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Wir müssen ein Endlager in Deutschland finden, das über eine Million Jahre dicht bleibt

Medienerklärung 28.9.2020

Angesichts des gefährlich oberirdisch in Zwischenlagern abgestellten und tödlich strahlenden Atommülls müssen wir ein Endlager in Deutschland finden. Dieses muss in Erdschichten sein, die wenigstens eine Million Jahre den Todesmüll einschließen.

Die jetzt zu erwartenden Reaktionen „Endlager ja – aber hier nicht“ werden dem Problem nicht gerecht. Jeder Stromverbraucher, der in den letzten Jahrzehnten und vielleicht sogar noch heute Atomstrom bezieht, ist Mitverursacher unseres schrecklichen Atommüllproblems. Ebenso ist jede, die Politiker gewählt hat, die die Atomkraft haben ausbauen lassen, Mitverursacherin. Und jetzt müssen wir zusammen – mit Blick auf unsere Nachkommen – in Deutschland ein bestmögliches Endlager finden.

Übrigens: Wer meint, man sollte das Problem doch besser europäisch lösen, sollte sich klar machen, dass in Europa Deutschland wohl die bestgeeigneten Erdschichten hat. Eine europäische Lösung würde voraussichtlich auch den Strahlenmüll unserer Nachbarn zu uns bringen.

Gerade der hochradioaktive Atommüll wird durch die Spaltung des Urans in den Atomkraftwerken erzeugt. Uran strahlt – die Folgeprodukte strahlen millionenfach mehr. Bis sie wieder das Strahlenniveau von Uran erreichen, vergehen über eine Million Jahre. Alle in den letzten Jahrzehnten diskutierten Beseitigungswege a la „ins All schießen“ oder „im Meer versenken“ oder die „Wunderwaffe Transmutation“ sind nach Beurteilung von Fachleuten wie dem damaligen Arbeitskreis Endlager der Bundesregierung untauglich.

In einem laufenden Reaktor werden jeden Tag etwa 70 Kilogramm hochradioaktiver Müll erzeugt. Seine Strahlung ist höher als all die Strahlung, die beim Tschernobyl-Unfall freigesetzt wurde.

Seit sechs Jahrzehnten wird auch in Deutschland Atommüll erzeugt, für den es keine Entsorgung gibt.

Die oberirdischen Zwischenlager sind gerade bei Berücksichtigung nicht auszuschließender Terroranschläge nicht sicher. Deswegen brauchen wir in Deutschland ein Endlager in tiefen Erdschichten, die einen möglichst dichten Einschluss dieses Mülls für die notwendige Zeit in Aussicht stellen.

Unsere Bürgerinitiative fordert dazu auf, sich die Ewigkeitsdimension des von unserer Generation geschaffenen Atommülls bewusst zu machen und nicht in kurzsichtigen Lokalheldenreaktionen zu verharren.

Raimund Kamm  (Vorstand)

FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager

und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V.

Augsburg – Dillingen – Günzburg – Heidenheim – Ulm

www.atommuell-lager.de

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