde.

Die AKW-Gegner fordern den Bund und Bayern auf, „den Antrag nach 14 Jahren Bearbeitung endlich abzulehnen und die beiden Gundremminger Siedewasserreaktoren stillzulegen“. Sie verweisen darauf, dass RWE am selben Tag, als die Störung bekannt wurde, mitteilte, sie wolle wegen zu großer Kraftwerkskapazitäten Anlagen mit 4265 Megawatt stilllegen. Das zeige: „Gundremmingen ist für die Stromversorgung überflüssig.“

Die Pläne von RWE

Der Stromkonzern RWE möchte aus dem AKW Gundremmingen mehr Leistung herausholen, als zu Betriebsbeginn der Blöcke B und C im Jahr 1984 genehmigt wurde. Block A ist seit einem Störfall 1977 abgeschaltet.

Ein erster Antrag zur Leistungserhöhung wurde bereits 1999 gestellt und 2001 durch eine Neufassung ersetzt. Dadurch könnte die elektrische Leistung pro Block von 1244 auf maximal 1300 Megawatt steigen. Wegen zu schwacher konventioneller Teile, etwa der Turbine, würde RWE die Erhöhung vorläufig aber nur zum Teil ausschöpfen.

Eine Leistungserhöhung wird in Siedewasserreaktoren vor allem durch ein schnelleres Umwälzen von Dampf und Kühlwasser bewirkt.

AKW-Gegner warnen, dass dann Brennelemente mit höherer Anreicherung mit Uran 235 oder Plutonium 239 nötig seien. Diese seien in den letzten Jahren auffällig häufig undicht gewesen. (jw)


 

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Konservative Kommentare August 2013

von Peter Helmes

Liebe Leser,

an dieser Stelle veröffentliche ich regelmäßig einmal im Monat meist kritische und bissige Kommentare – aus konservativer Sicht versteht sich – zu Themen bzw. Vorgängen, die in den Medien selten oder gar nicht besprochen oder verzerrt dargestellt werden. Ich freue mich stets über Kritik und Anregungen, die Sie mir direkt (Peter.Helmes@t-online.de) zusenden können.

Robespierre, Danton und die Wurzeln der Grünen

Man kann es gar nicht oft genug wiederholen: Die Grünen wollen eine andere Gesellschaft, einen anderen Menschen. Das erreichen sie nur durch immer mehr Verbote. Jüngstes Beispiel ist deren Forderung nach (mindestens) 1 fleischlosen Tag in der Woche, also eine Art „Grünzeug-Tag“. (Nebenbei bemerkt: Sind wir in unserem Deutsch schon so verkommen, daß wir, vor allem die Medien, nicht mehr „Fleischlos-Tag“, sondern „Veggie Day“ sagen müssen?!)

Bei dieser grünen Anregung zeigt sich wieder einmal die alte Überzeugung der Gutmenschen: „Wir dürfen, ja wir müssen die Menschen zum Guten zwingen!“ Bei meinem Besuch einer Aufführung von Georg Büchners „Dantons Tod“ fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Es geht in diesem  großartigen Stück u. a. um die Forderung Dantons und seiner Anhänger nach einem Ende der Gewalt („terreur“) und einem toleranten (!) Staat. In diesem Staat dürfe der Bürger „vernünftig oder unvernünftig, gebildet oder ungebildet, gut oder böse sein“ – das ginge den Staat nichts an. Sein Gegenspieler während der Französischen Revolution war Robespierre, der – wie heute die Grünen, aber noch nicht so offen gesagt – einer Diktatur des Staates das Wort redete, weil nur dieser Staat in der Lage sei, die Menschen (richtig) zu erziehen.

Entweder sind die Grünen bei Robespierre in die Schule gegangen, oder sie haben noch nichts von Danton gehört. Danton kannte die Schwächen der Menschen (und war selbst mit menschlichen Schwächen gesegnet). Robespierre hingegen wollte mit aller Macht die „Ideale“ Rousseaus („retour à la nature“) verwirklichen. Ihm erschien die Gesellschaft „verkommen“. Sie muß also verbessert werden. Das alles fand in den Jahren um 1770-1794 statt. Die Grünen haben damit eine lange Vorgeschichte. Die angeblich „verkommene Gesellschaft“ Robespierres ist bei den grünen heute die „politisch nicht korrekte Gesellschaft“. Auch zur damaligen Zeit war das „Natürliche“ – wie uns auch heute die Grünen weismachen – ein ideologischer Kampfbegriff, der nicht zur Disposition stand bzw. steht.

Die „Diktatur der Vernunft“ der Grünen

Vermutlich haben die Grünen aber bei jenem Jean-Jacques Rousseau von der „volonté générale“ gehört (und gelernt), wonach alle Mitglieder einer Gesellschaft in freiwilliger Übereinkunft einen Gemeinwillen erzeugen. Dieser Gemeinwillen hat immer Recht! So wird eben auch die Grundhaltung der Grünen offenbar: Ihr Begriff vom Gemeinwohl ist absolut, nicht disponibel. Und wer diesen Gemeinwohl-Begriff nicht teilt, stellt sich außerhalb dieser Gemeinschaft. Die Grünen lassen grüßen. Auch sie versuchen – Robespierre tat es mit der Guillotine –, uns, den politisch nicht korrekten  Bürgern, ihre „Wahrheit“ und ihren Lebensstil („bio“) aufzuzwingen.

Ach ja, Robespierre verdanken wir noch eine andere (grüne) Erkenntnis: Ohne Tugend sei Terror verhängnisvoll, ohne Terror die Tugend aber machtlos. Dieser „Diktatur der Vernunft“ fielen bei der Französischen Revolution etwa 40.000 Menschen zum Opfer. Die Grünen arbeiten subtiler, keineswegs mit der Guillotine. Aber sie versuchen, uns durch Gebote und Verbote, durch Vorschriften und Strafen umzuerziehen und „die Welt zu retten“. Das aber ist ein elementarer Eingriff in die individuellen Freiheitsrechte der Bürger, die auch das Recht auf menschliche Schwächen oder Trägheit einschließt. Wehret den Anfängen!

Sehen Sie jetzt, liebe Freunde, warum ich seit Jahr und Tag vor den Grünen warne? Man muß die Anfänge kennen, um das Ende zu erkennen. Und so erwarten wir jetzt nach dem Grünzeug-Tag hingebungsvoll den Anti-Schokoladen-Tag, das Alkohol-Verbot, das Rauchverbot auch zuhause – das Glühbirnenverbot haben wir schon – und weitere grüne Segnungen/Bevormundungen, bis wir endlich das „Grüne Paradies“ erreicht haben werden.

