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362.000 Bayern arbeiten befristet | Besonders Berufseinsteiger betroffen

260 neue Azubis in Landshut:

NGG fordert bessere Job-Perspektiven

 

Ausbildungsvertrag in der Hand, aber was kommt danach? In Landshut können sich derzeit rund 260 Neu-Azubis über eine Lehrstelle freuen. So viele versorgte Bewerber zählte die Arbeitsagentur zum Start des Ausbildungsjahres. Damit die Karriere auch nach der Abschlussprüfung weitergeht, fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) nun bessere Job-Perspektiven für Berufseinsteiger. Eine große Hürde nach der Ausbildung, so die NGG, ist jedoch der Trend zum Job auf Zeit – zur Befristung.

 

Solche „Arbeitsplätze mit Verfallsdatum“ sind nach einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in der Nahrungs- und Genussmittelbranche besonders verbreitet. Hier sind bundesweit knapp 54 Prozent aller Übernahmen befristet. Ähnlich sieht es bei den Neueinstellungen aus: Hier zählt die Branche mit einer Befristungsquote von 73 Prozent zu den Spitzenreitern. Auch in Hotels und Gaststätten sind diese Arbeitsverträge zum Berufsstart gang und gäbe. Dort sind laut IAB 35 Prozent aller Übernahmen befristet.

 

Kurt Haberl, Geschäftsführer der NGG-Region Niederbayern, spricht von einer „Unternehmer-Unsitte“: Es könne nicht sein, dass Betriebe trotz Hochkonjunktur in vielen Branchen so stark auf Befristungen setzten. „Wer als Job-Starter eine Familie gründen oder einen Kredit für die Wohnungseinrichtung bekommen will, der braucht einen sicheren Arbeitsplatz und keinen Zitter-Vertrag“, so Haberl. Dass Berufseinsteiger besonders betroffen sind, zeigt auch die amtliche Statistik. So waren in Bayern im vergangenen Jahr 12 Prozent der 20- bis 30-Jährigen befristet beschäftigt – Azubis nicht mitgerechnet. Das geht aus dem aktuellen Mikrozensus hervor. Danach hatten insgesamt 362.000 Bayern lediglich einen befristeten Arbeitsvertrag – das ist immerhin jeder siebzehnte Beschäftigte.

 

Auf Unternehmer, die darüber klagen, dass sie im Gastgewerbe oder in der Ernährungswirtschaft kaum noch Fachkräfte finden, reagiert Haberl mit einem Kopfschütteln: „Wer nach der Ausbildung nur einen Vertrag auf Zeit anbietet, der muss sich nicht wundern, dass sich Schulabgänger woanders umsehen.“ Spezialisten von morgen gewinne man nur mit guten Löhnen, attraktiven Arbeitsbedingungen und klaren Karriereperspektiven, so der Gewerkschafter. Befristungen sollten die Ausnahme und nicht die Regel sein. Zu den wirklich zwingenden Gründen einer Befristung gehörten etwa eine Probezeit oder Schwangerschaftsvertretung.

 

„In den Betrieben haben wir es aber immer häufiger mit Befristungen nach dem 08/15-Prinzip zu tun. Jobs auf Zeit werden zur gängigen Praxis“, betont Haberl. Das Bundesarbeitsministerium plane zwar, solche Arbeitsverhältnisse einzudämmen. Befristungen ohne Sachgrund sollen danach auf 18 Monate begrenzt werden und maximal 2,5 Prozent der Belegschaft betreffen. Allerdings wären nach aktuellem Stand Betriebe mit weniger als 75 Beschäftigten vom Gesetz ausgenommen.

 

„Ein Großteil der Beschäftigten im Gastgewerbe und im Lebensmittelhandwerk hätte davon praktisch nichts“, kritisiert die Gewerkschaft und fordert daher ein vollständiges Verbot der sachgrundlosen Befristung. Dieses soll unabhängig von der Betriebsgröße gelten.

