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“MITTEN INS HERZ” MIT MARK TWAIN – EIN BEDEUTENDER AMERIKANISCHER SCHRIFTSTELLER

Bildtext: Heinz Oliver Karbus (rechts) liest in der musikalisch-poetischen Matinee „Mitten ins Herz“ am Sonntag, 22. März, im Lesecafé der Stadtbücherei im Salzstadel Werke des amerikanischen Autors Mark Twain. Musikalisch umrahmt wird der Vortrag von Martin Kubetz (links).

 

„Mitten ins Herz“ mit Mark Twain

Ein ungewöhnlicher Mensch, einer der bedeutendsten amerikanischen Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, Kämpfer gegen Sklaverei, Rassismus und Imperialismus, Abenteurer, Weltenbummler, Humorist und begnadeter Erzähler – das alles war Mark Twain. Mit scharfer Zunge und beißender Ironie nahm er die US-amerikanische Gesellschaft seiner Zeit aufs Korn und setzte sich für Menschlichkeit und Toleranz ein. Seine Geschichten, Reiseberichte und Reportagen stehen am Sonntag, 22. März, auf dem Programm bei „Mitten ins Herz“, der literarisch-musikalischen Reihe mit Oliver Karbus und Martin Kubetz. Wer die beiden kennt, weiß, dass sie mit der besonderen Art der Lesung und der eigens darauf abgestimmten Musik eine besonders intensive Stimmung erzeugen können, die dem jeweiligen Dichter und seinen Texten entspricht. Die Matinee-Lesung findet wie immer um 11 Uhr im Lesecafé der Stadtbücherei im Salzstadel statt und dauert eine Stunde.

Mark Twain wurde als Samuel Langhorne Clemens am 30. November 1835 in Florida, Missouri, geboren. Seine Familie war wirtschaftlich schlecht gestellt. Er hatte sechs Geschwister und oftmals reichte das Geld kaum für die Miete ihrer Unterkünfte. Als er vier Jahre alt war, zog die Familie nach Hannibal, eine Kleinstadt am Mississippi. Seine Kindheit dort ähnelte stark der seiner späteren Helden Tom Sawyer und Huckleberry Finn: „Sam war ein richtiger Lausejunge, er strolchte am Ufer herum, fuhr Kanu, rauchte Maiskolben und gab nichts auf die Schule.“ (Antje Leser) Ab 1852, nach der Ausbildung zum Schriftsetzer, reiste er als Journalist und wandernder Schriftsetzer durch Amerika. Er schrieb Reiseberichte und Glossen für die Zeitung seines Bruders.

Ab 1852, nach der Ausbildung zum Schriftsetzer, reiste er als Journalist und wandernder Schriftsetzer durch Amerika. Er schrieb Reiseberichte und Glossen für die Zeitung seines Bruders. 1857 heuerte er auf einem Mississippi-Dampfer an und arbeitete sich hoch bis zum Steuermann. In dieser Zeit nahm er den Künstlernamen an, unter dem man ihn bis heute kennt. „Mark Twain“ ist ein Begriff aus der Lotsensprache und bedeutet „zwei Faden Wassertiefe“, also ausreichend Wasser unter dem Kiel. Mit Ausbruch des amerikanischen Bürgerkrieges wurde die Schifffahrt auf dem Mississippi eingestellt und er verlor seine Arbeit. Sehr kurz kämpfte er auf Seiten der Konföderierten, quittierte aber den Militärdienst nach nur zwei Wochen wieder und floh mit seinem Bruder in den Westen, wo sich die beiden als Goldgräber versuchten – jedoch ohne Erfolg. Mitte der 60er Jahre des 19. Jahrhunderts stellten sich erste Erfolge als Autor ein. 1869/70 erschienen seine Reisebücher „Die Arglosen im Ausland“ und „Bummel durch Europa“. 1870 heiratete Mark Twain Olivia Langdon, mit der er bis zu ihrem Tod 1904 zusammenblieb. Seine kreativsten und erfolgreichsten Jahre verbrachte er mit „Livy“, seiner Ehefrau, und seinen Kindern in Hartford. Dort, in seinem Schreibzimmer unterm Dach, entstanden seine berühmtesten Geschichten Tom Sawyer (1876) und Huckleberry Finn (1884). Letzteres wurde übrigens gleich nach Erscheinen in den amerikanischen Schulen verboten, da der Held angeblich ein schlechtes Beispiel für Kinder und Jugendliche sei. Das tat aber dem Erfolg des Buches keinen Abbruch.

In seinen letzten Jahren ereilten Mark Twain mehrere Schicksalsschläge. In kurzer Zeit verlor er nacheinander seinen kleinen Sohn Langdon, zwei seiner Töchter und seine Frau Livy, die ihn bei seiner schriftstellerischen Arbeit immer unterstützt hatte. Mark Twain starb am 21. April 1910 im Alter von 74 Jahren als äußert erfolgreicher, aber einsamer Autor. Die Helden seiner Geschichten und seine Geschichten selbst sind unsterblich. Sie treffen auch heute „Mitten ins Herz“, rütteln auf, sind unangepasst, ironisch, witzig, pointiert. Man darf sich auf einen vergnüglichen Sonntagvormittag gefasst machen. Karten für 7 Euro sind in der Stadtbücherei im Salzstadel erhältlich oder zu reservieren unter Telefon 0871/22787.

 

Foto: Abdruck honorarfrei

 

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