Home Allgemein Auf Testfahrt mit dem XL1 von Volkswagen

Auf Testfahrt mit dem XL1 von Volkswagen

Ein Vorserienfahrzeug persönlich einem Test zu unterziehen ist eine Möglichkeit, die man wahrnehmen sollte. In jedem Fall, wenn es sich um eines von Volkswagen handelt  und vom Konzernchef Ferdinand Piech selbst in Auftrag gegeben wurde.  Die Möglichkeit dazu ergab sich für mich am heutigen Samstag am Tegernsee. Einweisung , Start und Ziel war das sehr empfehlenswerte Park-Hotel Egerner Höfe in Rottach-Egern. Bei wechselhaftem Wetter wurden die beiden Antriebskomponenten Diesel-Kleinmotor und Elektromotor einem interessanten und aufschlussreichen Test unterzogen. Der in Osnabrück von Hand gefertigte Plug-In Hybrid-Zweisitzer startet dynamisch mit elektrischem Vortrieb und schaltet entweder nach Bedarf von selbst oder durch den Fahrer gewählt den luftgekühlten Zwei-Zylinder-Diesel zu.
Dieser sorgt entweder alleine oder im Verein mit dem E-Motor (beim Kick-down) für ausreichende Beschleunigung oder lädt die Batterien, die im vorderen Teil der Karosserie untergebracht sind. Der Dieselmotor mit nur 0,8-Liter Hubraum wurde als Mittelmotor eingebaut und sorgt im Leistungsbetrieb für einen sonoren Klang in die Sicherheitskabine aus CFK, in der zwei Personen Platz finden. Der Beifahrer sitzt zwar neben dem Fahrer, aber etwas nach hinten versetzt. Wie bei serienmäßigen Fahrzeugen steht eine Klimaanlage, ein Radio, eine Heizung und Lüftung zur Verfügung.
Die Aussenspiegel sind aus aerodynamischen Gründen durch zwei Kameras ersetzt, die in beiden Türverkleidungen per Monitore ein ausreichendes Bild vom Geschehen hinter dem XL1 wiedergeben.
Erstaunlich kraft- und wirkungsvoll verrichten die Bremsen im Zusammenspiel mit den ungewohnt schmalen Run-Flat-Reifen Ihren Dienst.
Nicht verheimlicht werden sollte, dass die Möglichkeit Gepäck unterzubringen sehr überschaubar ist. Der Kofferraum im Heck des XL1 ist eher für einen Schminkkoffer oder einen Getränketräger kleinerer Art ausreichend.
Aber Gütertransport war nicht  die Zielsetzung bei der Konstruktion des utopisch anmutenden Auto. Das Hauptziel war die Erreichung eines Kraftstoffverbrauchs von 1 Liter auf 100 Kilometer Wegstrecke. Mir gelang ein Verbrauch von 1,4 Liter / 100 km, obwohl mehrfach bergauf und mit kick-down gefahren wurde. Ehrlicherweise muss ich auch einräumen, dass das für den Verbrauch von 1 Liter zugrunde gelegte Normgewicht von 75 Kilogramm pro Insasse erheblich übertroffen wurde.

Übrigens: Von dem Flügeltürer werden insgesamt nur 200 Stück hergestellt und zu einem Preis von je 111.000,00 Euro veräußert. Kenner der Automobilszene wissen es: eine Geldanlage mit Zukunft. Bei der geringen Stückzahl und dem innovativen Ansatz wird der Wert mit zunehmenden Alter dieser Technologieleuchttürme wohl deutlich steigen.

Bleibt mir nur noch der Volkswagen Sachsen GmbH und vor allem dem Volkswagenzentrum Landshut, Frau Bettina Berndt, für diese hervorragende Gelegenheit einer ausgiebigen Probefahrt zu danken und dem VW-Betreuungsteam vor Ort zu bescheinigen, dass ein absolut professioneller Ablauf stattfand. Frau Petra Fischer und Ihre Kollegen haben in einem erstklassigen Ambiente einer Reihe von Testfahrern hochinteressante Einblicke in die automobile Zukunft verschafft.

Rudolf Schnur
Redaktion Klartext.LA

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