Home Allgemein ALTE JVA – Als Theater- und Jugendherbergs-Standort unrealistisch

ALTE JVA – Als Theater- und Jugendherbergs-Standort unrealistisch

Alte JVA

Wie geht es weiter?

Die alte JVA ist für die Stadt Landdshut ein interessantes Areal. In der jüngeren Vergangenheit gab es Überlegungen, die ehemalige Justizvollzugsanstalt als Jugendherberge oder als Wohnraum zu nutzen. Auch als Theater-Standort wurde sie ins Spiel gebracht. Die CSU-Fraktion stellt nun klar, warum beides unrealistisch ist.

Mit ihrer Lage am Eingang zur Innenstadt ist die alte JVA ein begehrtes Objekt. Auf Ersuchen der CSU-Stadtratsfraktion hat sich Landtagsabgeordneter Helmut Radlmeier über die Möglichkeiten einer Nutzung des Areals erkundigt. Dazu führte er Gespräche mit der IMBY (Immobilien Freistaat Bayern), dem Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr und der Regierung von Niederbayern. „Ein Umbau der alten JVA zu Wohnungen scheidet zumindest für die staatliche Wohnungsbaugesellschaft Bayernheim aus”, hält Radlmeier fest. Der Grund: Die Gebäude sind für eine Umwandlung in bezahlbare Wohnungen nicht geeignet. Da die Gebäude unter Denkmalschutz stehen, wären die Kosten eines Umbaus viel zu hoch. Zu hohe Mieten wären die Folge. Auch der Zuschnitt der Grundrisse, die kleinen Fenster sowie fehlende Balkone wären weitere Hürden, die Wohnungen entgegenstehen.

Tausch möglich

Der IMBY, die die Immobilien des Freistaats verwaltet, ist kein Bedarf von anderen staatlichen Stellen bekannt. Grundsätzlich wäre daher der Erwerb durch die Stadt Landshut denkbar. Falls der Erwerb der Alten JVA gewünscht wird, würde sich ein Grundstückstausch anbieten, schlägt Radlmeier vor: Die Stadt bietet dem Freistaat ein Grundstück an, auf dem die Bayernheim bezahlbare Wohnungen bauen kann. Dafür wird der Stadt (nach entsprechender Verrechnung der Grundstücke inkl. möglicher Differenzzahlungen) die Alte JVA überlassen. „Ich kann mir gut vorstellen, dass sich der Freistaat auf einen solchen Deal einlassen würde, zumal die Bayernheim Grundstücke für 10.000 Mietwohnungen sucht, die sie bis 2025 schaffen soll”, so der Landtagsabgeordnete.

Problem: derzeitige Nutzung

Aber ob es soweit kommt? „Die Frage ist und bleibt, was die Stadt mit der alten JVA machen könnte”, wirft Rudolf Schnur, Vorsitzender der CSU-Stadtratsfraktion, ein. Die Errichtung eines Theaters oder einer Jugendherberge sei kein kommunaler Bedarf, sprich keine Pflichtaufgabe der Stadt. Die Vergabe eines staatlichen Grundstücks an eine Kommune sehe aber einen solchen vor. Ansonsten müsste die IMBY öffentlich ausschreiben, führen Radlmeier und Schnur aus. Das zweite – und entscheidende – Problem ist aber die derzeitige Nutzung: Die Regierung von Niederbayern nutzt das Gelände bekanntlich, vertraglich abgesichert, für 10 Jahre für die Unterbringung von Spätaussiedlern und Resettlement-Flüchtlingen. Nach Einschätzung der Regierung wird man die Unterkünfte für den kompletten Zeitraum benötigen. Durch die Übergangswohnheime ist damit fürs Erste die Zufahrt blockiert, Parkplätze sind nicht vorhanden. Eine Nutzung mit Stellplatzbedarf scheidet damit wohl aus, meint Schnur, der sich bei Helmut Radlmeier für die Klarstellung dieser seitens der Bürger immer wieder gestellten Frage bedankte.

 

Die Mitglieder der CSU-Stadtratsfraktion: Dr. Max Fendl, Maximilian Götzer, Wilhelm Hess, Manfred Hölzlein, Anke Humpeneder-Graf, Dr. Dagmar Kaindl, Ingeborg Pongratz, Helmut Radlmeier, MdL, Lothar Reichwein, Gertraud Rößl, Rudolf Schnur, Gaby Sultanow, Philipp Wetzstein, Ludwig Zellner

 

Foto: Archiv – Klartext.LA