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STILLE TAGE, RAUE NÄCHTE — Gerald Huber: Das Wort Weihnachten an sich eine bairische Erfindung? — Benefizveranstaltung für Landshuter Frauenhäuser

STILLE TAGE , RAUE NÄCHTE – Gerald Huber: Das Wort Weihnachten an sich eine bairische Erfindung? Benefizveranstaltung für die Landshuter Frauenhäuser

Der Philologe, Autor und Historiker Gerald Huber, der in Landshut geboren wurde und bekannt durch seine federleichten Sprachforschungen ist – „Sprache ist mehr als Kommunikation: Sie ist unser kulturelles Kraftzentrum, unser Lebenssaft“ – ging bei einer Benefizveranstaltung zur Feier des 25-jährigen Bestehens der Landshuter Frauenhäuser im Skulpturenmuseum im Hofberg, den historischen Wurzeln des Weihnachtsfestes auf den Grund.

Ob die Zuhörer im Skulpturenmuseum gewusst haben, dass Weihnachten viel älter ist als das Christentum? Dass die Kaufwut vor dem Fest schon die Römer und auch die Pfarrer vor einigen hundert Jahren empört hat? Gerald Huber zeigte auf, dass es bereits in der Antike Weihnachtsgeschenke gegeben hat, und dass das Wort Weihnachten an sich eine bairische Erfindung sei.

Wenn die Natur in Todesstarre und die Geister der Unterwelt hervortreten, ist für den Historiker Huber die Zeit von Weihnachten. Bereits in der Antike hätten sich die Bräuche und Traditionen die heute Weihnachten ausmachten, entwickelt. Die Ägypter und Römer kannten bereits den Kaufrausch vor dem Fest zu Ehren des Gottes Saturn. In der Woche vor dem 24. Dezember wurden die sog. Saturnalien gefeiert, die eine Vorform unserer heutigen Christkindlmärkte darstellten. Die ganze Antike wurde bereits von der Idee beherrscht, dass ein Kind die Menschheit retten sollte. Bereits die Babylonier hätten auf die Erlösung durch das Wort Gottes gehofft.

Nicht einmal Luther mit seiner Reformation konnte dem Siegeszug des christlichen Weihnachtsfestes Einhalt gebieten. Bescherungstage wie den Nikolausabend hätte Luther gerne abgeschafft. So kam nun mit dem Hl. Abend ein weiterer dazu. Neidische Bayerische Beamte hatten sogar die Idee, den Christbaum wieder abzuschaffen.

Das Ensemble „Ballo Nobile“ bekannt durch den Mummenschanz während der Landshuter Hochzeit und Gerald Huber, gestalteten den Abend abwechselnd mit Musik durch Instrumente wie Posaune, Drehleier, Flöte, Fidel, Dudelsack, Krummhorn und Schlagzeug, Gesang und einfühlsam vorgetragenen Texte.

Angelika Hirsch vom AWO-Frauenhaus und Gabriele Unverdorben vom Caritas Frauenhaus zeigten sich überglücklich über diese Veranstaltung, denn der Erlös des Benefizabends und die Hälfte der verkauften Bücher von Gerald Huber, sowie CD`s von „Ballo Nobile“ kommen den Frauenhäusern zugute. Ein herzliches Dankeschön erging an alle Mitwirkenden und natürlich an die vielen Besucher des Konzerts.

 

-hjl-

 

Fotos: lodermeier