 

Darüber hinaus fordert die NGG eine Aufwertung der Berufsausbildung. „Es sollte auch mit dem Gesellenbrief möglich sein, an der Hochschule zu studieren“, sagt Haberl. Bisher gibt es die Hochschulreife nur mit dem Abitur. „Viele Branchen wandeln sich mit der Digitalisierung rasant. Das bringt ganz neue Anforderungen an Fachkräfte. Ein Studium nach der Lehre kann enorm helfen, sich für die Wirtschaft 4.0 zu wappnen“, so der Gewerkschafter.

 

 

Foto: NGG

Miteinander reden – Zukunft gestalten

Bürger haben das Wort

 

„Die Region Landshut hat Zukunft“, sind sich die CSU-Kandidaten für die Landtags- und Bezirkstagswahl, Helmut Radlmeier, Martina Hammerl, Prof. Dr. Ralph Pütz und Rudolf Schnur sicher. Doch wie soll diese Zukunft aussehen? Um ergänzend zu den eigenen Vorstellungen Impulse einzuholen, laden die Kandidaten alle Bürgerinnen und Bürger in den nächsten Monaten zu 5 großen Diskussionsrunden ein. Unter dem Titel „Miteinander reden – Zukunft gestalten“ werden dabei die Vorschläge, Anregungen und Ideen der Bürger der Region Landshut gesammelt.

 

Mit den Beiträgen wird ein „Zukunftsplan“ für die Region erarbeitet und auf den verschiedenen politischen Ebenen eingebracht. „Viel zu oft wird nur geredet, anstatt wirklich zuzuhören. Das wollen wir ändern. Ob zur sogenannten großen Politik oder den vermeintlich kleinen Problemen vor Ort – thematisch sind keine Grenzen gesetzt. Wir freuen uns auf die Beiträge und die rege Teilnahme. Denn Politik kann nur dann gestalten, wenn sich möglichst viele einbringen“, so die Kandidaten.

 

Teil 4 der Reihe findet am Donnerstag, 23. August um 19 Uhr im Stadl der Tafernwirtschaft Schönbrunn statt. Die Bürgerinnen und Bürger der Region sind herzlich eingeladen.

 

Bildtext: Machten sich ein Bild von der Fertigung und den Produkten der Firma Deutronic: Adlkofens Bürgermeisterin Rosa Maria Maurer (2. v. l.), Landkreis-Wirtschaftsförderer Ludwig Götz (3. v. l.) und Landrat Peter Dreier (2. v. r.) mit Firmengründer Eduard Wanzke (rechts).

 

Als Global Player zuhause in Adlkofen

Landrat Peter Dreier besuchte den Hauptsitz der Deutronic Elektronik GmbH

 

Intelligente Leistungselektronik und individuelle Testsysteme für Kunden weltweit: Dem hat sich die Firma Deutronic mit ihrem Hauptsitz in Adlkofen verschrieben. Landrat Peter Dreier hat, gemeinsam mit Adlkofens Bürgermeisterin Rosa Maria Maurer und Landkreis-Wirtschaftsförderer Ludwig Götz, das Unternehmen besucht und zeigte sich beeindruckt von der Produktvielfalt und -innovation, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter dem Leitbild „Power and more“ in Adlkofen an den Tag legen. Gleichspannungswandler, Energielade- und Speichersysteme, Gebäudeautomatisierungen und Motorregler mit höchstem Effizienzgrad gehören zu den Deutronic-Produkten, aber vor allem den Bau von Testsystemen und -anlagen für die Automobilindustrie hat sich in den vergangenen Monaten extrem verstärkt.

 

Vor 35 Jahren in Adlkofen von Eduard und Mechthild Wanzke gegründet, ist die Firma rasant angewachsen und mittlerweile weltbekannt. Nach der Übernahme zweier bestehender Elektronikfirmen in Deggendorf und Grafenau wurde die Edwanz Firmengruppe gegründet, die die drei Standbeine miteinander verbindet. Mittlerweile wurden zwei weitere Produktionsstandorte in Tschechien und seit 2016 eine Niederlassung in China und eine in USA gegründet.

