Home Kleinanzeigen Verkäufe

Craft Beer Werkstatt verwandelt Sparkassen-Arena in größtes Wirtshaus Niederbayerns

Über 2.800 Besucher (wissens-)durstig nach den Trends der Craft- und Spezialbiere

 

Alle Hände voll zu tun hatten am Wochenende die Aussteller und Messeorganisatoren der 2. Craft Beer Werkstatt – Niederbayerns größter Craftbeer-Messe. Über 2.800 Besucher strömten am Freitag und Samstag in die Sparkassen-Arena, um die über 200 Biere der 38 Brauereien zu kosten. Als am ersten Tag der Schirmherr der Messe, Landrat Peter Dreier, die Craftbeer Messe eröffnete, sah man ihm seinen Stolz durchaus an. Es sei ihm eine große Ehre, dass er auch im zweiten Jahr der Messe die Schirmherrschaft übernehmen dürfe, so Dreier. „Ich bin sehr heimatverbunden – und Bier gehört zur Heimat. Ich freue mich, dass wieder so viele Brauereien dabei sind und ihre Handwerkskunst herzeigen“, so der Landrat weiter. Und hergezeigt wurde jede Menge: klassische Biere kleiner und mittelständischer Brauereien sowie Ausgefallenes und Neues aus der Craftbier-Szene. Eines war dabei aber wichtig: Bei allen Brauern der Messe wird noch mit der Hand gebraut, große Konzernbrauereien waren tabu. „Ziel der Messe ist es, den kleineren und mittelständischen Brauereien eine Plattform zu bieten“, so Hans-Peter Vögl von Getränke Fleischmann. Diese Plattform wurde an beiden Tagen von den Besuchern dankend angenommen. Nach einem gemütlichen Start am Freitag gab es am Samstag kein Halten mehr, und so bildete sich bei der Öffnung der Halle um 16 Uhr direkt eine lange Schlange am Einlass. Trotzdem kam jeder schnell zu seinem Lieblingsbier und einem Ratsch mit den Brauern.

Hervorragend angenommen wurde auch der neugeschaffene Foodtruck-Bereich. Auf der Freifläche, im Anschluss der Halle, wurden die Messebesucher von acht verschiedenen Foodtrucks mit dem passenden Essen zum guten Bier verköstigt.

Auch die Bierbühne, auf der ganztags ein interessantes und abwechslungsreiches Vortrags- und Unterhaltungsprogramm stattfand, erwies sich als Publikumsmagnet. Und so musste man an beiden Tagen schnell sein, um einen freien Sitzplatz zu ergattern. Biersommeliers verköstigten die Besucher und hatten witzige und interessante Anekdoten der Bierwelt parat. Auch Kabarettist und Schauspieler Markus Langer ließ es sich nicht nehmen, die Craft Beer Werkstatt zu besuchen, um über seine Kunstfigur Sepp Bumsinger zu sprechen, Autogramme zu schreiben und Selfies mit den Besuchern zu machen. Alle in den Schatten gestellt hat jedoch eine Frau, die ein echtes Unikat ist: Schwester Doris von der Klosterbrauerei Mallersdorf. Sie ist die weltweit einzige bierbrauende Klosterschwester und könnte mit ihren Geschichten und launigen Kommentaren locker einen ganzen Abend füllen. War Schwester Doris auf der Bühne, war kein Durchkommen mehr und die Lacher in der Halle garantiert.

„Das Bühnenprogramm ist einer der Punkte, die wir im Vergleich zum Vorjahr neu eingeführt haben“, so Hans-Peter Vögl. Und weiter: „Wir freuen uns sehr, dass diese Neuerung so gut angenommen wird!“ Nach der ersten Craft Beer Werkstatt im Vorjahr hatten die Verantwortlichen bereits Optimierungen angekündigt. Dabei wurde eng mit den Ausstellern zusammengearbeitet und am Konzept für 2018 gefeilt. Die Veränderungen wurden von den Besuchern dankend angenommen.

„Der Freitag war ein guter Start, am Samstag wurden wir fast überrannt“, strahlten die Verantwortlichen von Getränke Fleischmann am Ende der Messe. Bereits nach einer Stunde waren am Samstag 700 Besucher in der Halle und die Zapfhähne standen auf Dauerbetrieb. Gegen 18 Uhr waren bereits alle 5.000 Tastingläser im Umlauf, das Spülpersonal im Dauereinsatz, der Berg benutzter Gläser nicht kleiner werdend. Verdursten musste jedoch keiner. Dank einer schnellen Logistik und motivierten Fleischmann-Mitarbeitern wurde kurzerhand eine zusätzliche Gläserspülmaschine organisiert und das Sakko gegen die Spülschürze getauscht.

