Home Allgemein Alle für die Bildung, trotzdem Mehrheit gegen das HCG!”

Alle für die Bildung, trotzdem Mehrheit gegen das HCG!”

0 1547

Zwei Stunden Debatte sind der Abstimmung über die Zukunft des NTG-Zweiges des Hans-Carossa-Gymnasium (HCG) vorangegangen. Dann die klare Entscheidung: 13 Stadträte folgten den Anträgen von Rudolf Schnur und Prof. Dr. Christoph Zeitler für eine Baufertigstellung bis zum September 2014 und 26 Stadträte votierten dagegen.

Vorher war Stadtrat Schnur mit seinem Antrag auf namentliche Abstimmung mit 9 : 28 gescheitert. Deswegen war mitschreiben angesagt.

Im Einzelnen stimmten für eine sichere und kalkulierbare Zukunft des HCG und die Einhaltung des von der Stadt im Jahre 2010 gegebenen Wortes an die Schulfamilie:

Dr. Wolfgang Götzer, CSU

Prof. Dr. Goderbauer-Marchner, CSU

Dr. Dagmar Kaindl, CSU

Prof. Dr. Thomas Küffner, CSU

Helmut Radlmeier, CSU

Rudolf Schnur, CSU

Dr. Stefan Schnurer, CSU

Hans-Peter Summer, CSU

Ludwig Zellner, CSU

Prof. Dr. Chr. Zeitler, FDP

Norbert Hoffmann, FDP

Bernd Friedrich, BfL

Margit Napf, BfL

Die SPD, Grünen, ÖDP und Freien Wähler stimmten geschlossen gegen den Ausbau der Bildungseinrichtung, wobei deren Sprecher vorher intensiv betont hatten, dass sie uneingeschränkt für Bildung eintreten und dies bei ihnen eine hohe Priorität genießt.

Die Tagesordnung war durch die Verknüpfung von HCG und Kindertagesstätten (Kindergarten in der Marschallstraße), von vorne herein auf das Ausspielen von “Kinder gegen Kinder” ausgerichtet. Dies wurde auch von Befürwortern und Gegnern der geltenden Prioritätenliste verurteilt.

Stadtrat Schnur führte zudem an, dass die Grundlage der bisherigen Haushaltsbeschlüsse gegen die Sicherstellung der Finanzierung jeweils die Aussage der Verwaltung war, dass die notwendige Genehmigung des Raumprogramms durch die Regierung von Niederbayern nicht vorliegt. Auf mehrfache Nachfrage wurde heute durch den Baureferenten Johannes Doll mitgeteilt, dass “die Regierung bisher geschwommen ist”. Derzeit sei nach deren Verlautbarung ein genehmigtes Raumprogramm nicht erforderlich, aber dies kann sich während der Planung ändern. Je nachdem, ob in wesentliche Bauteile eingegriffen werden muss. Schnur griff die Bemerkung des Stadtkämmerers Rupert Aigner auf, dass der Haushalt “Verlässlichkeit” ausstrahlen muss. Schnur nahm dies zum Anlass hervorzuheben, dass die Stadt seit 2010 gegenüber den Lehrern, den Schülern und den Eltern des HCG im Wort stehe und jetzt viel Vertrauen zur Disposition stünde.

Aigner hatte auch betont, dass das HCG kurz nach der Inbetriebnahme eines neuen Chemiesaales diesen als “an der falschen Stelle” bezeichnete und nicht genutzt wird.

Stadtrat Ludwig Zellner wies engagiert darauf hin, um was es bei der Entscheidung geht: “Eine klare Entscheidung für die Zukunftsfähigkeit des HCG und endlich eine klare Zeitperspektive.”.

Die Möglichkeit von Minimalbaumaßnahmen brachte Stadträtin Prof. Dr. Goderbauer-Marchner in die Diskussion ein. Sie sprach sich insgesamt für eine baldmögliche zukunftsfähige Gestaltung des HCG aus.

Stadträtin Ute Kubatschka, SPD, hielt sich gleich Eingangs zu lange mit einer Darstellung der Abfolge der Ereignisse der letzten Jahre auf, überzog die Redezeit von drei Minuten deutlich und wurde im Redefluss von OB Hans Rampf  mit den Worten “Frau Kubatschka, ihre Zeit ist abgelaufen.” gestoppt. Die ungewollt doppeldeutige Formulierung wurde von den Stadträten mit Gelächter aufgenommen.

Der Fraktionsvorsitzende der SPD, Klaus Pauli, verstieg sich in die Aussage, dass die Befürworter klarer Verhältnisse für das HCG nur eine “persönliche Befriedigung” suchten.

Christine Ackermann, ÖDP, sprach davon, dass eine Mitnutzung der Chemie- und Physikräume der FOS leicht möglich sei, da sich die Schüler “…auch in einem anderen physikalischen Raum zurechtfinden.”.

Lothar Reichwein, Freie Wähler, informierte über den Wahrheitsgehalt der LZ aus seiner Sicht: “…nicht alles was in der Zeitung steht, stimmt.”.

OB Hans Rampf bekräftigte “Landshut ist die Bildungsstadt” bevor er gegen das HCG stimmte. Des weiteren informierte er, dass Ministerialbeauftragter Drauschke mit ihm telefoniert hat und sich dabei entschuldigungsbereit gezeigt hat und sein Schreiben als überzogen bewertet hat. Der Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Niederbayern hatte das Verhaltens in Sachen HCG “mißbilligt”.

Auf der Besuchertribüne war die Schulleitung, die Lehrkräfte, die Schülermitverwaltung und der Elternbeirat sehr gut vertreten.

An ihnen ist es nun, mit der unbefriedigenden Situation zu Recht zu kommen, das Bild der getäuschten Schüler vor sich, die guten Glaubens waren, dass am HCG zum Schuljahr 2014 / 2015 ein der NTG-Zweig eingerichtet ist.  Keine leichte Aufgabe in der “Bildungsstadt Landshut”.