 

Deutronic ist von Anfang an in der Hand der Familie Wanzke und wird von Eduard Wanzke, Christian Wanzke und Thomas Wanzke geführt. Die dritte Generation steht bereits in den Startlöchern und hat sich ganz der Elektrotechnik verschrieben.

 

Deutronic zeichnet auch seine internationale Ausrichtung aus, bei einigen Sparten sind die Adlkofener Produkte weltweit führend oder gar einzigartig. Deshalb hat das Unternehmen ein weltweites Sevicenetzwerk und verschiedene Niederlassungen aufgebaut. Kaum ein Auto kommt mehr ohne die Technik von Deutronic aus: Fast alle Fahrzeugproduzenten gehören zu den Kunden des Adlkofener Konzerns, im Bereich der Ladecomputer sind sie der Weltmarktführer. Durch ein eigenes Umweltprüflabor und ein Forschungslabor für Energiespeicher können die Geräte auch unter extremen Bedingungen auf ihre Leistungsfähigkeit getestet bzw. neue Technologien entwickelt werden – sehr zur Zufriedenheit der vielen Kunden Deutronics.

 

Trotz allen Erfolges bleibt der Mensch für Deutronic die wichtigste Ressource – die Firma setzt auf eine langfristige Mitarbeiterbindung und bietet die Möglichkeit, auch innerhalb der verschiedenen Sparten des Unternehmens sich beruflich zu verändern und neue Herausforderungen zu suchen. Auch ein längerer Auslandsaufenthalt, um weitere Erfahrungen zu sammeln, wird bei Wunsch durch Deutronic realisiert. Am Hauptstandort Adlkofen sind derzeit etwa 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, viele bereits seit Jahrzehnten. Weltweit arbeiten rund 600 Menschen für das niederbayerische Unternehmen.

 

Entwicklung, Produktion, Verwaltung und Versand brauchen Platz – deshalb baut das Unternehmen derzeit in Adlkofen ein drittes Firmengebäude mit 4000m². Bei einem Rundgang durch die Baustelle konnten sich die Besucher von Gemeinde und Landkreis ein Bild über den Fortschritt der Arbeiten machen. Das neue Gebäude soll nach Unternehmensangaben noch 2018 bezogen werden. Damit unterstreicht die Firmengruppe erneut ihr Bekenntnis zum Standort Adlkofen: „Die ruhige Lage ist wichtig für Kreativität, wir und auch unsere Mitarbeiter schätzen die Nähe zur Natur – es war uns auch wichtig, dass sich das neue Firmengebäude von der Architektur her harmonisch an die bestehenden Bauten und das Landschaftsbild einfügt“, betont die Familie Wanzke.

 

Landrat Dreier zeigte sich begeistert von so viel Innovation und Unternehmergeist in Adlkofen: „Mit wie viel Engagement und Liebe zum Detail die Firma Deutronic arbeitet, ist herausragend. Hier sind wirkliche Tüftler am Werk, die ihr Handwerk verstehen und lieben. Ein absolutes Aushängeschild für unsere Region und seine starke Wirtschaft.“

 

Foto: Landkreis

 

 

Behindertentoiletten probeweise rund um die Uhr geöffnet

Stadtverwaltung reagiert damit auf konstruktiv-kritischen Facebook-Beitrag einer Betroffenen

 

Die beiden Behindertentoiletten am Ländtorplatz und in der Steckengasse sind ab sofort rund um die Uhr zugänglich. Damit reagiert die Stadtverwaltung auf den konstruktiv-kritischen Facebook-Beitrag einer Betroffenen. Die junge Frau hatte bemängelt, dass bislang auch Behinderten-WCs – wie alle anderen öffentlichen Toiletten – am späten Abend abgesperrt wurden, um Vandalismus zu verhindern.