 

SPD: Größeres Wählerpotential – trotz Steinbrück, aber mit Medienhilfe

Über den Wahlk(r)ampf der SPD in diesem Jahr wurde schon viel gelästert und die Partei mit reichlich Häme überschüttet. Aber Fakt ist: Selbst wenn alle politischen Gegner der SPD in einer Art Stillhalte-Abkommen die Sozialdemokraten nicht angriffen, blieben die Aussichten gering, daß sie mit diesem Kandidaten gewinnen könnte. Es ist wie bei einem miserablen Drehbuch: Auch die besten Darsteller und Schauspieler können das Manko nicht wettmachen, das ihnen eine überforderte Regie unterjubelt. Das Versagen der Parteiführung wird nur noch übertroffen von der Tollpatschigkeit ihres Spitzenkandidaten (von „Kanzler-Kandidat“ spricht schon niemand mehr).

In ihrer Verzweiflung beginnen die Genossen, wild um sich zu schlagen – ein untrügliches Zeichen ihrer zunehmenden Nervosität. Nun trifft es die „Ostdeutschen“, die nichts von „Europa“ verstünden – meint Steinbrück. Prompt greift er die prominenteste „Ostdeutsche“ dieser Zeit an, die in Hamburg geborene Angela Merkel. Mit seiner pauschalen Verdächtigung der „Ostdeutschen“ übergeht der Kandidat flott und flink regionale Unterschiede und persönliche Lebenswege. Alle sind „Ostdeutsche“, und weil hinter einer Mauer aufgewachsen, konnten sie kein Europa-Gefühl entwickeln. Das ist also ein Steinbrück´scher Blick zurück in die Steinzeit der Wiedervereinigung.

Man kann ja der Kanzlerin (zu Recht) alles Mögliche vorwerfen, ihr aber fehlende  Leidenschaft bei Reden zu „Europa“ abzusprechen, verlangt schon ein gehöriges Maß an Ignoranz. Jeder weiß, daß „Leidenschaft“ zu Angela Merkel paßt wie Minirock und Tiroler Hut. Die einen werfen ihr vor, sie kämpfe zu viel für deutsche Interessen, den andern ist´s zu wenig. Es bleibt aber: Sie kämpft wenigstens (wenn auch, nach meiner Meinung, auf dem falschen Weg).

Steinbrück tut das Falscheste, was jemand – auch aus Verzweiflung – tun kann: Er greift Merkel an einer Stelle an, für die sie (und jeder andere Mensch) nichts kann: an der eigenen Herkunft. Das ist schlicht dumm – und hilflos. Daß „die Ostdeutschen“ vor der Wende keine (EU-) Europäer waren, ist sicher nicht schuld der „Ostdeutschen“. Dieses Thema taugt jedoch nichts für Wahlkampfgetöse. Das ist der Versuch populistischer Stimmungsmache auf dem Buckel der „Ostdeutschen“. Paßt schon! Das Thema „Neue Bundesländer“ nimmt im Wahlkampfprogramm der SPD grad ´mal 1 Seite ein.

SPD hat größeres Wachstumspotential

Es ist nicht nur interessant, welche Prozentzahlen die verschiedenen Meinungsforschungs-Institute vor der Bundestagswahl regelmäßig absondern. Genauso interessant ist die Frage, ob und wie die Parteien ihr Wähler-Potential ausschöpfen (können).

Die SPD hat vor der Bundestagswahl nach einer Analyse das größte Wachstumspotential. Wie das Institut INSA für das Magazin “Focus” ermittelte, könnten die Sozialdemokraten am 22. September 23 Prozent der Stimmen erhalten – wenn sie ihr Potential maximal ausschöpfen. Für die Grünen wären 21 Prozent möglich. CDU/CSU könnten maximal auf 41 Prozent kommen. Das Potential der FDP liegt bei neun Prozent. Für die Linke sind maximal zehn Prozent drin. Die AfD liegt immer noch bei rd. 3 Prozent.

Die SPD will ihr Wählerpotential unter anderem durch bis zu fünf Millionen Hausbesuche ausschöpfen. Dabei könnte sie jedoch auf verschlossene Türen stoßen; denn zwei Drittel der Deutschen wollen einer Umfrage zufolge vor der Bundestagswahl nicht von Werbeleuten der Parteien besucht werden. In einer Emnid-Umfrage für “Focus” mit 1004 repräsentativ ausgewählten Personen gaben 66 Prozent an, ihre Tür nicht zu öffnen, wenn Wahlwerber klingeln. Am größten ist die Ablehnung unter Anhängern der Union mit 69 Prozent. Aber auch 63 Prozent der SPD-Anhänger sehen das so.

Umfrage: Rot-Rot-Grün knapp vorn

In der aktuellen Sonntagsfrage dümpelt die SPD um die 25 Prozent. Die Grünen, Wunsch-Koalitionspartner der Sozialdemokraten, bleiben bei 13 Prozent. Die Linkspartei liegt weiterhin bei acht Prozent. Weil die FDP einen Punkt verliert und nur noch auf fünf Prozent kommt, liegt die rot-rot-grüne Opposition mit insgesamt 46 Prozent wieder knapp vor Schwarz-Gelb (45).

Angesichts der rechnerischen Chancen für Rot-Rot-Grün versucht die SPD-Spitze, jede Debatte über ein Bündnis mit der Linkspartei zu unterbinden. “Die Linke ist außen-, europa- und bündnispolitisch nicht verlässlich. Ihre Wirtschafts- und Finanzpolitik folgt dem Motto ‘Wünsch Dir was'”, sagte Peer Steinbrück der “Welt am Sonntag”. Er wies Äußerungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über die Möglichkeit einer Regierung von SPD, Grünen und Linken zurück. “Frau Merkel versucht, Gespenster vorzuführen.”

Auch der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel erteilte einem Bündnis mit der Linkspartei nach der Bundestagswahl eine Absage. “Rot-Rot-Grün ist nur eine rechnerische und keine politische Mehrheit”, sagte er dem “Tagesspiegel am Sonntag”. Er halte nichts davon, “die Stabilität Deutschlands aufs Spiel zu setzen, nur um mit einer absolut unkalkulierbaren Partei ins Kanzleramt zu kommen. Wer jedes Risiko eingeht, um ins Kanzleramt zu kommen, wird nicht lange dort bleiben.” Die Linke sei im übrigen “nicht eine Partei, sondern zwei, bestehend aus pragmatischen Linken im Osten und sämtlichen Sektierern und SPD-Hassern im Westen”, so Gabriel. Fazit: Es ist alles noch offen!

Typische Medienmanipulation

Ein neues Beispiel typischer Medienmanipulation – oder: Alles ist relativ. Nach der ZDF-Sendung „Macht Mensch Merkel“ (13.8.) meldete der Medien-Informationsdienst „Kress-Report“ unter der Überschrift: „Peinliche Quotenschlappe für Kanzlerin Merkel“, „nur“ etwa 2,78 Mio. Zuschauer hätten sich das Portrait Merkels angesehen. So weit, so gut – oder schlecht. Was der Report aber nicht meldete: Eine Woche zuvor gab es, ebenfalls im ZDF, ein Portrait über den Kanzlerkandidaten der SPD, Peer Steinbrück. Dessen Zuschauerzahl lag bei 1,84 Millionen – eine Million weniger als bei Merkel. So ist eben alles relativ. Und der Kress-Report relativ überflüssig.