Denn mit einem frischen Glas schmeckt ein Bier doch am allerbesten!

Trotz einer vollen Halle ging die Veranstaltung ohne Zwischenfälle über die Bühne und so konnten die Verantwortlichen eine erste positive Bilanz ziehen. In den kommenden Tagen würde man die Besucher- und Ausstellerumfragen auswerten und sich dann Gedanken bezüglich der 3. Craft Beer Werkstatt machen.

 

Bildtext: „Weil klassische Werbung bei den Verbrauchern immer unbeliebter wird, können Unternehmen die Menschen mit interessanten und emotionalen Storys an sich binden“, sagte Prof. Dr. Michael Bürker zur Bedeutung von Content Marketing in der Unternehmenskommunikation.

 

„Wir brauchen heiße Storys“

Prof. Dr. Michael Bürker informierte beim Marketing-Club Niederbayern über Content Marketing

 

Sieht aus wie Journalismus, verbreitet aber werbliche Botschaften. So hat die Süddeutsche Zeitung einmal Content Marketing beschrieben. „Das trifft es gut“, sagte Michael Bürker, Professor für Marketing, Kommunikation und Marktforschung der Hochschule Landshut, am Montag bei einem Vortrag vor Mitgliedern und Gästen des Marketing-Club Niederbayern. Denn der Schwerpunkt dieser Marketing-Disziplin sei das Geschichtenerzählen. „Weil klassische Werbung bei den Verbrauchern immer unbeliebter wird, können Unternehmen die Menschen mit interessanten und emotionalen Storys an sich binden.“

Content Marketing ist nicht neu. Die Apotheken-Umschau bringt schon seit 1956 Geschichten rund um Gesundheit unter die Leute. Den berühmten Reiseführer Guide Michelin gibt es bereits seit 1900. Mittlerweile hat sich das Content Marketing zum Großteil ins Internet verlagert. Zu den Online-Pionieren gehören die Unternehmen Coca Cola, das seine Internetseite in ein Life-Style-Magazin verwandelt hat, und Red Bull, das mit dem Weltall-Sprung von Felix Baumgartner Content-Marketing-Geschichte geschrieben hat.

Für die Fokussierung auf die Onlinekommunikation gibt es gute Gründe: Die Hälfte der Verbraucher informiert sich im Internet über Produkte, 20 Prozent folgen Marken und Unternehmen online und ein Drittel der Konsumenten tauscht sich in Foren und Netzwerken über Produkte und Erfahrungen aus. Für Content-Marketing spricht vor allem, dass die Menschen Freunden und anderen Verbrauchern mehr Vertrauen schenken als Werbung. Und 40 Prozent der User nutzen AdBlocker.

„Content muss visuell sein“, sagte Bürker. Ohne Bilder und Videos gebe es kaum Aufmerksamkeit in den sozialen Medien, E-Mails oder auf der eigenen Homepage. Darum stehen Unternehmen vor der Herausforderung, regelmäßig gute Inhalte zu produzieren. „Wir brauchen heiße Storys. Und am besten sollten die Firmen die User mitmachen lassen.“ Empfehlungsvideos seien bester Content und Rückmeldungen könnten wertvoll für die Produktentwicklung und den Vertrieb sein. Das alles gibt es natürlich nicht zum Nulltarif. Content Marketing erfordert ein gewisses Budget für Investitionen in Personal und Technik für die Produktion und die Verbreitung von Inhalten.

Und messen sollten die Verantwortlichen die Aktivitäten eigentlich auch, um die Ergebnisse im Controlling mit den Zielen der eigenen Strategie abzugleichen. Wenn man es genau nimmt, geht die Messung über das Zählen von Followern und die Analyse von Reichweiten hinaus. Weil dafür notwendige Methoden aber viel Aufwand und Kosten bedeuten, empfiehlt Bürker: „Machen Sie alle zwei Jahre eine ordentliche Kundenbefragung, bei der Sie sich auf wenige Aspekte konzentrieren, die Ihnen am wichtigsten sind. Mit den Kunden direkt wird nämlich viel zu wenig gesprochen.“