 

„Diese Regelung wird den Bedürfnissen von Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen in der Tat nicht gerecht“, sagt Oberbürgermeister Alexander Putz, dem die bisherige Praxis unbekannt war. „Der berechtigte Hinweis der betroffenen Dame war deswegen sehr hilfreich. Wir haben verwaltungsintern rasch und unbürokratisch entschieden, dass wir künftig zumindest die beiden Toiletten, die nur mit einem ausschließlich Behinderten vorbehaltenen Euro-Schlüssel zugänglich sind, auch nachts geöffnet lassen.“

 

Die neue Regelung gilt vorerst laut dem zuständigen Baureferat allerdings nur probeweise. Denn die für die beiden genannten WCs nun abgeschafften Schließzeiten hatte die Stadtverwaltung vor Jahren aus guten Gründen eingeführt. Damals waren nämlich einige öffentliche Toiletten, darunter auch solche für Behinderte, wiederholt durch Vandalismus beschädigt worden. Bedauerlicherweise hatte zudem der Inhaber eines Euro-Schlüssels Behinderten-WCs mehrfach verbotenerweise zum Übernachten genutzt. Daraus hatte die Verwaltung dann die Konsequenzen gezogen.

 

Unter dem Fehlverhalten Einzelner dürften aber nicht alle Menschen mit Behinderung leiden, findet OB Putz. „Zweifellos ist die nächtliche Schließung ein probates Mittel, um Vandalismus in öffentlichen Toilettengebäuden zu verhindern“, räumt er ein. „Für verhältnismäßig halte ich diese Regelung aber zumindest im Fall der beiden nur durch Euro-Schlüssel zugänglichen WCs nicht.“ Vielmehr setzt der Rathauschef auf die Vernunft aller Bürger: „Rund um die Uhr öffentlich zugängliche, behindertengerechte Toiletten sind ein unverzichtbares Angebot, um körperlich beeinträchtigten Personen volle Teilhabe am gesellschaftlichen Leben unserer Stadt zu ermöglichen. Ich appelliere deswegen an alle Bürgerinnen und Bürger, insbesondere aber an die Inhaber eines Euro-Schlüssels, diese WCs pfleglich zu behandeln und etwaigen Vandalismus umgehend zu melden.“

 

Foto: h.j.lodermeier

Bildtext: Über 500 Exponate können bei der 555. Herbstauktion mit internationalem Publikum am 22. September im neuen Kunst- und Auktionshaus Ruef am Dreifaltigkeitsplatz ersteigert werden. Das Foto zeigt Inhaber Andreas Ruef (links) mit Geschäftspartner Axel Schlapka (rechts) sowie Oberbürgermeister Alexander Putz vor einem reich bemalten, mit Reiterdarstellungen verzierten österreichischen Bauernschrank, Reiterkasten, aus dem 18. Jahrhundert.

 

Schätze von Weltrang halten Einzug in Landshut

OB Putz: Ein Gewinn für die Innenstadt – stolz auf Ansiedlung des Traditionsunternehmens „Ruef“

Eines der ältesten Häuser Landshuts beherbergt seit Kurzem eines der ältesten Kunst- und Auktionshäuser Deutschlands: Das pittoreske Anwesen am Dreifaltigkeitsplatz 175 am Fuße der Burg Trausnitz stand dort bereits vor der Landshuter Hochzeit im Jahre 1475 und diente über die Jahrhunderte hinweg schon so manch prominentem Bewohner als Refugium – seit Juni nun residiert in den über 400 Quadratmeter großen Räumlichkeiten des 13. Jahrhunderts das international renommierte Traditionsunternehmen Ruef, deren Münchener Wurzeln bis ins Jahr 1844 reichen. Dass das familiengeführte Unternehmen, deren Expertise und Exponate Kunstsammler aus aller Welt anzieht, die Stadt Landshut als neuen Sitz gewählt hat, freut Oberbürgermeister Alexander Putz ganz besonders, wie er beim jüngsten Treffen mit dem Inhaber Andreas Ruef und seinem Geschäftspartner Axel Schlapka sagte.

