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LPV STÄRKT DIE BÄUERLICHE LANDWIRTSCHAFT — Landwirtschaftspflegeverband legt Schwerpunkte seiner Arbeit für 2018 fest

LPV stärkt die bäuerliche Landwirtschaft

Landschaftspflegeverband legt die Schwerpunkte seiner Arbeit fürs  Jahr 2018 fest

 

Der Pflege von Isarmoos-Flächen bei Grießenbach und Mettenbach, auf denen die Brachvögel ihre Jungvögel aufziehen, der Schutz artenreicher Feuchtwiesen im Tal der Großen Laaber, wo Weißstorch und Kiebitz ausreichend Platz und Nahrung finden, der Erhalt von Nasswiesen im Vilstal, Rückzugsgebieten von Laubfrosch und Schnepfenvögeln: Das sind nur einige der vielfältigen Aufgaben, mit denen der Landschaftspflegeverband (LPV) Landshut dafür Sorge trägt, dass wertvolle Lebensräume in der Region Landshut erhalten bleiben – zum Vorteil von Mensch und Natur. Im Rahmen einer Sitzung hat der Vorstand des LPV Bilanz der vergangenen Monate gezogen und die Arbeitsschwerpunkte fürs kommende Jahr besprochen.

 

Der seit Mitte 2016 bestehende LPV für die Region Landshut hat bereits eine Menge vorangebracht: Hier waren sich alle Vorstandsmitglieder einig, die im Kleinen Sitzungssaal des Landratsamts unter Vorsitz von Landrat Peter Dreier tagten. Dreier, sein Stellvertreter, Landshuts Oberbürgermeister Alexander Putz, und die Vorstandsmitglieder aus Stadt und Landkreis Landshut – dem LPV gehören insbesondere 29 Landkreis-Gemeinden, die Stadt Landshut und 16 Verbände an – hatten ihre Freude an dem breiten Spektrum an Aufgaben, die der LPV erfüllt. Sie dienen, wie LPV-Geschäftsführer Tobias Lermer darlegte, dazu, den Reichtum der Natur und die Schönheit der heimischen Landschaft zu erhalten.

Im Oktober stand zum Beispiel die Herbst-Mahd der Bahndämme zwischen Kumhausen und Götzdorf ganz oben auf der Arbeitsliste. Die Arbeit wird schonend per Hand, mit Motorsensen und Balkenmäher, vom Diakonischen Werk Landshut ausgeführt. Mit ihr wird, an den südseitigen Bahndämmen, einer der wertvollsten Trockenstandorte mit besonderer Flora und Fauna gepflegt und damit erhalten: Es sind Rückzugsgebiete von vielerorts selten gewordenen Pflanzen wie der Karthäusernelke, Golddistel und Ochsenauge und Tierarten wie die winzige Schlingnatter, die Zauneidechse und verschiedene Schmetterlingsarten.

Beim Rückblick auf die Maßnahmen in den vergangenen Monaten und eineinhalb Jahren wurde bei verschiedenen Punkten deutlich, dass der LPV gerade in einem Bereich Erfolg erzielt, in dem die „große Politik“ immer wieder hehre Ziele hochhält, aber die reale Entwicklung in andere Richtung geht. Während die Zahl der bäuerlichen Familienbetriebe weiter zurückgeht, stärken Verbände wie der LPV für die Region Landshut die bäuerliche Landwirtschaft, indem sie Aufträge vergeben und finanzieren, mit denen die frühere kleinflächige Nutzung von Arealen fortgeführt wird, die sich unter den Voraussetzungen des Preiskampfes auf dem Markt für Agrarprodukte schlichtweg nicht mehr rentieren, jedoch oftmals wahre Schatzkammern der Artenvielfalt sind.

Durch die Maßnahmen im Rahmen des sogenannten Vertrags-Naturschutzes erhält die bäuerliche Landwirtschaft wichtige zusätzliche Einnahmequellen und der Natur bleiben wertvolle Flächen erhalten. In zwei Gebieten im Osten des Landkreises, im Mettenbacher-Grießenbacher Moos sowie an der nördlichen Isarhangleite, in denen der Landkreis Landshut seit vielen Jahren dieses Modell einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Naturschützern erfolgreich betreibt, ist der LPV Landshut nunmehr noch besser aufgestellt, wie in der LPV-Vorstandssitzung mit Freude zur Kenntnis genommen worden ist.