 

65 Jahre „BRD“

Sie lesen richtig: “BRD“ in An- und Ausführungsstrichen. Es ist unglaublich: In der Welt am Sonntag erscheint eine Groß-Anzeige mit Werbung für die Buch-Neuerscheinung „65 Jahre BRD – eine Zeitreise in Bildern“ in der Reihe „Welt Edition“. Warum haben wir stets „DDR“ in An- und Ausführungsstrichen geschrieben?

„DDR“ war der verzweifelte Versuch der SED-Machthaber, alles Deutsche, wo immer es ging, zu streichen und damit eine gleiche Augenhöhe DDR – BRD vorzugaukeln. Sofort wurde das Unwort BRD von unseren Linken übernommen – bis in die Reihen der CDU (nicht alle!). Wir Konservativen haben immer, auch jetzt noch, gegen dieses Kürzel gekämpft, um die deutsche Identität in Gesamt-Deutschland zu wahren.

Zu Lebzeiten Axel Caesar Springers erschien das Wort DDR stets in An- und Abführungszeichen. Er würde sich heute im Grabe rumdrehen, sähe er nun das Werk seiner Erben. Ich sehe keinen Grund, 19.95 Euro für ein solches Machwerk auszugeben.

 

4 Mrd. € für Tiere, 5 Mrd. für Kinder – kein Zufall

Die Tochter (17 J.) aus begütertem Haus fliegt mit ihrer Mutter nach Mailand (!), um dem Kind ein „passendes“ Kleid für den Abschlußball des Tanzkurses zu erstehen. Der 15-jährige Sohn erhält 500 Euro „Taschengeld“ im Monat – und „bei Bedarf“ auch etwas mehr. „Bedarf“ – das ist z. B. das neueste Handy, die Eintrittskarte für ein das Konzert eines „angesagten“ Popsängers usw. Der Familienhund, ein (lieber) Pudel, trägt ein Halsband mit Svarowski-Steinen besetzt und eine passende Leine dazu. Im Winter kommen ein kleines „Mäntelchen“ aus edlem Tuch und ein paar Stiefelchen aus Handschuhleder dazu.

Eine Schulkameradin der erwähnten Tochter– einfacher Leute Kind – kann das Geld für den Abschlussball nicht aufbringen. Die Mitschülerinnen beschließen kurzer Hand, von ihrem „Taschengeld“ zusammenzulegen, damit die „Arme“ am Ball teilnehmen kann. Alle schienen glücklich zu sein. Aber es kam anders:

Beim Festball, an dem auch üblicherweise „stolze“ Eltern teilnehmen, fehlte die „Arme“, samt Eltern. Am nächsten Tag fragten die Freundinnen, warum sie nicht gekommen sei. Ihre Antwort: Sie und ihre Mutter hätten sich geschämt, daß sie auf die „Stütze“ der anderen angewiesen waren. Sie dankte nochmals allen Freundinnen und wollte das gesammelte Geld zurückgeben.

Liebe Leser, das sind keine Einzelfälle. Wir geben jährlich 4 Milliarden für Tierfutter aus. Unsere Kinder (zwischen 6 und 13 Jahren) haben zusammengerechnet allein auf dem Sparbuch ein Vermögen von 5 Milliarden Euro und in der Tasche nochmals „etwas Kleingeld“ von durchschnittlich 30 Euro im Monat. Und ab und an geben Oma oder Opa noch ´was hinzu. Statistisch erhält bereits mehr als Hälfte der  4-5 Jährigen (!) mehr als 10 Euro im Monat.

Das ist, mit Verlaub, alles nicht mehr normal. Weder Kinder noch (erst recht) Haustiere sind Luxusgeschöpfe. Wir machen sie aber dazu. Das ist gedankenlos und dekadent.

(Kleiner Nachtrag: Ich bin Vater und Großvater sowie Halter von Hund´ und Katz´, aber niemand bei uns trägt Swarovski.)

Liebe Freunde, das mag für heute genügen. Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit, einen sonnigen Sommerausklang und uns allen eine bessere Politik.

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr

Peter Helmes

Und, wie immer, ein kleines P. S.:

Da hatten wir also einen „Supersommer“, ein Sommer „wie er früher einmal war“. Aber leider, leider fehlte mir da was. Vor noch nicht allzu langer Zeit – es war im Jahre 1994 – war der Sommer auch heiß, aber die kleinen, grünen und guten Menschlein spielten verrückt. Kaum eine Brücke, an der nicht die Transparente hingen: „Achtung, Ozonalarm“. Wir wurden – zumindest moralisch – aufgefordert, höchstens so um die 80 km/h zu fahren. Es kam das „Ozongesetz“, das aber schon wenige Jahre später ausgesetzt wurde. Kann es wirklich sein, daß auch die Grünen den heurigen Sommer genießen? Oder kommt die „Rechnung“ nach der Bundestagswahl? Einfach so drei Monate Sonne hinnehmen – das ist nicht grün. Da wird man höchstens braun. (Murmel, murmel)

 

 

Experten weisen Medikamenten-Cocktail in Alster-Zuflüssen nach

 

 

Hamburger Abendblatt

http://www.abendblatt.de/hamburg/wandsbek/article118914131/

 

Arzneimittel-Müll belastet Alster-Zuflüsse

 

Medikamentenrückstände in den Alster-Zuflüssen – Experten weisen 17 Wirkstoffe nach. Schmerzmittel, Betablocker, Antibiotika – Werte häufig doppelt so hoch wie die EU-Norm

 

Von Edgar S. Hasse

 

Hamburg. In der Alster und den kleinen Flüssen Ammersbek, Kollau und Osterbek schwimmen nicht nur Algen und Fische, sondern Reste von Schmerzmitteln, Betablockern, Antidepressiva und Antibiotika. Und das schon seit Jahren. Fast eine ganze Apotheke kommt da zusammen, wie Abendblatt-Recherchen jetzt ergeben haben. Allein in der Ammersbek hat das Institut für Hygiene und Gesundheit 17 Medikamenten-Wirkstoffe kontinuierlich nachgewiesen – vom Lipidsenker bis zum Röntgenkontrastmittel.

 

Verursacher ist der Mensch, der viele Medikamente schluckt, biologisch nicht aufgenommene Substanzen ausscheidet und darüber hinaus Pillen unsachgemäß in die Toilette kippt. Aus diesen Gründen liegt die über einen langen Zeitraum gemessene Arzneimittel-Konzentration im Einzugsgebiet der Alster über der EU-Qualitätsnorm. Besonders auffällig ist das beim Schmerzmittel Diclofenac.

Während die EU-Umweltqualitätsnorm im Jahresdurchschnitt bei 0,1 Mikrogramm/Liter liegt, wurden bei der Einmündung der Ammersbek in die Alster 0,2 Mikrogramm gemessen. Zum Vergleich: In der Elbe bei Seemannshöft sinkt der Wert auf 0,05 Mikrogramm. Politiker und Naturschützer sind nun alarmiert. Nabu-Gewässerschutz-Experte Eike Schilling: “Die relativ hohen Konzentrationen können die Fische schädigen.” Und der Alstertaler CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Thilo Kleinbauer fordert dringend weitere Sachinformationen. “Da schwimmt schließlich ein ganzer Medikamenten-Cocktail.” Er sehe aber keinen Grund, in Panik zu verfallen.