Ob die legendäre Versteigerung des Inventars von Schloss Höhenried am Starnberger See mit dem kostbaren Nachlass der schillernden deutsch-amerikanischen Millionärin Wilhelmina Busch-Woods 1955 oder dem lange verloren geglaubten Selbstporträts der jüdischen Malerin Lotte Laserstein von 1927, das mit mehr als 100.000 Euro am Auktionspult gewürdigt wurde: Viele bedeutende Werke und einzigartige Sammlungen sind über das Ruef‘sche Versteigerungspult gegangen – die Liste ließe sich noch beliebig lang erweitern. Seit 1844 wird in der fünften Generation hochwertige Kunst ersteigert und verkauft, beispielsweise aus Privatsammlungen, Nachlässen und Haushaltsauflösungen – vom Mittelalter bis zur

Moderne. Das breite Spektrum umfasst unter anderem Möbel, Gemälde, Moderne Kunst nach 1945, Glas, Silber, Porzellane, Kunsthandwerk, Asiatika, Skulpturen, Designobjekte, Schmuck, Uhren, Sammlerteppiche und vieles mehr. Der Anspruch des Hauses, deren treue Kunden besonders den persönlichen und vertrauensvollen Umgang schätzen: Wertbeständige Kunst anzubieten und dabei für den Einlieferer überdurchschnittliche Erlöse zu erzielen.

Geleitet werden die Unternehmensgeschicke vom Kunst- und Antiquitätenexperten Andreas Ruef. Er gilt als wahrer Meister auf seinem Gebiet, auf dessen Expertise weltweit zurückgegriffenen wird. Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Axel Schlapka, Fachautor einiger Kunstbücher und einer der bekanntesten Biedermeier-Spezialisten, öffneten sie kürzlich die geschichtsträchtigen Pforten ihres neu gegründeten Auktionshauses nahe des Eingangstores zur Stadt. Auf beiden Etagen werden nun mehrmals jährlich Kunstauktionen sowie Verkaufs- und

Kunstausstellungen mit internationalem Publikum stattfinden. „Die Ansiedlung des Münchener Traditionsunternehmens ist eine große Bereicherung für Landshut und ein Gewinn für die Innenstadt“, sagte Oberbürgermeister Alexander Putz beim Besuch des Auktionshauses.

Weshalb sich Ruef und Schlapka für Landshut entschieden: Unter anderem die Schönheit der Stadt, private Erinnerungen und die freistehende Immobilie, die mit ihren großzügigen Räumen und ihren Spitzbogengewölben aus dem frühen Mittelalter einen mehr als passenden Rahmen für ein Kunst- und Auktionshaus biete, seien für die Umsiedlung ausschlaggebend gewesen. „Ich mochte Landshut schon immer“, ergänzte Ruef. Seine Familie pflegte eine enge Freundschaft zu Landshuter Künstlern, wie dem bekannten Maler und Goldschmied Hugo Högner oder dem Weltkünstler Fritz Koenig, sodass sich damals oft die Gelegenheit für einen Besuch geboten habe. Auch sein Geschäftspartner Axel Schlapka, der zuvor 15 Jahre in München lebte, verliebte sich gleich bei seinem ersten Besuch und der Besichtigung des Gebäudes in Landshut: „Es ist eine wunderbare Stadt“, schwärmte er: Seiner festen Überzeugung nach sei sie es wert, zum Weltkulturerbe erklärt zu werden.

