Home Allgemein ANSTÖSSE GEBEN FÜR MODERNE SENIOREN-ARBEIT — Aktive entwicklen Seniorenpolitisches Konzept fort

ANSTÖSSE GEBEN FÜR MODERNE SENIOREN-ARBEIT — Aktive entwicklen Seniorenpolitisches Konzept fort

Anstöße geben für moderne Senioren-Arbeit

Treffen des Impuls-Netzwerks im Großen Sitzungssaal des Landratsamts Landshut: Aktive entwickeln Seniorenpolitisches Konzept fort

 

Eine Informations-Plattform zu schaffen, die eine rasche Übersicht über die Angebote für Senioren in der Region Landshut ermöglicht, eine Barrierefreiheits-Offensive zu starten, um ein zentrales Anliegen für alte und behinderte Menschen voranzubringen, die Forderung nach Stärkung der Fachstellen für Senioren: Dies waren die Schwerpunkte, die beim ersten „Austauschtreffen Impuls-Netzwerk Senioren“ gesetzt worden sind. Unter der Leitung von stellvertretendem Landrat Fritz Wittmann und 2. Bürgermeister Dr. Thomas Keyßner sowie der Moderation von Regionalmanagerin Britta Pinter diskutierten rund 60 Teilnehmer über Projekte für moderne Senioren-Arbeit.

 

Dass der demographische Wandel – die Zunahme des Anteils alter Menschen an der Gesamtbevölkerung – in vollem Gange ist, spiegele sich auch in den Terminkalendern von Kommunalpolitikern wider, stellte stellvertretender Landrat Fritz Wittmann fest bei der Begrüßung von vielen Pflege- und Gesundheitsfachkräften, Mitgliedern von Senioren-Vertretungen sowie Repräsentanten zahlreicher Einrichtungen: Es häuften sich auch bei ihm die Termine, bei denen es um Fragen rund um die Senioren und ihre Anliegen geht, sagte er bei dem Treffen im Großen Sitzungsaal des Landratsamts.

Dabei gebe es noch nicht einmal einen Konsens darüber, ab wann man zu den „Senioren“ gehöre. Klare Regeln gebe es für hauptamtliche Bürgermeister und Landräte – die 65-Jahre-Altersgrenze. Eine solche Obergrenze gelte aber nicht für das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten: Er nehme dies einfach einmal als Hinweis darauf, welche Tätigkeit mit mehr Belastungen verbunden sei, bemerkte Wittmann launig.

Nun, klar sei, dass die Formel „60 plus“ heute für große Gruppen von Menschen voller Ideen und Unternehmungsgeist stehe, führte Wittmann aus: Man lege daher im Landkreis Landshut nicht die Hände in den Schoß, nachdem ein Seniorenpolitisches Gesamtkonzept erarbeitet worden ist. Es sei vielmehr notwendig, nun darauf aufzubauen und Projekte voranzubringen – der Austausch von Erfahrungen unter den Aktiven in der Seniorenarbeit sei dabei unerlässlich für weitere Fortschritte.

 

Notfallmappe großer Erfolg

Im gleichem Sinn äußerte sich Landshuts 2. Bürgermeister Dr. Thomas Keyßner: Auch er unterstrich die Bedeutung des Informationsflusses, den das Impuls-Netzwerk ermögliche. Und wie Wittmann hob auch Keyßner die – auf Vorläufer-Publikationen aufbauend – neu erarbeitete Notfallmappe für die Bürger der Region Landshut als ersten großen Erfolg des Netzwerks hervor.

Überhaupt zeigten die vielen gemeinsamen Termine, dass Stadt und Land nun schon einiges gemeinsam auf den Weg gebracht hätten – und viele Aktionen alle Generationen ansprächen, wie Keyßner an einem bezeichnenden Beispiel deutlich machte: Er erinnerte an den Fahrradaktionstag, der unter anderem einen 93-Jährigen animiert habe, von Wörth nach Landshut zu radeln.

Gabriele Gaudlitz, Seniorenbeauftragte des Marktes Ergolding, und Ludwig Thoma, ihr Amtskollege bei der Gemeinde Wörth und deren 2. Bürgermeister, erläuterten persönliche wie berufliche Erfahrungen, die in ihre Arbeit bei der Erstellung von Notfallmappen eingeflossen sind, sowie prägende Ereignisse, die sie zu ihren Initiativen veranlasst haben. Anschaulich schilderten beide, vor was für Problemen Angehörige auf einen Schlag stehen, wenn jemand stirbt, schwerkrank oder geschäftsunfähig wird.