 

Dass dieses Thema jetzt an Brisanz in der Politik gewinnt, hängt mit den Volksdorfer Teichwiesen zusammen. Seit einigen Jahren haben sie mit schlechter Wasserqualität zu kämpfen – zu viele Nährstoffe und zu viele Algen. Bei näheren Untersuchungen wurden nicht nur Nitrate, sondern offenbar auch Rückstände von Arzneimitteln entdeckt. Um der Sache auf den Grund zu gehen, befasst sich am Dienstag der Umweltausschuss der Wandsbeker Bezirksversammlung in öffentlicher Sitzung mit dem Thema “Arzneimittel im Alstereinzugsgebiet”. Ein Experte soll die Abgeordneten auf den neuesten Stand der Dinge bringen. “Zu diesem Thema sind wir aufgrund der Belastung der Volksdorfer Teichwiesen gekommen”, erklärt Claudia Simon (SPD), Vorsitzende des Umweltausschusses. “Dabei erfuhren wir nebenbei, dass hier auch Medikamente eine Rolle spielen.”

 

Tatsächlich sind bundesweit viele Gewässer mit den Rückständen von Arzneimitteln mehr oder weniger stark belastet. “Arzneimittel”, sagt Udo Rohweder vom Hamburger Institut für Hygiene und Umwelt, “treten in nahezu allen Fließgewässern auf.” Und das mit Langzeitwirkung. So zeigte eine mehrjährige Untersuchung am Rhein, dass durchschnittlich 25 Prozent der jährlich verwendeten Durchschnittsmenge der 20 am häufigsten gemessenen

Arznei- und Röntgenkontrastmittel die deutsch-niederländische Grenzmessstelle Lobith passiert.

 

Nabu-Gewässerschutz-Experte Eike Schilling steht am Ufer der Alster und zeigt sich besorgt. “Hier wurde gleich eine Reihe von Grenzwerten gerissen”, sagt er und verweist auf den Verstoß bei Diclofenac gegen eine Umweltqualitätsnorm der EU-Kommission vom Januar 2012. Gerade bei diesem Schmerzmittel hätten Experten nachgewiesen, dass bereits vergleichsweise geringe Konzentrationen wichtige Organe der Fische wie Leber, Niere und Kiemen teilweise stark schädigen können. “Auch wirken sich die Substanzen schädlich auf die Fortpflanzung von Organismen aus.” Zudem könnten durch die ständigen Arzneimitteleinträge Wasserpflanzen-Arten dezimiert werden. Sechs Medikamentenwirkstoffe wurden in der Alster gemessen, darunter mehrere Röntgenkontrastmittel und Lipidsenker. Ob er denn noch Fische aus der Alster essen würde? “Ja”, sagt Schilling, “aber nicht jeden Tag.” Was den Naturschützer besonders überrascht, ist die Tatsache, dass im Einzugsgebiet Klärwerke fehlen. Deshalb müsse jetzt genau nach der eigentlichen Ursache der Verunreinigungen gesucht werden.

 

Grundsätzlich sind die meisten Klärwerke in der Lage, das Abwasser in drei Stufen zu filtern. Dennoch lassen sich bundesweit rund 100 Arzneimittel im Abwasser nachweisen. Eine gesundheitliche Gefährdung für den Menschen sieht das Umweltbundesamt dennoch nicht. “Trinkwasserhygienisch sind diese Spuren zwar unerwünscht, für den Menschen besteht dadurch aber keine Gesundheitsgefahr.” Auch in der Umweltbehörde heißt es, die seltenen Befunde von Arzneistoffen im Trinkwasser seien “sehr weit unter therapeutischen Dosen”. Welche kleinen Gewässer darüber hinaus mit Arzneimitteln belastet sind, ist öffentlich noch nicht bekannt. In der Umweltbehörde hieß es lediglich, das Alstereinzugsgebiet werde ebenso wie andere Oberflächengewässer in Hamburg auf Arzneistoffe untersucht.

 

Medienerklärung v. 15.8.13

Block B im alten AKW Gundremmingen undicht

Das AKW ist gefährlich und ist überflüssig

Das AKW Gundremmingen meldet eine Tropfleckage. Diesmal am Reaktordruckbehälter von Block B. Also im Hauptkreislauf, in dem mit einem Druck von 70 Bar und einer Temperatur von fast 300° Celsius das radioaktive Wasser beziehungsweise der radioaktive Dampf kreisen.

Durch die Wand des Reaktordruckbehälters sind Messlanzen gesteckt. Mit den an diesen Messlanzen befindlichen Detektoren wird der Neutronenfluss im Reaktor erfasst. Die Dichtungen dieser Behälterdurchdringungen werden durch den Druck, die Hitze und die Neutronenstrahlung abgenutzt. Reaktordruckbehälter und Hauptkreislauf müssen jedoch unbedingt dicht bleiben! Denn das in ihnen kreisende mal flüssige und mal dampfförmige Wasser hat zwei Aufgaben: Es transportiert die Energie zur Turbine und es kühlt die Spaltelemente. Wenn eine Undichtheit zu einem großen Leck aufriss, das Wasser aus dem Hauptkreislauf strömte und zischte, würden die Spaltelemente nicht mehr gekühlt und katastrophal überhitzt.

Da die veralteten Siedewasserreaktoren im Unterschied zu den später üblichen Druckwasserreaktoren zwar billiger waren aber nur einen Hauptkreislauf haben, ist das Wasser im Hauptkreislauf radioaktiv. Man muss daran erinnern, dass das AKW Gundremmingen als gefährlichstes AKW Deutschlands gilt. Denn es wird mit den letzten zwei von früher einmal zehn deutschen Siedewasserreaktoren betrieben. Sie gehören zur Baulinie (19)72, sind kaufmännisch abgeschrieben und seit 29 Jahren in Betrieb. Baulinie 72 bedeutet, dass sie zu einer Zeit konstruiert wurden, als beispielsweise Deutschlands meist gefahrenes Auto der VW-Käfer war. Bezeichnenderweise haben auch diese Gundremminger Reaktoren wegen ihrer übergroßen Risiken keine ausreichende Haftpflichtversicherung.

Zudem hat das AKW Gundremmingen bis heute nicht erklärt, was im Dezember 2012 die Ursache einer ähnlichen Tropfleckage im Block C war. Und das AKW hat bis heute nicht die Ursachen für die Häufungen von Undichtheiten an den Spaltelementen herausgefunden.

AKW Gundremmingen ist überflüssig

Am selben Tag, an dem RWE die Störung im AKW Gundremmingen melden musste, hat der Konzern verkündet, wegen des Überfluss an Kraftwerken, der zu einem dramatischen Preisverfall an der Strombörse führt, netto 4.265 MW (Megawatt) Kraftwerkskapazität still legen zu wollen. Deutschlands größtes Kernkraftwerk, das AKW Gundremmingen, hat eine Nettokapazität von 2.568 MW. Es ist nicht nur gefährlich sondern für die Stromversorgung überflüssig.