Bei einem Rundgang durch die großzügigen Räumlichkeiten, in denen alte und moderne Kunst präsentiert wird, zeigte sich Oberbürgermeister Alexander Putz beeindruckt von den vielen Raritäten. „Es macht mir eine Freude, jeden Tag hier aufzusperren“, sagte Ruef mit Blick aus dem Fenster und der „herrlichen Aussicht auf die Martinskirche“. Zu ihrem neuen geschichtsreichen Refugium, das einst den Landshuter Herzögen als Ochsenschlächterei diente und später als Branntweinbrennerei fungierte, beglückwünschten sie auch viele ihrer internationalen Kunden, wie zuletzt ein Kunstsammler aus Russland: Dieser fahre eigenen Aussagen zufolge lieber nach Landshut als nach München. Eine entscheidende Rolle spiele da sicherlich auch die Nähe Landshuts zum Flughafen, wie Ruef und Schlapka anmerkten. Auf dem internationalen Kunstparkett werden sie am 22. September anlässlich ihrer 555. großen Herbstversteigerung wieder Auktionsakzente setzen. Mit über 500 Exponaten dürfen sich Jungsammler und Grandseigneurs der Szene wieder auf eine reiche Kunst-Ernte freuen. „Ruef“ wartet dabei wieder mit einem spannungsreichen Bogen alter und moderner Kunst sowie mit zahlreichen Höhepunkten aus den Sparten des klassischen Kunsthandwerkes und der Moderne der frühen Jahre auf: Angeboten werden unter anderem seltene Nymphenburger Porzellane; im Bereich des Kunsthandwerks kommt eine Reliefintarsie des berühmten Bildschnitzers Adam Eck aus Eger zum Aufruf, die Abteilung Ostasiatica wartet mit Exponaten aus der Edo-Periode auf und im Bereich der Volkskunst gibt es feine Klosterarbeiten, Kastenkrippen sowie reizvolle Bauernschränke und Kommoden; Militaria-Sammler kommen mit einer Auswahl an Orden und Beamtendegen ebenfalls nicht zu kurz. Eine Vorschau sowie ausführliche Informationen rund um die Auktion gibt es online unter www.kunstauktionen-ruef.de. Die Vorbesichtigung der Herbstauktion läuft – kundenorientiert – volle sechs Tage vom 14. bis 19. September, wochentags von 10 bis 18 Uhr, am Samstag und Sonntag von 10 bis 16 Uhr. Objekte werden noch bis 28. August entgegengenommen.

 

Foto: Stadt Landshut

 

Öffentliche Führung „Lebenslinien – Paul Klee und Fritz Koenig“ am Mittwoch, 22.08.18, 15:00 Uhr

Was passiert auf einer bittersüßen Insel? Wie klingt eine Zwitschermaschine? Welche Farbe hat das Glück? Diesen Fragen können Kinder in Begleitung Erwachsener am Mittwoch, den 22 August um 15 Uhr im KASiMiRmuseum nachgehen. Dr. Doris Danzer führt dort durch die aktuelle Ausstellung „Lebenslinien – Paul Klee und Fritz Koenig“. Klees Bilder regen zum Träumen, Malen und Experimentieren an. An Mitmach-Stationen können Kinder selbst kreativ werden. Und dass auch große Künstler wie Klee und Koenig mal klein angefangen haben, zeigen deren Kinderzeichnungen in der Ausstellung.

Die Führung kostet 4 € pro Person, Freundeskreismitglieder sind frei.

 

Öffentliche Führung „Was ein Museum alles braucht – aus dem Blickwinkel der Restaurierung“ am Sonntag, 26.08.18, 15:00 Uhr

 

Einen denkmalgeschützten Gebäudekomplex in ein funktionierendes Museum umzubauen, ist eine Herausforderung. Für die Besucher sichtbar ist nur ein Teil der besonderen Bestandteile, etwa die Vitrinen. Verborgen oder kaum beachtet sind weitere Einbauten, die für das Ausstellen unverzichtbar sind. Dipl.-Restauratorin Anette Klöpfer zeigt in einer Führung am 26. August um 15 Uhr einen interessanten Blick in das Herz des neuen LANDSHUTmuseums und berichtet über dessen Entstehung.

 

Die Führung kostet vier Euro (Mitglieder des Freundeskreises frei, Eintritt frei).

 

WEZ: Vorübergehend keine Problemabfall-Anlieferung

Im Wertstoff- und Entsorgungszentrum (WEZ) der Stadt Landshut, Äußere Parkstraße 1, Altdorf, ist ab Dienstag, 21. August, bis Samstag, 1. September, krankheitsbedingt keine Problemabfall-Anlieferung aus dem Stadtgebiet und dem Landkreis Landshut möglich. Sperrige Abfälle und Wertstoffe aus dem Stadtgebiet Landshut können weiterhin angeliefert werden.

 

Foto: h.j.lodermeier

Eröffnung der Begleitausstellung „BrandNeu“ im Rathausfoyer

 

Der Landshuter Haferlmarkt im September ist in jedem Jahr der Höhepunkt für Freunde der Keramikkunst. Wer sich bis dahin nicht gedulden kann, hat die Möglichkeit im Vorfeld die Begleitausstellung „BrandNeu“ im Rathausfoyer zu besuchen, die am Dienstag, 28. August um 19 Uhr eröffnet wird.

