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Ascha auf dem Weg zum energieautarken Dorf

Foto von links: Christian Hirtreiter (Straßkirchen). AKU-Bezirksvorsitzender Rudi Schnur (Landshut), Xaver Sixt  (St. Englmar),  Edeltraud Eifler (Kehlheim), der Kehlheimer AKU-Kreisvorsitzende Lothar Steinsdorfer (Rohr) und stellv. AKU-Kreisvorsitzender Martin Haberl (Steinach, rechts) beim Informationsabend „Auf dem Weg zum energieautarken Dorf“ im Straßkirchner Gasthof „Zur Post“

 

Ascha schreitet mit Innovationsbewußtstein in die Zukunft

Energiewende und regionales Wirtschaften standen beim Lichtbilderabend im Fokus

Straubing-Bogen/Straßkirchen: Der Kreisverband Straubing-Bogen des Umwelt-Arbeitskreises (AKU) führte am Freitag, 12. Juli 2013, in Zusammenarbeit mit der CSU Straßkirchen einen öffentlichen Informationsabend mit Lichtbildern zum Thema “Auf dem Weg zum energieautarken Dorf“ durch. Als Referent konnte Wolfgang Zirngibl, Bürgermeister der Gemeinde Ascha, gewonnen werden. Der hervorragende Referent stellte im Straßkirchner Gasthof „Zur Post“ den 25 anwesenden Zuhörern, darunter Funktionsträger des AKU-Bezirksverbandes, seine Erfahrungen bei den gemeindlichen Entwicklungen, hautnah vor. Bereits 2007 wurde die Gemeinde mit dem Umweltpreis der Bayerischen Landesstiftung für ihr Projekt „Kommunaler Klimaschutz – Nachhaltigkeitskonzept“ ausgezeichnet.

Die Gemeinde Ascha mit rund 1550 Einwohnern ist ein gutes Beispiel dafür, dass Gemeinden sich aktiv am Klimaschutz beteiligen und die regionale Wertschöpfung erhöhen können. Mittlerweile kann sich das Dorf zu 124 Prozent mit eigenem, erneuerbaren Strom versorgen und zu 46 Prozent wird die Wärme erneuerbar produziert. In Zukunft möchte die Gemeinde auch eine heizölfreie Gemeinde werden. Dazu werden  energieeffiziente Maßnahmen an kommunalen Gebäuden umgesetzt, finanzielle Anreize für Bauherren und den Bürgern Tipps zum Energiesparen weitergeleitet. Der Bürgermeister hat das Thema Energie zur Chefsache erklärt, er ist Initiator vieler Projekte. „Wir wollen uns vollständig mit Erneuerbaren Energien versorgen. Dabei haben wir volle Entscheidungsfreiheit – von der Standortplanung über die Projektentwicklung bis zur Beteiligung unserer Bürger“, so Bürgermeister Zirngibl.

Gerade die Jugend ist wichtig

Bewusstsein für die künftige nachhaltige Entwicklung zu schaffen und dabei die Neuerungen im Bereich Energie immer im Blick zu haben ist für Wolfgang Zirngibl besonders wichtig. Man muss dabei auch die Menschen mitnehmen, vor allem die Jugend als künftige Entscheider muss eingebunden werden, so Zirngibl Ascha hat dabei unter anderem mit seinem überregional anerkannten Agenda-21-Prozess und der zu einem großen Teil bereits umgesetzten autarken Energieversorgung. Mit dem „Fifty-Fifty“-Projekt werden die Schulen im Ort zum Energiesparen animiert. Das Projekt sieht vor, dass 50 Prozent des eingesparten Geldes die Schüler und Lehrer für die Schule selbst verwenden können. Die Schüler lernen richtiges Lüften, Heizen und im richtigen Moment den Lichtschalter zu bedienen. Außerdem wurde unter Wettbewerbsbedingungen konsequent der Stromverbrauch gemessen. Als Dankeschön gab es Preise und die Ergebnisse wurden auch den anderen Bürgern zur Verfügung gestellt. Bei dem Wettbewerb wurde der energiesparendste Bürger Aschas ermittelt und bei vielen Aktionen und Veranstaltungen sind die Bürger miteinbezogen. Darüber hinaus ist die Zertifizierung nach dem „European Energy Award“, einem Managementsystem, dass die Qualität der Energieerzeugung und –nutzung in einer Kommune bewertet sowie Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigt, ein wichtiger Baustein. Im neuen Baugebiet wurde ein Bonusprogramm von der Gemeinde installiert. Je umfangreicher die Effizienzmaßnahmen und der Einsatz der Erneuerbaren Energien in den neuen Häusern verwirklicht werden, desto größer ist der Rabatt den die Gemeinde bei Kauf des Grundstücks gewährt.

Klimaschonende Techniken bringen Bonuszahlungen

Für passive Sonnenenergienutzung, Nahwärmeanschluss an das Biomasse-Heizkraftwerk, eine Photovoltaikanlage, eine Wärmepumpe, oder einen Niedrigenergiehausstandard wird bei der Umsetzung der Bonus von maximal 5,11 EURO pro m² an den Bauherrn ausbezahlt.

Die Gemeinde möchte, dass mit dieser Maßnahme u.a. eine vorbildliche Energiesiedlung mit Pilotcharakter errichtet wird. Durch ein ausgearbeitetes Öko-Bonussystem, gelingt es, Bauherren zum Einsatz von klimaschonenden Techniken und Technologien anzuspornen.