Leistungserhöhung endgültig ablehnen und das AKW stilllegen

Jetzt wollen die Bayerische Staatsregierung und das Bundesumweltministerium aber sogar eine ursprünglich im September 1999 beantragte Ausweitung der Atomstromproduktion im AKW Gundremmingen genehmigen. Ohne besondere Umbauten soll durch schärferes Fahren der Reaktoren die Leistung erhöht werden. Unsere Bürgerinitiative fordert, nach 14 Jahren Bearbeitung dieses Antrags ihn endlich abzulehnen und die beiden Gundremminger Siedewasserreaktoren stillzulegen.

Raimund Kamm (Vorstand)

FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager

und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V.

Augsburg – Dillingen – Günzburg – Heidenheim – Ulm

www.atommuell-lager.de

www.facebook.com/pages/FORUM-gemeinsam-gegen-das-Zwischenlager-eV/152276034836072

 

0 2080

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow – Dannenberg e.V.
Rosenstr. 20
29439 Lüchow
http://www.bi-luechow-dannenberg.de
Büro: Tel: 05841-4684  Fax: -3197
buero@bi-luechow-dannenberg.de

Pressemitteilung  15.08.13

Wer zahlt die Endlagersuche?
BI pocht auf öffentlich-rechtlichen Fonds

Die Branche jammert: Allen voran der Energieriese RWE. Von den rund 2
Milliarden Euro, die eine vergleichende Endlagersuche voraussichtlich
kosten wird, nachdem in Gorleben bereits 1,6 Milliarden – im wahrsten
Sinne des Wortes – “verbaut” wurden, kommen auf den Konzern 1,1
Milliarden Euro zu.
“Dass eine vergleichende Endlagersuche internationalem Standard
entspricht, hat sich bei den Atomstromprofiteuren und
Abfallverursachern offensichtlich nicht herum gesprochen”, kontert die
Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI). Laut
Spiegel-Online prüft die Konzernzentrale eine Klage gegen das
Standortauswahlgesetz (StandAG).

“Unterschlagen wird, dass die vier Energiekonzerne Vattenfall, Eon,
EnBW und RWE rund 30 Milliarden Euro für die Atommüllentsorgung
rückgestellt haben, und zwar steuerfrei”, erinnert BI-Sprecher Wolfgang
Ehmke. Es sei überfällig, dass dieses Geld in einen
öffentlich-rechtlichen Fonds überführt wird, um zu verhindern, dass
sich die Atommüllverursacher aus der finanziellen Verantwortung ziehen.
Die Ankündigung, dass RWE die steuerfreien Rückstellungen jetzt um 400
Mio. Euro aufstocken will, sei ein geschickter Schachzug, der zeigt,
dass es dem Konzern nicht um Verantwortung, sondern allein um Geld gehe.

Wolfgang Ehmke 0170 510 56 06

Bildunterschrift: Finden die Grünen den richtigen Weg? Was darf man unter “Grüner Wandel” verstehen und wieso zeigt das Schild ausgerechnet nach Rechts?

Wissenschaftlich fundierte Aufarbeitung

Steffi Lemke über das Forschungsprojekt zur Untersuchung des Einflusses von Gruppen mit pädophilen Forderungen innerhalb der Grünen Partei.

24.05.2013

„Wir haben das Institut für Demokratieforschung der Universität Göttingen, das von dem Parteienforscher Prof. Franz Walter geleitet wird, gebeten, sich im Rahmen eines Forschungsprojektes mit der Frage des Einflusses von Gruppen mit pädophilen Forderungen innerhalb der Grünen Partei zu beschäftigen. Es freut uns, dass wir dieses renommierte Institut und seinen Leiter für eine wissenschaftliche Untersuchung dieser aus unserer Sicht wichtigen Frage gewinnen konnten. Dieses Forschungsprojekt werden wir finanziell unterstützen und dafür einen Vertrag über die Förderung des Projektes mit dem Institut für Demokratieforschung der Stiftungsuniversität Georg August in Göttingen abschließen. Es soll sich um ein von uns gefördertes Forschungsprojekt handeln, bei dem die beteiligten Wissenschaftler völlig frei und unabhängig sind in Bezug auf die genaue Fragestellung, den Umfang und die Durchführung der Untersuchung, sowie die Veröffentlichung der Ergebnisse. Sie werden dabei von unserer Seite in vollem Umfang Unterstützung erhalten, insbesondere was den uneingeschränkten Zugang zu Akten, Protokollen und sonstigen Informationen angeht, soweit diese in der Verfügung der Partei sind.

Wir erhoffen uns von diesem Forschungsprojekt eine wissenschaftlich fundierte, systematische Aufarbeitung zu der Frage zu bekommen, wie lange, in welchem Umfang und mit welchem Einfluss Gruppen oder auch Einzelpersonen, die Forderungen nach Straffreiheit für Sexualität von Erwachsenen mit Kindern vertreten haben, innerhalb der Grünen wirken konnten. Und wir erhoffen uns eine transparente Dokumentation der geführten Debatten.

Unabhängig vom Ergebnis dieser Studie steht für uns jetzt schon außer Frage: Forderungen nach Straffreiheit von Sexualität von Erwachsenen mit Kindern und pädophilen Handlungen waren und sind inakzeptabel und falsch. Wir bedauern, dass es in den Anfangsjahren der Grünen Partei Raum für diese Debatten und Forderungen gab. Das ist ein Fehler, für den unsere Partei ohne Wenn und Aber die Verantwortung trägt.

Das richtige und wichtige Eintreten für die Gleichstellung von Homosexualität und der Einsatz gegen eine überkommene und repressive Sexualmoral ist ein großes Verdienst der Grünen Partei in Deutschland. Aber dieses Verdienst und die Debatten darüber sind weder der Grund, noch können sie Begründung für inakzeptable Forderungen zur Legalisierung von Pädophilie sein, die von einigen vorgebracht werden konnten. Pädophile Forderungen und Debatten haben in unserer Partei nichts zu suchen.

Das Eintreten der Grünen Partei gegen Kindesmissbrauch und das Eintreten für die Rechte von Kindern bleiben davon unbenommen. Wir werden nicht zulassen, dass unser Eintreten für Kinderrechte vom politischen Gegner diskreditiert wird, weil unsere Partei in der Vergangenheit diesen Fehler gemacht hat.”

Quelle: Homepage www.gruene.de am 14. August 2013

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12.08.2013 15:15

24.000 Kilometer voll elektrisch: zwei Tonnen CO2 gespart

Monika Landgraf Presse, Kommunikation und Marketing
Karlsruher Institut für Technologie

1,97 Tonnen CO2 eingespart, für den Pendlerverkehr sehr gut geeignet, schnelles Laden als Voraussetzung für die Wirtschaftlichkeit: So lautet die Bilanz des Elektromobilitätsprojekts RheinMobil nach den ersten 23.710 Kilometern. Diese und weitere Trends haben die Partner Michelin, Siemens, Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI heute vorgestellt. Ziel von RheinMobil ist es, am Beispiel von Dienst- und Pendlerfahrten zu zeigen, dass bestimmte Einsatzprofile einen wirtschaftlichen Betrieb von Elektrofahrzeugen möglich machen.