 

Vom 29. August bis 9. September stellen die Keramik-Künstlerinnen und –Künstler ihre brandneue Ware aus und vermitteln dem Besucher einen eindrucksvollen Überblick über die Vielfalt der Keramik. Je nach Künstler gibt es von der Gebrauchskeramik bis zur freien Keramik alle Highlights der Keramikkunst.

 

Die Ausstellung ist Dienstag bis Donnerstag von 14 – 18 Uhr geöffnet, Freitag bis Sonntag von 11 – 18 Uhr.

 

Fotos: Verkehrsverein Landshut

Ver.di-Ortsverein Landshut erklärt den 14. Oktober zum Mietertag!

 

Am Mittwoch gründete der ver.di-Ortsverein Landshut einen Arbeitskreis für die Kampagne „Ohne Moos wohnungslos!“. Auch die Gewerkschaft unterstützt den Bürgerentscheid für die Gründung einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft, den die SPD in den vergangenen Wochen durch die erfolgreiche Unterschriftensammlung für das Bürgerbegehren eingeleitet hat. „Wir werden mit Aktionen, Flyern und Plakaten auf die Brisanz des Themas aufmerksam machen und für ein positives Abstimmungsergebnis werben, denn schließlich sind auch viele unserer Gewerkschaftskolleg*innen aus der Stadt betroffen.“, begründet der Vorsitzende Karlheinz Unfried die Kampagne.

Die Mietpreissteigerung in Landshut beschäftigt den Ortsvereinsvorstand schon eine längere Zeit. Immerhin seien die Mieten in den vergangenen Jahren um über 50 % gestiegen und es trifft hierbei die Arbeitnehmer*innen ganz besonders hart. Denn egal wie hoch die Tarifabschlüsse gelingen, die hart erkämpft werden: Die Mietpreissteigerung könne dadurch nicht aufgefangen werden. Eines sei klar, ein Ende könne dem nur gesetzt werden, wenn mehr öffentlicher Wohnungsbau durch Freistaat und Kommune erfolgen würden, statt alles dem freien Markt zu überlassen, ist der einhellige Tenor des Vorstandes. Mit der Kampagne will die Gewerkschaft ver.di ein Zeichen setzen und Gewerkschaftsmitglieder wie auch alle anderen Landshuterinnen und Landshuter aufrufen, am 14. Oktober für bezahlbaren Wohnungsbau, für die Gründung einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft zu stimmen.

Von niedrigeren Mieten profitieren nicht nur die Mieter und Mieterinnen. Vor allem der Einzelhandel in und um Landshut würde diesen positiven Effekt zu spüren bekommen. Denn wenn Menschen mehr von ihrem Netto-Einkommen für den privaten Konsum zur Verfügung haben, anstatt für teure Mieten ausgeben zu müssen, dann würde dieses Geld zum größten Teil in den Einzelhandel fließen und nicht wie bei vielen Wohlhabenden auf irgendeinem Konto schlummern.

Das Aktionssymbol „14. Oktober ist Mietertag“, ein rotes Haus auf weißem Grund, soll überall in Landshut zu sehen sein, an Fenstern, Zäunen und zu sonstigen Gelegenheiten. Damit wollen wir ein Zeichen setzten und die Verantwortlichen sollen sehen wie groß die Zustimmung der Bevölkerung ist, so Karlheinz Unfried.

Wer diese Aktion der Gewerkschaft unterstützen möchte, kann beim Vorsitzenden des ver.di-Ortsvereins Karlheinz Unfried unter der Telefonnummer: 0174-1708377 Plakate, Flyer und Buttons in vielen verschiedenen Größen anfordern. „Wir rufen auch alle anderen Gewerkschaften in Landshut zur Unterstützung dieses wichtigen Bürgerentscheides auf.“, fordern die Vorstandsmitglieder.

 

Foto: SPD