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„KEIN SCHÖNER LAND?“ — Die zukünftige bayerische Kulturlandschaft – und was wir heute dafür tun müssen – Bürgermeister Schneck eröffnet Tagessymposium des Bund Deutscher Architekten im Salzstadl

Bild von links: Prof. Dr. Sören Schöbel (TUM – Landschaftsarchitektur regionaler Freiräume), Bürgermeister Erwin Schneck, Prof. Lydia Haack (BDA-Landesvorsitzende), Michael Leidl (Referent für Raum- und Flächenplanung – BDA Bayern), Jakob Oberpriller (BDA Kreisvorsitzender Regensburg-Niederbayern-Oberpfalz), Dr Jörg Heiler (Architekt BDA – Stadplaner, Kempten), Anne Steinberger (Geschäftsführerin BDA).

 

KEIN SCHÖNER LAND? – Die zukünftige bayerische Kulturlandschaft und was wir heute dafür tun müssen – Bürgermeister Schneck eröffnet Tagessymposium des Bund Deutscher Architekten im Salzstadl

 

Bürgermeister Erwin Schneck, in Vertretung des Landshuter Oberbürgermeisters Alexander Putz,

begrüßte im Salzstadl Mitglieder des BDA (Bund Deutscher Architekten), sowie Gäste mit einem Zitat des Baumeisters und Architekten Karl Friedrich Schinkel (1781 – 1841): „Die Architektur sei die Fortsetzung der Natur in ihrer konstruktiven Tätigkeit!“ Gerade dieses Zitat passe so recht zu der Veranstaltung des BDA, meinte Schneck. Vielfach wird heute über Kulturlandschaft gesprochen. Was dieses heißt, wisse man nicht so genau. Es sei festzustellen, dass mit der Qualität unserer Kulturlandschaft nicht alles passt. Ein Excourse durch die Stadt Landshut zeigt die Realität. Landshut wächst, hervorgerufen durch die Attraktivität und den Wohlstand der in der Stadt herrscht von Jahr zu Jahr um ca. 1000 Einwohner, das ist für eine Stadt mit 70.000 Einwohner eine gewaltige Zahl. Demnach wird der Ruf nach bezahltem Wohnraum immer stärker. Welche Konsequenzen ergeben sich für die Stadt durch das ständige Wachstum? Wachstum sei immer eine Chance für die Stadt, muss aber politisch begleitet und gesteuert werden, sonst drohen negative Effekte. Gerade Fachleute wie Architekten sind aufgerufen, den Städten beratend zur Seite stehen. Die Stadt Landshut stehe vor großen Herausforderungen und man wird entscheiden müssen, wie die Kulturlandschaft in Zukunft aussehen wird. Folge dessen sei es wichtig, dass sich gerade der Bund der Deutschen Architekten in besonderem Maße dieser Problematik annimmt.

Stolz sei Bürgermeister Erwin Schneck natürlich darüber, dass sich der Bund der Architekten mit dem Thema „kein schöner Land?“, Landshut als Tagungsort ausgesucht habe.

 

BDA Landesvorsitzende Prof. Lydia Haack hatte bei ihren Begrüßungsworten anzumerken, dass sie sehr erfreut darüber sei, in Bayern in Zukunft endlich ein eigenes Bauministerium anzutreffen.

Der BDA fordert dieses seit langem. Besonders freut sich Lydia Haack darüber, mit Ilse Aigner als neue Bau-Ministerin eine gute Zusammenarbeit pflegen zu können. Erfreulich sei auch die Ernennung von Albert Füracker zum neuen Finanzminister, der in Zukunft die Themen der Landesentwicklung in Sachen Heimat verantworten wird, mit denen man sich heute beim Symposium auseinander setzen wird.

„Kein schöner Land?“ – heutige Rahmenbedingungen und künftige Qualitäten

Während aktuell vorwiegend quantitativ über das Thema der Inanspruchnahme von Flächen diskutiert wird, müssen verantwortungsbewusste Akteure sich vor allem auch mit der Frage der Qualitäten der schon entstandenen und weiter entstehenden Räume in Städten, Dörfern und Kulturlandschaften auseinandersetzen. Gebaute Realität und idealisierte Bildlandschaften in den Köpfen bewegen sich zusehends auseinander.

Es fehlt ein Überblick über den Ist-Zustand und Diskussion der Kriterien für steuernde Eingriffe. Nicht nur Grenzen des möglichen Flächenwachstums unserer Städte und Kulturlandschaften gilt es zu berücksichtigen, auch Veränderungen unserer Sozial- und Wirtschaftsstrukturen und letztlich die Frage nach einer lebenswerten, bewusst gestalteten Umwelt.

Für wen taugen aktuell entstehende Zwischenstadtstrukturen mit ihren Wohn- und Gewerbenutzungen als Lebens-, Aufenthalts- und Kulturraum, welche Qualitäten lassen sich finden und entwickeln?

Die kleinste Berücksichtigung von Partikularinteressen führt nicht zu einer Lösung der umfassenden Fragestellungen. Nicht der kleinste gemeinsame Nenner ist gefragt, sondern gemeinsam gefundene Visionen, die es wert sind, sich kooperativ und koordiniert auf den Weg zu machen. Es gilt sich über die Ziele einer künftigen Entwicklung zu verständigen und eine zunehmend selbstbewusste Bürgerschaft, ebenso wie die Entscheidungsträger in Kommunen und Landkreisen in einem solchen Prozess nicht nur zu hören, sondern als teilnehmenden Akteur bei der Umsetzung, als Nutzer und Kritiker qualifiziert zu beteiligen.

Diverse Programmpunkte gestalteten die Tagesveranstaltung:

Impulsvortrag und thematische Einführung Kulturlandschaft in Bayern

„Bilderreise zur Ist-Situation der gebauten Umwelt in Bayern“

„Kenntnisstand und Datenbasis zur Flächennutzung“

„Ortsbesuch: Onlinespaziergang & Erlebnisexperiment“

„Gesellschaftliche Basis für aktuelle städtebauliche Entwicklungen“

„Wer entwirft und baut Stadtlandschaften?“

„Landschaftsvertrag“

„Stadtlandschaften: Suche nach Qualitäten“

„Beteiligung: Wege zu einem gemeinschaftlich getragenen Ziel“

 

Prof. Dr. Sören Schöbel (links) moderierte die Abschlußdsikussion der Tagesveranstaltung des BDA. Links: Soziologe Prof. Dr. Armin Nassehi von der LMU München.

 

Eine rege Abschlussdiskussion mit Reiner Nagel (Vorstandvorsitzender Bundesstiftung Baukultur – Potsdam), Josef Mathis (ehem. Bürgermeister – Zwischenwasser, Regionalsprecher Vorarlberg, Initiative „vau hoch drei“), Jakob Oberprieler (BDA Kreisvorsitzender Regensburg-Niederbayern-Oberpfalz), Mathias Simon (Bayerischer Gemeindetag), moderiert von Prof. Dr. Sören Schöbel, beendete das Tagessymposium „Kein schöner Land?“

 

 

-hjl-

 

Fotos: lodermeier