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MATHE 4.0 AM GYMNASIUM ERGOLDING — Zwei zehnte Klassen ab kommenden Schuljahr beim Schulversuch „CAS in Prüfungen“

Bildtext: Tablets – ein wichtiges Hilfsmittel im Unterrichtsalltag des Gymnasiums Ergolding. Der stellvertretende Schulleiter Dr. Ewald Bichler leitet die Schüler an.

 

Mathe 4.0 am Gymnasium Ergolding

Zwei zehnte Klassen nehmen ab kommendem Schuljahr
am Schulversuch „CAS in Prüfungen“ teil

 

Weit mehr als ein digitaler Taschenrechner: Die Schüler arbeiten im Unterricht mit GeoGebra, ab Herbst – im Rahmen eines Schulversuches – auch während der Prüfungen.

 

Bis vor wenigen Jahren unvorstellbar, doch im Gymnasium Ergolding ist dies bereits seit vergangenem Schuljahr Realität: Die Schule bietet so genannte „Tablet-Klassen“ ab der 8. Jahrgangsstufe an. Im Fach Mathematik ersetzen die Tablets in einigen Klassen erfolgreich die herkömmlichen Taschenrechner und unterstützen die Schüler nachhaltig beim Lernprozess – ein großer Vorteil der Digitalisierung, die in aller Munde ist. Damit diese Fähigkeiten während der Prüfungen nicht außen vor gelassen werden müssen, nimmt das Gymnasium Ergolding ab dem Herbst an einem Schulversuch in zwei zehnten Klassen teil, der bayernweit Schule machen könnte. Die Universität Würzburg begleitet das Projekt wissenschaftlich.

 

Der Einsatz von Computeralgebrasystemen (kurz „CAS“) ist nicht neu, derzeit sind Geräte auf „Taschencomputer-Basis“ allgemein ab der Jahrgangsstufe 10 im Unterricht und in Prüfungen zugelassen. In Ergolding wird dieser Ansatz aber noch einmal auf eine neue Stufe gehoben – Tablets ersetzen den Taschencomputer, auch während der Prüfungen.

 

Im Matheunterricht kommt dabei das OpenSource-Programm „GeoGebra“ zum Einsatz, ein Hilfsmittel für Berechnungen, zum Zeichnen von Funktionsgraphen oder zum elektronischen Konstruieren.

Eine besondere Herausforderung ist dabei die regelkonforme Durchführung von Schulaufgaben und anderen Prüfungen, da WLAN- und Bluetooth-fähige Tablets Potenzial zum Unterschleif bieten. Doch es hat wenig Sinn, wenn die Schüler zwar im Unterricht mit dem digitalen Hilfsgerät arbeiten, in einer Prüfungssituation aber wieder auf herkömmliche Taschenrechner zurückgreifen müssen. Deshalb beteiligt sich das Gymnasium Ergolding ab Herbst am Schulversuch „CAS in Prüfungen“. Der stellvertretende Schulleiter Dr. Ewald Bichler, selbst Lehrer für Mathematik und Physik, betreut den Schulversuch vor Ort und ist beratend für die Universität Linz tätig, an der das Mathe-Programm weiter entwickelt wird.

 

„GeoGebra“ verhindert mit einem eigens programmierten Modus „digitales Spicken“, sodass die Geräte auch in Prüfungssituationen eingesetzt werden können. Ab dem kommenden Schuljahr wird unter anderem im Gymnasium Ergolding getestet, ob diese digitale Form des Lernens auch bayernweit zum Einsatz kommen könnte.

 

Die Tablets werden nicht von der Schule gestellt, sondern müssen von den Schülern bzw. ihren Eltern selbst beschafft werden – dennoch sei der Zuspruch sehr gut, etwa die Hälfte eines Jahrganges nutzt die Tablets als Hilfsmittel im Unterricht. Für Bichler war klar, dass diese technischen Entwicklungen auch im Schulalltag eine Rolle spielen müssen: „Mittlerweile kommt fast jeder Schüler mit einem Smartphone zum Unterricht. Handys, PCs und Tablets gehören zum Leben der Kinder und Jugendlichen mit dazu. Deshalb ist es besser, sie im sinnvollen Umgang mit diesen Medien zu unterstützen, als diese kategorisch vom Unterricht fernzuhalten.“ Dabei werden die Tablets in allen Unterrichtsfächern genutzt, nicht nur im Matheunterricht. Ein großer Vorteil ist dabei, dass die Geräte nicht nur während der Schulstunden, sondern auch bei der Vor- und Nachbereitung des Unterrichtes, bei den Hausaufgaben und Projektarbeiten genutzt werden. „So entsteht ein nachhaltiger Lerneffekt“, erklärt der Mathematik-Lehrer. Eine Schüler-AG, genannt „@dmin“ unterstützt die Teilnehmer der Tablet-Klassen bei der Einrichtung des Geräts oder technischen Problemen.

 

Hier unterstreicht Bichler die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Sachaufwandsträger des Ergoldinger Gymnasiums, dem Landkreis Landshut: Durch die hervorragende Ausstattung sei es erst möglich, Tablet-Klassen anzubieten. Denn die Voraussetzungen für die technische Infrastruktur einer Schule und einer deutlich höheren Nutzeranzahl ist nicht mit einem hausüblichen WLAN-Zugang vergleichbar und benötigt zusätzliche Ressourcen. Durch den rasanten technischen Fortschritt mit immer neuen Möglichkeiten ist aber auch eine laufende Anpassung und Erweiterung der Ausstattung nötig, um weitere, bayernweit einmalige Projekte wie diesen Schulversuch nach Ergolding holen zu können.

 

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