Seit Mai bringen die ersten Elektrofahrzeuge Pendler aus dem Elsass ins Karlsruher Michelin Werk. Zur gleichen Zeit sind Siemens-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter für Dienstfahrten zwischen den Werken Karlsruhe und Haguenau auf Elektrofahrzeuge umgestiegen. Die täglichen Fahrstrecken betragen bis zu 360 Kilometer. „Bereits nach wenigen Monaten sind die ersten knapp 24.000 Kilometer voll elektrisch gefahren, wir haben viele Daten gesammelt – und sie bestätigen unsere Annahmen: Bislang haben die RheinMobil-Fahrzeuge lokal fast zwei Tonnen CO2 eingespart. Aufs Jahr gerechnet werden das voraussichtlich knapp vier Tonnen im Vergleich zum konventionellen Fahrzeug sein“, sagt Dr. Olaf Wollersheim von der Projektleitung am KIT. Der technische Reifegrad sei dabei mit konventionellen Fahrzeugen vergleichbar. „Wir sehen auch, dass sich gerade der Pendlerverkehr extrem gut für den Einsatz elektrischer Fahrzeuge eignet: Denn er erlaubt hohe Jahresfahrleistungen – auch bei wenigen festen Lademöglichkeiten, also ohne flächendeckendes Infrastrukturnetz“, so Dr. Kevin Stella, der RheinMobil gemeinsam mit Wollersheim koordiniert. Bei den Einzelfahrstrecken, die zwischen 60 und 80 Kilometern liegen, sei auch die begrenzte Reichweite von Elektrofahrzeugen kein Hindernis. Zudem bietet der Pendelverkehr ausreichende Stillstandzeiten zum Laden, sodass keine ungewünschten Wartezeiten entstehen.

Nach den aktuellen Werten sind Jahresfahrleistungen von knapp 40.000 Kilometern möglich. Allerdings strebt RheinMobil ein noch höheres Auslastungsmodell an, das in einer weiteren Phase des Projektes erprobt wird. Denn die Partner gehen davon aus, dass hohe Auslastung und die Möglichkeit zur Schnellladung Voraussetzungen für die Wirtschaftlichkeit sind. „In den höheren Auslastungsmodellen untersuchen wir die Schnellladung innerhalb von 30 Minuten und deren Einfluss auf die Batterieperformance“, so Stella. Die Wissenschaftler bauen dabei auf das im Projekt Competence E am KIT gewonnene Wissen rund um die Lithium-Ionen-Technologie auf.

Ziel ist, im Laufe des Projekts die Schnelllademöglichkeiten auszubauen. Angestrebt werden 3.000 Schnellladevorgänge pro Jahr. Bei dem Modell könnten die Fahrgemeinschaften von drei Schichten bei Michelin jeweils das gleiche Fahrzeug nutzen. Denn noch ist der Betrieb der Fahrzeuge nicht wirtschaftlich – obwohl die Fahrer beim Bremsen rund 15 Prozent der eingesetzten Energie zurückgewinnen und so bei vorausschauender Fahrweise die Restreichweite erhöhen können.

Bei Michelin sind derzeit zwei Fahrzeuge mit jeweils sieben Personen im Einsatz, die tägliche Fahrleistung liegt bei rund 320 Kilometern. „Ich kann nur immer wieder betonen, dass dieses Projekt hervorragend mit unserer Unternehmenskultur, insbesondere mit unserer Charta ‚Leistung und Verantwortung‘ zusammenpasst, da wir hier unsere Grundwerte ‚Achtung vor der Umwelt‘ und ‚Innovation fördern‘ sehr praxisnah verbinden können“, sagt Christian Metzger, Werkleiter Michelin Karlsruhe. „Zudem, wenn wir, wie von der Bundesregierung geplant, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf den Straßen haben möchten, dann kann man nicht abwarten bis irgendjemand beginnt.“

„Elektromobilität hautnah erleben und damit Umweltbewusstsein erfahren, dies wollen wir unseren Mitarbeitern ermöglichen“, so Hans-Georg Kumpfmüller, Vorsitzender der Betriebsleitung Siemens Karlsruhe. Für Dienstfahrten ins 70 Kilometer entfernte französische Haguenau werde das Angebot rege genutzt. Alle, die ein Elektrofahrzeug zum ersten Mal nutzten, berichteten durchweg positiv über den guten Fahrkomfort.

Die Motivation und die Erwartungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer untersucht begleitend das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI. „Erste Befragungen haben ergeben, dass die Neugier auf die neue Technologie, die geringen Betriebskosten sowie ein Umweltbewusstsein die relevanten Aspekte sind, die die Leute zu einer Teilnahme bewegen“, so Professor Martin Wietschel. Größte Barrieren seien derzeit die begrenzte Reichweite sowie das limitierte Fahrzeugangebot.

Bei der Präsentation der Trendmeldungen sagte Dr. Veit Steinle, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS): „Die Projekte in den ‚Schaufenstern Elektromobilität‘ der Bundesregierung laufen auf Hochtouren. Trends und Zwischenergebnisse, die durch Projekte wie RheinMobil in kürzester Zeit erzielt werden, sind beeindruckend und sollten direkt für die weitere Entwicklung der Elektromobilität – ob in den Schaufenstern oder außerhalb – nutzbar gemacht werden. Die Bundesregierung fördert die Marktvorbereitung für elektromobile Anwendungen mit rund einer Milliarde Euro. Davon werden circa 180 Millionen Euro in den ‚Schaufenstern Elektromobilität‘ Baden-Württemberg, Bayern/Sachsen, Niedersachsen und Berlin/Brandenburg investiert. Das Bundesverkehrsministerium verfolgt eine anwendungsorientierte und technologieoffene Förderung von Elektromobilität, bei der insbesondere Demo-Projekte im Flotten- und Wirtschaftsverkehr eine große Rolle spielen. Wir gehen davon aus, dass in diesem Bereich besonders hohe Einsparpotenziale liegen – ökologisch wie ökonomisch.“

Das Projekt RheinMobil ist eines von rund 40 Projekten im Schaufenster Elektromobilität Baden-Württemberg „LivingLab BWe mobil“ und wird mit knapp einer Million Euro vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) im Rahmen der Schaufensterinitiative der Bundesregierung gefördert. Die Bundesregierung hat im April 2012 vier Regionen in Deutschland als „Schaufenster Elektromobilität“ ausgewählt und fördert hier auf Beschluss des Deutschen Bundestags die Forschung und Entwicklung von alternativen Antrieben. Insgesamt stellt der Bund für das Schaufensterprogramm Fördermittel in Höhe von 180 Millionen Euro bereit. In den groß angelegten regionalen Demonstrations- und Pilotvorhaben wird Elektromobilität an der Schnittstelle von Energiesystem, Fahrzeug und Verkehrssystem erprobt. Weitere Informationen unterhttp://www.schaufenster-elektromobilitaet.org.