 

Trampen für Senioren

Regionalmanagerin Britta Pinter legte dar, dass die Handlungsfelder des Regionalmanagements von Bildung über Demographie bis Mobilität an vielen Stellen Schnittmengen aufweisen. Das machen, beim Themenkreis Mobilität, zum Beispiel Projekte deutlich, die in verschiedenen Teilen Deutschlands mit Erfolg praktiziert werden – die sogenannten Mitfahrbänke.

Was darunter zu verstehen ist, wurde den Versammelten mit Hilfe eines Films illustriert: Hinter den „Mitfahrbänken“ verbirgt sich so etwas wie „Trampen für Senioren“. Wer sich auf den speziell gekennzeichneten Mitfahrbänken niederlässt, zeigt damit an, was junge Leute am Straßenrand mit dem erhobenen Daumen signalisieren – sie wollen mitgenommen werden: in den Nachbarort, zu einem Einkaufszentrum, zu einer Bushaltestelle oder zum Bahnhof und natürlich wieder zurück. Mit Klappschildern an einem Pfosten wird angezeigt, wohin es gehen soll.

 

Schwerpunkte gesetzt

In der Marktgemeinde Essenbach soll im Sommer eine Strecke mit Mitfahrbänken eröffnet werden: Essenbach-Unterahrain-Ohu-Oberahrain. Bushaltestellen werden dabei als Treff- und Haltepunkte genutzt. Ziel ist es, „sowohl die Mobilität als auch das Gemeinschaftsgefühl zu stärken“, wie Marktgemeinderat Claus Schorn (Essenbach) deutlich machte. Auch die Gemeinde Tiefenbach beschäftigt sich mit dem Thema, wie 1. Bürgermeisterin Birgit Gatz bei dem Austauschtreffen unterstrich: Auch hier ist man auf der Suche nach einer geeigneten Strecke durchs Gemeindegebiet.

Im Rahmen eines Workshops wurde eine Reihe von Projekt-Ideen besprochen und gemeinsam erarbeitet, was man als nächstes anpacken will. Die Wahl fiel als erstes auf „Multiple Begegnungsstätten und Barrierefreiheits-Offensive“: Es sollen „Orte der Begegnung zwischen Menschen geschaffen werden, unabhängig von Lebenssituation und Alter (Beispiel: barrierefreies Bad mit Wickelmöglichkeit). Zugleich will man in den Kommunen ebenso wie in der breiten Öffentlichkeit „ein Bewusstsein für Barrierefreiheit schaffen“.

Weiterer Schwerpunkt ist die „Vernetzung und Übersicht der Angebote“ in Form einer klaren und übersichtlichen Darstellung von Angeboten, Einrichtungen und Informationen. Ansätze dafür liefern hier künftig zweimal im Jahr Treffen des Impuls-Netzwerks und die Seniorenbroschüre, die derzeit neu gestaltet und überarbeitet wird. Und schließlich setzen sich die Mitglieder des Netzwerks für eine Fachstelle für Senioren ein, für den „Aufbau einer zentralen Informations- und Dienstleistungsstelle“. Als Kontaktstelle soll sie Senioren auch Wege aufzeigen, ihr Leben so lange wie möglich selbständig zu führen.

Am Podium, von links: Seniorenbeauftragter und 2. Bürgermeister von Wörth Ludwig Thoma, die Seniorenbeauftragte des Marktes Ergolding, Gabriele Gaudlitz, 2. Bürgermeister der Stadt Landshut Dr. Thomas Keyßner, stellvertretender Landrat Fritz Wittmann, Marktgemeinderat Claus Schorn (Essenbach) und Regionalmanagerin Britta Pinter.

 

Im Rahmen eines Workshops nahmen die Teilnehmer des Austauschtreffens des Impuls-Netzwerks Senioren eine Auswahl von Themen vor, die bei der Weiterentwicklung der Senioren-Arbeit in der Region Landshut Vorrang haben sollen.

 

 Titelbild:

„Volles Haus“ im Großen Sitzungssaal des Landratsamts: Aus allen Teilen des Landkreises und aus der Stadt Landshut kamen Pflege- und Gesundheitsfachkräfte, Mitglieder von Senioren-Vertretungen sowie Vertreter verschiedener Einrichtungen zu dem Netzwerk-Treffen.

 

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