Mit dem Diplom-Ingenieur (FH) Alexander Scholz ist auf Teilzeitbasis ein weiterer Mitarbeiter zum LPV-Team gestoßen. Scholz, selbständiger Landschaftsarchitekt mit Schwerpunkt Landschaftsplanung, ist, wie LPV-Geschäftsführer Lermer und der Fachberater Helmut Naneder ausführten, seit Jahren im Rahmen der Kartierung im Isarmoos tätig, ist mit den Landwirten gut vertraut und kennt das Areal wie seine Westentasche.

Scholz wird mit den Landwirten die für den Wiesenbrüterschutz erforderlichen Maßnahmen eng abstimmen und ihnen als direkter Ansprechpartner zu Seite stehen. Hierzu gehören beispielsweise die Anlage von Frühmahd-Streifen und Gelege-Schutzmaßnahmen sowie die Akquise von Fördermöglichkeiten, die für Wiesenbrüter-Lebensräume maßgeschneidert sind.

Zum Zweck der umfassenden Beratung von Landwirten für Vertragsnaturschutz-Programme in FFH-Gebieten (europäische Natur- und Landschaftsschutzgebiete) hat der LPV einen Werkvertrag mit dem Agrar-Ingenieur Siegfried Pschibul-Markgraf (Kumhausen) abgeschlossen, der Scholz vor allem auch beim Abschluss von Förderprogrammen der vorausgewählten Flächen unterstützt. Der Auftrag betrifft Vor haben in den Natura-2000-Gebieten „Vilstal zwischen Vilsbiburg und Marklkofen“, „Kleine Vils“ und „Wiesenbrütergebiete im unteren Isartal – Mettenbacher und Grießenbacher Moos“.

Mit der Diplom-Biologin Irene Wagensonner (Furth) hat der LPV einen weiteren Werkvertrag vereinbart: Der Auftrag an die Expertin für Fledermäuse und Gebäudebrüter umfasst die Kartierung der Vorkommen der Tiere, die Beratung bei Renovierungen, Sanierungen und Begasungen, die Durchführung von Ortsterminen und Nachkontrolle, Erstellen von geeigneten Berichten auch als Grundlage für Auflagen durch die untere Naturschutzbehörde sowie Öffentlichkeitsarbeit und Zusammenarbeit mit der Umweltstation Landshut.

Einen sehr positives Resümee zogen die LPV-Vorstandsmitglieder beim Rückblick auf den 2. Niederbayerischen Landschaftspflegetag in der Landmaschinenschule Schönbrunn im Juni: Mit über 200, teils von weither (Augsburg, Nürnberg) angereisten Teilnehmern sei die Veranstaltung „ein rundum gelungener Beitrag zur Förderung der Akzeptanz der Landschaftspflege als zusätzliches Standbein in der Landwirtschaft gewesen“, betonte LPV-Geschäftsführer Tobias Lermer sichtlich erfreut.

Der LPV-Geschäftsführer informierte die Vorstandsmitglieder im Übrigen kurz über den Internet-Auftritt des LPV, sein neues Logo und eine kleine Informations-Broschüre, die er herausgegeben hat (wir berichteten). Die Vorstandschaft erteilte dem LPV darüber hinaus die Weisung, den Ankauf von naturschutzfachlich wertvollen Flächen ins Auge zu fassen, wo dies möglich ist und durch Mittel des Freistaats (bis zu 90 Prozent Förderung) abgedeckt ist.

Ausführlich berieten die LPV-Vorstandsmitglieder im Anschluss daran den Entwurf zum Haushaltsplan 2017/18, der in der Mitgliederversammlung im Dezember festgelegt und beschlossen werden wird. Den Abschluss bildete ein kleiner Umtrunk in den neuen Räumen des LPV Landshut: Das LPV-Team ist seit Kurzem in ausreichend große Räumlichkeiten im fünften Stock des Landratsamts umgezogen und dadurch für die Zukunft gerüstet.

Weitere Infos zum Arbeitsspektrum und aktuellen Projekten finden sich auf der Internet-Seite des LPV-Landshut: www.lpv-landshut.de.

 

BILDTEXT:

 

Mit Landrat Peter Dreier an der Spitze machten sich die Vorstandsmitglieder ein Bild von der neuen Geschäftsstelle des LPV Landshut: Im fünften Stock des Landratsamts hat das Team des Landschaftspflegeverbandes neue Räume bezogen, im Bild, von links, die LPV-Mitarbeiter Fachberater Helmut Naneder, Sekretärin Elisabeth Heilmeier und LPV-Geschäftsführer Tobias Lermer, Landrat Peter Dreier, Alois Schweiger, Prof. Dr. Johann Obermeier, Robert Huf, Renate Hanglberger, Hubert Rauscher, Bürgermeistersprecher Alfred Holzner sowie Gebietsmanager Alexander Scholz.