Schaufenster Elektromobilität „LivingLab BWe mobil“

Im baden-württembergischen Schaufenster „LivingLab BWe mobil“ erforschen mehr als 100 Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Hand Elektromobilität in der Praxis. Die Projekte konzentrieren sich mit ihren Aktivitäten auf die Region Stuttgart und die Stadt Karlsruhe und sorgen auch international für eine große Sichtbarkeit. Das „LivingLab BWe mobil“ steht für einen systemischen Ansatz mit ineinandergreifenden Projekten, die Elektromobilität vom E-Bike über den E-PKW bis hin zum elektrischen Transporter und Plug-in-Linienbussen für jedermann erfahrbar machen. Die Projekte adressieren Fragestellungen zu Intermodalität, Flotten und gewerblichen Verkehren, Infrastruktur und Energie, Stadt- und Verkehrsplanung, Fahrzeugtechnologie, Kommunikation und Partizipation sowie Ausbildung und Qualifizierung. Koordiniert wird das „LivingLab BWe mobil“ durch die Landesagentur für Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie e-mobil BW GmbH und die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS). Weitere Informationen unter http://www.livinglab-bwe.de.

Weiterer Kontakt:
Margarete Lehné, Pressereferentin, Tel.: +49 721 608-48121, Fax: +49 721 608-43658, E-Mail:margarete.lehne@kit.edu

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts nach den Gesetzen des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Thematische Schwerpunkte der Forschung sind Energie, natürliche und gebaute Umwelt sowie Gesellschaft und Technik, von fundamentalen Fragen bis zur Anwendung. Mit rund 9000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, darunter knapp 6000 in Wissenschaft und Lehre, sowie 24 000 Studierenden ist das KIT eine der größten Forschungs- und Lehreinrichtungen Europas. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung – Lehre – Innovation.

 

12.08.2013 14:46

Geesthachter Küstenforscherin weist neuartige Flammschutzmittel in Aalen nach

Dr. Torsten Fischer Pressestelle
Helmholtz-Zentrum Geesthacht – Zentrum für Material- und Küstenforschung

Roxana Sühring vom Institut für Küstenforschung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht untersucht in ihrer Doktorarbeit, wie sich Flammschutzmittel in dem fetthaltigen Gewebe von Aalen anreichern. Dabei geht es besonders um neuartige Flammschutzmittel, die als Ersatz für bereits verbotene Chemikalien dieser Art eingesetzt werden. In allen Gewebeproben aus den von ihr untersuchten Aalen fand Sühring sowohl die alten als auch die neuartigen Flammschutzmittel – im europäischen Vergleich in teilweise hohen Konzentrationen. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Chemosphere“ veröffentlicht.

Bestandsrückgang des Aals

In den letzten 30 Jahren hat die Bestandsgröße des Europäischen Aals deutlich abgenommen. „Neben der Veränderung der natürlichen Lebensräume, der Überfischung und anderen Faktoren werden auch Schadstoffe als möglicher Grund für den starken Rückgang des Bestandes vermutet“, sagt Marko Freese vom Thünen-Institut für Fischereiökologie in Hamburg.

Im Rahmen des Datenerhebungsprogramms „Data Collection Framework“ der Europäischen Kommission untersuchen Wissenschaftler verschiedener Forschungseinrichtungen gemeinsam, welche Faktoren beim Rückgang der Aalbestände eine Rolle spielen und welche Maßnahmen geeignet sind, damit der Bestand sich erholen kann.

Dazu gehören auch die Untersuchungen in dem „POPs in Eels-Project“ der Abteilung “Umweltchemie“ am Institut für Küstenforschung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht (HZG). „Ich möchte herausfinden, welche Rolle die alten und neuartigen Flammschutzmittel beim Bestandsrückgang des Aals spielen“, sagt Doktorandin Roxana Sühring vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht.

Einsatz und Verbreitung von Flammschutzmitteln

Flammschutzmittel werden Kunststoffen und Textilien zugesetzt, um sie schwer brennbar zu machen. Einige dieser Chemikalien sind gesundheitlich und ökologisch bedenklich und bauen sich in der Umwelt nur langsam ab.

Mit dem „Stockholmer Übereinkommen zu persistenten organischen Schadstoffen (POPs)“ (Stockholmer Konvention) sind seit 2004 die Herstellung und der Einsatz von einigen Flammschutzmitteln, wie zum Beispiel polybromierte Diphenylether (PBDEs), eingeschränkt oder verboten. Es werden jedoch chemisch ähnliche Flammschutzmittel auf den Markt gebracht, die derzeit noch nicht reguliert sind. Der weltweite Einsatz an Flammschutzmitteln wird auf mehrere hunderttausend Tonnen pro Jahr geschätzt.

Flammschutzmittel in Aalen

In ausgewachsenen Aalen weist Sühring, im Vergleich zu den von ihr untersuchten Jungaalen, im europäischen Vergleich nach wie vor hohe Konzentrationen der bereits verbotenen PBDEs nach. Als Ersatz werden heute bromierte Flammschutzmittel oder chlorierte Dechlorane eingesetzt. Diese Substanzen konnte Roxana Sühring in allen Lebensstadien der Aale finden.

Besonders in Jungaalen sind diese Ersatzstoffe in höheren Konzentrationen enthalten als die PBDEs. Dafür hat die Umweltchemikerin in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern des Thünen-Instituts Gewebeproben von etwa 90 Europäischen Aalen verschiedenster Lebensstadien aus der Elbe, dem Rhein und dem deutsch-dänischen Fluss Vidå untersucht.

Anhand der von Roxana Sühring untersuchten Proben ist neben der Konzentration der Chemikalien im Gewebe auch zu erkennen, wo die Stoffe aufgenommen werden. Denn Aale leben in den Ozeanen und Mündungsbereichen der Flüsse, bevor sie ab einem Alter von ein bis drei Jahren flussaufwärts wandern. Die neuartigen Stoffe werden sowohl im Mündungsbereich von den Jungtieren als auch weiter flussaufwärts von den ausgewachsenen Tieren aufgenommen.

Die heute verbotenen PBDEs wurden überwiegend flussaufwärts nachgewiesen – vor allem in Proben aus Industriegebieten am Rhein. Auffällig ist, dass Sühring das chlorierte Flammschutzmittel Dec-602 nachweisen konnte, das weder in Europa produziert noch nach Europa importiert wird. Durch die Arbeit von Sühring wurde Dechloran Dec-602 erstmals in aquatischen europäischen Organismen untersucht und nachgewiesen.

Es ist bekannt, dass von halogenierten organischen Verbindungen Gefahren für Mensch und Umwelt ausgehen. Zu dieser Stoffgruppe gehören auch die bromierten Flammschutzmittel und die chlorierten Dechlorane.

