Home Allgemein Aussteller der 15. Landshuter Umweltmesse: Bettinas Keimbackstube

Aussteller der 15. Landshuter Umweltmesse: Bettinas Keimbackstube

Die Bäckermeisterin Bettina Edmeier sollte 2006 ein Brot ohne Mehl backen – eine Idee von „Wasserforscher“ Gebhard Bader, genannt Gebado, der leider schon 2014 verstorben ist. Gebado war ein kreativer Mensch und Initiator des Elisa Quellwasser-Systems*. Die Frage, die er sich damals stellte, war: Ist es möglich, mit der eigenen Kraft des Korns ein Brot herzustellen – also ohne jegliche Zusätze? Ja, es war möglich, doch ein brauchbares Ergebnis gelang erst nach zahlreichen, monatelangen Versuchen.

Bettina Edmeier erklärt den Ablauf: „Drei bis vier Tage keimt das Korn, 24 Stunden lang wird es eingeweicht, zweimal täglich gespült, mit frischem Wasser versorgt und darf dann in die Kühlung nochmals für drei Tage zum Keimen. Die Pflanzenzellen arbeiten bei diesem Prozess weiter und atmen Kohlendioxid aus, das den Samen zu einem lebendigen Wesen heranwachsen lässt. So entsteht ein Brot nur mit den Wachstumskräften der Natur. Zu der zerkleinerten Masse kommen portugiesisches Quellsole-Salz, „NATURBackferment“ und – je nach Brot- oder Gebäcksorte – Gewürze,  Gemüse oder ein Sesammantel hinzu, sonst nichts“. Der Teig steht mindestens acht Stunden und wird schließlich nur bei 160 Grad 90 Minuten gebacken. Gekühlt ist das Brot 10 bis 14 Tage haltbar. „Es schmeckt am dritten Tag am besten“, verrät die Bäckerin – und auch noch nach zehn Tagen, verrät der Schreiber.

Bettina Edmeier begann mit Dinkel, mittlerweile keimt Sie zusätzlich auch Gerste, Roggen und Buchweizen – überwiegend alles in Demeter-Qualität. Das Buchweizenbrot ist glutenfrei. Die Geschichte zum Buchweizen: Bettina traf des Öfteren durch „Zufall“ eine Frau, die sie immer wieder aufforderte, ein Buchweizenkeimbrot zu machen. Bettina wollte eigentlich nichts mit Buchweizen zu tun haben, da die Dame jedoch sehr hartnäckig war, probierte sie es einfach aus – dieses Buchweizenkeimbrot ist inzwischen eine ihrer gefragtesten Brotsorten.

Gelernt hat die gebürtige Zangbergerin (Landkreis Mühldorf) in einer konventionellen Bäckerei, danach arbeitete sie in verschiedenen Betrieben – bis sie in einer Bio-Bäckerei in München, der „Fritz Mühlenbäckerei“, „gelandet“ ist. Dort lernte sie mit Vollkorn umzugehen, sehr weichen Teigen, die nur mit wasserfeuchten Händen bearbeitet wurden. Danach war sie 18 Monate auf einem Kreuzfahrtschiff als Backstubenleiterin tätig. Wenig später trat das Lebenskeimbrot bzw. Gebado in ihr Leben. Die ungewöhnliche Keimbrot-Idee ist mittlerweile so erfolgreich, dass Sie ganz Deutschland in vielen Bioläden vertreten ist. Der großen, schlanken Endvierzigerin, Chefin von etwa 15 Mitarbeitern, „die fleißig, motiviert und kreativ sind“, wie sie betont, ist es von jeher wichtig, „wertvolle Brote herzustellen“.

Die Mutter eines sechsjährigen Buben ist der festen Überzeugung, dass es wichtig ist wie du was tust. „Was du tust, solltest du mit Liebe machen“. Materielles und Geistiges – Körper, Geist und Seele, gehören immer zusammen“, sagt sie. Aus diesem Grund ist sie auch im Demeter-Verband zertifiziert, dessen Mitglieder nach bio-dynamischen Richtlinien arbeiten, am Bauernhof eine Kreislaufwirtschaft pflegen, deren Rinder noch stolz ihre Hörner tragen dürfen und die Landwirte Pflanzenpräparate in homöopathischer Dosierung auf ihren Feldern ausbringen. Alles Hokuspokus? „Nein“, ist Bettina Edmeier überzeugt „denn wir alle sind eins, wir kommen alle aus dem selben Ursprung.“

