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WAS MACHT EIN VERSORGUNGSARZT? – Dr. UWE SCHUBART BEANTWORTET WICHTIGE FRAGEN

Bildtext: Dr. Uwe Schubart hat seine Arbeit als Versorgungsarzt der Region Landshut aufgenommen.

Was macht ein Versorgungsarzt?

Dr. Uwe Schubart hat die wichtigsten Fragen beantwortet

 

Der Allgemeinmediziner Dr. Uwe Schubart aus Vilsheim wurde Anfang der Woche im Zuge der Corona-Pandemie zum Versorgungsarzt für Stadt und Landkreis Landshut berufen. Was seine Aufgaben sind, erklärt er im Folgenden:

Herr Dr. Schubart, Sie sind für die Dauer des Katastrophenfalls zum Versor-gungsarzt für Stadt und Landkreis Landshut berufen worden. Was sind Ihre Aufgaben?

Dr. Uwe Schubart: Meine wichtigste Aufgabe ist es, in der Region die ambulante Versorgung der Bevölkerung zu koordinieren. Dabei bin ich auf die Hilfe aller nieder-gelassenen Hausarzt- und Facharztpraxen angewiesen. Sollten einzelne Praxen vo-rübergehend ausfallen – sei es krankheitsbedingt, sei es aufgrund einer Quarantäne-bestimmung des Gesundheitsamts oder aus anderen Gründen -, würden die nun be-stellten vier Grundversorgungspraxen im jeweils definierten Gebiet die Vertretung für die betroffene Praxis übernehmen, damit die medizinische Versorgung der Patienten gewährleistet bleibt. Außerdem soll ich die Führungsgruppe des Katastrophenschut-zes in medizinischen Fragen, bei der Materialbeschaffung und bei der Testung von möglicherweise mit dem Coronavirus infizierten Personen unterstützen. Weiterhin ist in dieser Krisensituation auch die zahnärztliche Grundversorgung erforderlich: Bei Bedarf soll auch hier durch den Versorgungsarzt Unterstützung angeboten werden.

Ändert sich durch Ihre Berufung etwas für die Patienten der niedergelassenen Hausärzte in der Region?

Nein. Die Aufgabe aller niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte ist die medizinischen Grundversorgung der Bevölkerung und damit die Entlastung der Krankenhäuser. Erste Anlaufstation bleibt damit für alle Patienten der eigene Hausarzt, der dann ge-gebenenfalls an einen Facharzt oder die Kliniken überweisen würde.

Demnächst soll im ehemaligen „Rosenhof“ in Ergolding eine Schwerpunktpra-xis für Patienten aus Stadt und Landkreis Landshut eingerichtet werden. Wer wird diese Praxis ärztlich betreuen und für welche Patienten ist die Einrichtung gedacht?

Betrieben wird die Praxis von den niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen in der Region, wobei ich die Koordination übernehme. Die Praxis steht allen Patienten offen, bei denen eine Ansteckung nachgewiesen oder ein begründeter Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus besteht. Das ist dann der Fall, wenn einerseits leichte bis mittelschwere Symptome einer Atemwegserkrankung vorliegen und andererseits Kontakt zu einer nachweislich infizierten Person bestand. Über die Zuweisung an die Schwerpunktpraxis entscheiden die jeweiligen Haus- oder Fachärzte.

In der Region Landshut wurden bisher 481 Corona-Infektionen festgestellt. Die Zahl der Kontaktpersonen liegt bei 2033. Bisher sind 12 Infizierte, bei denen ein Zusam-menhang mit COVID19 möglich ist, verstorben (Stand: 02.04.2020, 17.00 Uhr). Die Anzahl der nachgewiesenen Infektionen bildet das gesamte Geschehen seit der KW11 ab, als der erste Corona-Fall in der Region nachgewiesen wurde. Zwischen-zeitlich Genesene (ca. 100 aus Stadt und Landkreis) und damit aus der häuslichen Quarantäne entlassene Personen sind noch in der Summe enthalten.

Derzeit werden in den Krankenhäusern in der Region 105 Patienten betreut, die mit dem Corona-Virus infiziert sind, davon befinden sich 23 auf den Intensivstationen (Stand: 02.04.2020, 9.30 Uhr). Dies sind aber nicht nur Patienten aus dem Raum Landshut – auch Bürgerinnen und Bürger anderer Landkreise befinden sich in den regionalen Kliniken zur Behandlung (werden aber von einem anderen Gesundheitsamt als Indexfall gelistet). Vorsorglich werden alle Patienten mit einem Atemwegsinfekt, die ins Krankenhaus eingeliefert werden, auf das Corona-Virus getestet. Ein großes Problem sind hier aber die fehlenden Laborkapazitäten – aufgrund der hohen Auslastung kann es mittlerweile mehr als sieben Tage dauern, bis das Testergebnis vorliegt. So lange bleibt der Patient in einer eigenen, isolierten Corona-Station; auch wenn sich nach Eingang des Testergebnisses herausstellen sollte, dass der Patient sich nicht mit dem Virus angesteckt hat. In der Zwischenzeit ist dieser Platz aber dennoch fest belegt und statistisch erfasst.

 

Foto: Landkreis Landshut

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