Um das Risiko dieser neuartigen Flammschutzmittel einzuschätzen, gibt es laut Sühring jedoch noch zu wenige Untersuchungsdaten und daher auch keine offiziellen Grenzwerte. Um gesicherte Aussagen zu treffen, welche Rolle die Flammschutzmittel beim Bestandsrückgang der Aale spielen, müssen noch weitere Untersuchungen durchgeführt werden.

Kontakt

Julika Doerffer
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Bereich Küsten- und Klimaforschung
Helmholtz-Zentrum Geesthacht
Telefon: 04152 87 1784
Mobil: 0171 2350220
E-Mail: julika.doerffer@hzg.de

Roxana Sühring
Institut für Küstenforschung
Abteilung Umweltchemie
Helmholtz-Zentrum Geesthacht
Telefon: +49 (0)4152 87 2353
E-Mail roxana.suehring@hzg.de


Weitere Informationen:

http://www.hzg.de/institute/coastal_research/structure/biogeochemistry_in_coasta…
http://ac.els-cdn.com/S0045653512010429/1-s2.0-S0045653512010429-main.pdf?_tid=2…


 

Agentur für Erneuerbare Energien

Reinhardtstr. 18

D-10117 Berlin

www.unendlich-viel-energie.de

Weitere Informationen, Grafiken und Fotos finden Sie unter www.unendlich-vielenergie.de.

Die kostenlose Verwendung mit Quellenangabe „Agentur für Erneuerbare Energien“ ist gestattet.

Berlin, 9. August 2013 – Trotz sommerlicher Außentemperaturen

sollten die Verbraucher jetzt schon an den Winter denken. Denn

die Rückschau auf die vergangene kalte Jahreszeit zeigt: Die

Witterung hat den Energieverbrauch im ersten Halbjahr 2013 in

Deutschland um rund 4 Prozent auf 1,9 Millionen Gigawattstunden

steigen lassen. Grund dafür ist vor allem die deutlich längere

Heizperiode. Der überwiegende Einsatz fossiler Brennstoffe hat

negative Auswirkungen auf die Klimabilanz. Je größer der

Marktanteil von Heizungsanlagen auf Basis Erneuerbare Energien

wird, umso besser wird die Klimabilanz des Wärmesektors –

selbst bei klirrender Kälte. Schon 2012 sparten die Erneuerbaren

mit ihrem Anteil von mehr als zehn Prozent am Wärmemarkt rund

40 Millionen Tonnen Treibhausgase ein.

Nach vorläufigen Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen

(AG Energiebilanzen) hat im ersten Halbjahr 2013 vor allem

die Wärmeerzeugung den Energieverbrauch steigen lassen. Allein

der Erdgasverbrauch nahm um mehr als zehn Prozent zu. Auch der

Mineralölverbrauch stieg um knapp drei Prozent, wobei der Verbrauch

an Kraftstoffen sogar rücklaÅNufig war. „Der Anstieg des

Energieverbrauchs durch den harten Winter macht ein Problem

umso deutlicher: Der Heizungsbestand in Deutschland ist veraltet

und noch stark auf fossile Energieträger ausgelegt. Je schneller der

Umstieg auf Erneuerbare-Energien-Wärmeanlagen gelingt, umso

besser für das Klima“, erklärt Philipp Vohrer, GeschaÅNftsführer der

Agentur für Erneuerbare Energien.

Heizungsbestand in Deutschland veraltet

Nicht einmal ein Viertel der rund 18 Millionen Feuerungsanlagen in

Deutschland ist jünger als zehn Jahre und damit auf dem Stand der

Technik. Mehr als 70 Prozent der Öl- und Gasheizungen sind sogar

älter als 15 Jahre. Nach wie vor basieren heute rund vier Fünftel

aller Heizsysteme im Wohnungsbestand auf Verbrennungstechnologien.

Dadurch hat der Wärmemarkt (Raumwärme, Warmwasser,

Prozesswärme) insgesamt einen Anteil von rund 40 Prozent an den

energiebedingten CO2-Emissionen in Deutschland.

Erneuerbare Energien punkten bei Klimabilanz

„Die Bilanz lässt sich nur mit Erneuerbaren Energien signifikant

verbessern. Nur sie sind in der Lage, den Wärmebedarf eines

Gebäudes annähernd klimaneutral zu decken“, betont Vohrer.

Heizsysteme auf Basis von Bioenergie, Solarthermie oder Erd- bzw.

Umweltwärme sind ihren fossilen Konkurrenten in puncto

Treibhausgasemissionen deutlich überlegen. Tauscht ein

Hausbesitzer seinen veralteten Heizölkessel beispielsweise gegen

eine Holzpelletheizung, kann er den durchschnittlichen

Treibhausgas-Ausstoß von 376 auf 25 Gramm CO2-Äquivalent je

Kilowattstunde senken. Und selbst bei einer modernen Gastherme

mit Brennwerttechnik oder bei Fernwärmeversorgung (je rund 250

Gramm CO2-Äquivalent je Kilowattstunde) könnte ein Solarkollektor

einen Teil des Wärmebedarfs mit nur einem Zehntel der Emissionen

produzieren. Aufgrund dieser Treibhausgasbilanz jeder einzelnen

Technologie sparten die Erneuerbaren mit ihrem Anteil von zehn

Prozent am Wärmemarkt 2012 rund 40 Millionen Tonnen

Treibhausgase ein.

Alte Heizungsanlagen verschlechtern

Deutschlands Klimabilanz

Erneuerbare Wärme ist dank staatlicher Förderung günstiger

denn je

Staatliche Zuschüsse für Heizungstausch

Der Umstieg auf eine Erneuerbare-Energien-Heizungsanlage wird

deshalb staatlich gefördert: Neben direkten Zuschüssen aus dem so

genannten Marktanreizprogramm (MAP) gibt es seit 2013 zusätzlich

zinsgünstige Kredite der bundeseigenen KfW-Bank. So können

Hausbesitzer eine neue, umweltfreundliche und kostensparende

Heizung ohne eigenes Sparvermögen finanzieren. „Investoren

müssen nicht mehr Jahre warten bis sich die neue, energiesparende

Heizung bezahlt gemacht hat, sondern sie profitieren sofort

von den niedrigen Energiekosten der Erneuerbaren. Die Kosten für

Öl und Gas hingegen kennen langfristig nur eine Richtung: nach

oben“, prognostiziert Vohrer. Heute kostet Heizöl mehr als doppelt

so viel wie noch im Jahr 2000. Holzpellets sind derzeit durchschnittlich

30 Prozent günstiger als Heizöl. Sonnenkollektoren haben gar

keine Brennstoffkosten. Für Wärmepumpen fallen Stromkosten an,

um die Erd- oder Umgebungstemperatur zu Heizwärme zu

verdichten.

Weitere Infos zu Erneuerbarer Wärme und den staatlichen

Fördermöglichkeiten finden Sie im Internet unter:

www.waermewechsel.de

Kontakt:

Agentur für Erneuerbare Energien

Alena Müller

Pressereferentin

Tel: 030-200535-45,

Mail: a.mueller@unendlich-viel-energie.de

www.unendlich-viel-energie.de