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„VON DER POLITIK NICHT INSTRUMENTALISIEREN LASSEN“

Bildtext von links: Robert Galatzka (Revisor), Manuela Wering (stellv. Vorsitzende), Evelyn Huber (Kassiererin), Hans-Peter Brunnhuber (Vorsitzender), Marco Rauschenberger (Schriftführer)

 

 

“Von der Politik nicht instrumentalisieren lassen”

Ein- und Ausblicke bei der Nachbarschaftshilfe Landshut – Wahl einer neuen Vorstandschaft

 

Am vergangenen Freitagabend trafen sich Mitglieder des Vereins der Nachbarschaftshilfe Landshut in den Weihenstephaner Stuben, um kommissarisch den Posten der Kassiererin und der stellvertretenden Vorsitzenden neu zu besetzen. Diese beiden Positionen im Verein wurden per Akklamation festgestellt. Manuela Wering wurde zur Stellvertreterin von Hans-Peter Brunnhuber und Evelyn Huber zur Kassiererin gewählt. Die eigentliche Wahl wird nach dem Fasching bei einem neuen Termin, in einer Mitgliederversammlung durchgeführt.

Der Vorsitzende der Nachbarschaftshilfe Hans-Peter Brunnhuber gab einen Ein- und Ausblick in die vielfältige Arbeit des Vereins. Der Verein Nachbarschaftshilfe Landshut e.V., der aus annähernd 60 Mitgliedern besteht, wurde 2011 gegründet, um schnell nachbarschaftliche Hilfe erfragen und leisten zu können und wird seit Oktober 2019 als gemeinnützig anerkannter Verein geführt.

„Wir sehen uns nicht als Konkurrenz zu heimischen Unternehmen, sondern wollen Hilfeleistungen geben, wie sie unter Nachbarn üblich sind und auch Menschen helfen, die sich diese Dienstleistungen nicht leisten können“, so die Aussage des Vereins. Mittlerweile geht das Aufgabenspektrum bei weitem über das hinaus, was man unter klassischer Nachbarschaftshilfe versteht, die sich in vielfältiger Weise insbesondere für bezahlbaren Wohnraum, Fahr- und Begleitdienste, Gartenarbeiten wie Rasenmähen und Mithilfe bei der Pflege des Gartens, Einkaufshilfen bei Anforderung, Hilfe im Haushalt, Aushelfen von Geräten wie Bohrmaschinen oder dgl., Hilfe bei Renovierungsarbeiten, Wasseranschlüssen, Reparaturarbeiten an Gas- und Wassergeräten, Kinderbetreuung, Tier-Sitting, Umzugshilfen, Begleitung bei Behördengängen, Beratung in allen Rentenversicherungsangelegenheiten, Hilfe bei plötzlicher Erkrankung, Hilfe in sozialen Notlagen, Nachhilfe für Schüler, Hilfe bei Problemen mit PC und Smartphone, Seniorenbegleitung zu Veranstaltungen wie Theater, die diese nicht mehr eigenständig besuchen können, kümmert und betreibt Veranstaltungen und Aktionen.

Wie der Vorsitzende Hans-Peter Brunnhuber berichtete, seien zur Zeit 25 Mitglieder als sozial geführt, die einen Beitrag von 5 Euro zu zahlen hätten, die aber nicht bezahlt werden müssen. Nur dann, wenn diese Mitglieder zahlen können, werden die 5 Euro abgebucht. Vier fördernde Mitglieder hat der Verein zu verzeichnen, darunter das Ehepaar Müller. Bei diesen Mitgliedern gilt der Förderungsbeitrag ab 50 Euro. Die Einnahmen aus den Mitgliederbeiträgen belaufen sich auf etwa 900 bis 1050 Euro. „Wir wirtschaften sparsam, was wir uns dringend anschaffen müssen, ist ein Telefon oder Handy, das immer zu erreichen sein muss“, so Brunnhuber. Das Anmieten eines Lagerraumes wäre von dringender Wichtigkeit.

Im Zeitraum von Mitte November bis Ende des Jahres wurden 13.874 Helferstunden geleistet. Der Job als Leiter der Nachbarschaftshilfe sei zu einem Fulltime-Job geworden. Man leistet sehr viel Hilfe in der Wohnraumbeschaffung, ein Bereich, den es noch auszuweiten gilt. In diesem Monat gab es bereits 302 Anfragen. Hilfefragen, wie muss ich mich verhalten bei Besuch von sozialen Einrichtungen der Stadt sind an der Tagesordnung. Für dieses Jahr befürchtet Hans-Peter Brunnhuber „Katastrophales“, wie er sich ausdrückte.

Bereits in diesem Monat gab es nicht nur 302 Wohnungsanfragen sondern es wurden 14 Lebensmittelverteilungen getätigt, diverse Ämterbegleitungen, 12 Nachfragen nach Einkaufshilfen und 20 Fahrdienste geleistet.  Die Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen und der monatliche Stammtisch des Vereins waren weitere Betätigungsfelder des Vereins. Außerdem wurden Reparaturhilfen und Haushaltshilfeanfragen abgearbeitet.

Die Nachbarschaftshilfe Landshut arbeitet mit dem Ostbayerischen Kulturportal e.V. zusammen. Die Kulturtafel Landshut ermöglicht Menschen mit niedrigen Einkünften, kostenfrei am sozialen Leben und an kulturellen Veranstaltungen in Landshut und Umgebung teilzunehmen, dazu gehören Theaterbesuche, Kabarett, Konzerte, Autorenlesungen, Veranstaltungen in der Sparkassen-Arena und Eskara in Essenbach, Dult-Besuch am Familiennachmittag und Besuch der Niederbayernschau. Für Kinder werden Aktionen wie die Teilnahme an Faschingsumzügen in Landshut und Ergolding, den Familienstammtisch mit Ostereiersuchen, die Weihnachts-Wunschbaum- und Nikolaus-Besuchs-Aktion, organisiert.

Der Vorsitzende der Nachbarschaftshilfe Landshut bestätigte die gute Zusammenarbeit mit den sozialen Behörden der Stadt. Im Gegensatz dazu, lässt die Hilfe des Landkreises in dieser Hinsicht stark zu wünschen übrig. „Wir suchen Menschen, die gerne helfen und sich sozial engagieren“, so Hans-Peter Brunnhuber.

 

Die frisch gewählte Stellvertreterin von Hans-Peter Brunnhuber, Manuela Wering, die sich speziell um die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins kümmern wird, weist darauf hin, dass der Verein Nachbarschaftshilfe Landshut e.V. sich keiner Partei anschließen und sich von der Politik nicht instrumentalisieren lassen möchte.

Manuela Wering möchte nach den Kommunalwahlen in Verbindung mit Vereinen wie etwa die Berber-Hilfe Landshut, ein gemeinsames Konzept entwickeln und dem Oberbürgermeister, sowie dem Stadtrat dieses an einem runden Tisch vorstellen. „Mir ist wichtig, dass die Stadt und der Landkreis mit ihren sozialen Behörden ein offenes Ohr für uns hat, das wäre unser Anliegen der Nachbarschaftshilfe“, so die Stellvertreterin des Vorsitzenden.

 

Text und Fotos: h.j.lodermeier

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