Warum ist das Lebenskeimbrot um so viel wertvoller als „Mehlbrote“, wollen wir wissen? „Ein keimendes Getreidekorn ist ein kleines Wunder der Natur. Während des Keimvorgangs steigt der Vitamingehalt im Korn sprunghaft an. Die wertvollen Mineralstoffe werden für das Pflanzenwachstum bereitgestellt und sind dadurch auch für unsere Verdauung ‘bioverfügbar’“, erklärt Bettina Edmeier den Prozess des Keimens. „Durch das Keimen des Getreides wird das Korn lebendig. Beim Keimvorgang spalten sich die Kohlehydrate, Eiweißstoffe, Fette – also die Nährstoffe. Diese sind dadurch für den Körper sofort verfügbar und machen das Brot basisch. Das Brot ist leichter „verstoffwechselbar“ bzw. verdaulich, wie es Bettina Edmeier formuliert. Gleichzeitig spaltet dieser Vorgang die Gluten auf, das Brot ist also glutenarm.

Geeignet sind die Brote für Allergiker aller Art, betont die Bäckermeisterin auch für Diabetiker, da sich die Kohlenhydrate minimieren, es ist eiweißreich und frei von Soja- und Weizen-Gluten. Der „Eigenversuch“ zeigt, dass man gut kauen muss, dadurch weniger isst und schneller satt wird. Außerdem werden die Kohlenhydrate ab- und umgebaut, darunter auch diejenigen, die für Blähungen verantwortlich gemacht werden. Daher sind  Lebenskeim-Produkte besonders bekömmlich.

Die Bäckerin ist finanzielle Unterstützerin der Slow Food-Idee und Mitglied bei den freien Bäckern.  Slow Food die weltweit tätige Organisation fordert möglichst naturbelassene Lebensmittel herzustellen und zu essen, eine kleinstrukturierte Landwirtschaft oder nachhaltige Fischerei zu unterstützen sowie den Erhalt alter Haus- und Nutztierrassen oder Gemüse zu fördern. Da passt das Lebenskeimbrot perfekt hinein, da sie ohne chemische Zusätze arbeitet und ihr Getreide – wenn möglich – direkt vor der Haustür einkauft.

Zehn Brote sowie Kleingebäcksorten hat Bettina Edmeier im Angebot, Früchtebrot gibt’s saisonal unterschiedlich, derzeit ist es ein Aprikosen-Erdmandelgebäck mit Reissirup gesüßt. Neu ist der Dinkelkeim-Toast, dem allerdings Hefe und Butter zugefügt werden. Ebenfalls neu ist auch das Gmiasbrot aus Buchweizen, Erbsen, Karotten und Liebstöckel. Bettinas Edmeiers Idee hat sich am Markt durchgesetzt. Viele Auszeichnungen hat sie in den vergangenen Jahren eingeheimst, großes Lob der Kundschaft motiviert sie zusätzlich. So verkauft sie ihre Brotsorten in ganz Deutschland und Teilen Österreichs. Wer keinen Laden in der Nähe findet, der kann die Brote auch übers Internet bestellen.

Bettina Edmeier, Baumham 6, 83349 Palling,
Telefon: 0 86 29/9 87 95 55, www.lebenskeimbrot.de

* Energetisiertes Wasser: Die Firma Elisa Energiesysteme wurde von Elisabeth und Gebhard Bader 1998 gegründet. Seither werden in der Chiemgauer Manufaktur Quellwassersysteme in aufwändiger Handarbeit hergestellt. Anfangs wurden nur kleine Module für den Privatgebrauch produziert. Mittlerweile nutzen ca. 450 Bäckereien, Metzgereien, Brauereien, Landwirte, Hotels, gewerbliche Betriebe und mehrere tausend Privatkunden die Vorteile der natürlichen Wasseroptimierung. „Durch Forschung und intensive Beschäftigung mit dem Naturwunder Wasser ist es unser stetiges Bestreben, auch in Zusammenarbeit mit anderen Wasserforschern, unsere Quellwassersysteme zu optimieren und möglichst vielen Menschen zu ermöglichen, unser lebendiges Wasser zu nutzen“ verspricht Elisabeth Bader, die das Elisa Energiesystem in Taching am See vertreibt. www.elisaenergiesysteme.de

Herbert Zeilinger

 

Titelbild: Archiv KLARTEXT.LA