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Innenstädte brauchen dauerhafte Unterstützung Landesverein begrüßt Debattenanstoß für Paketsteuer

Foto: Klartext.la

Hintergrund: Klein- und Mittelstädte erleiden seit vielen Jahren einen kontinuierlichen Funktionsverlust in ihren Ortszentren. Um dem etwas entgegenzusetzen muss eine „Gesamtstrategie zur Stärkung der Innenstädte“ erarbeitet werden.

Die von der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag angestoßene Diskussion über eine mögliche Paketsteuer begrüßt der Bayerische Landesverein für Heimatpflege.

„Unabhängig davon, ob dieser Vorstoß das richtige oder ausreichende Mittel für eine dauerhafte Stärkung der innerstädtischen Strukturen darstellt, ist eines völlig klar: Die Debatte, wie man die Innenstädte auch in Zukunft attraktiv hält, wie der Einzelhandel dauerhaft unterstützt und gestärkt werden kann, muss dringend geführt werden“, betont der Vorstandsvorsitzende des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege e.V., Dr. Olaf Heinrich.

Durch die Einschränkungen im Rahmen der Corona-Pandemie erleiden stationäre Einzelhändler erhebliche Einschnitte, während zugleich der Onlinehandel zusätzliche Marktanteile gewinnt. Diese Entwicklung sieht der Landesverein für Heimatpflege mit großer Sorge, da sie dazu beitragen werde, die Funktionen der Kernorte weiter zu schwächen. So sei zu befürchten, dass insbesondere in Klein- und Mittelstädten die ohnehin schwierige Situation des stationären Einzelhandels weiter verschärft würde.

„Wenn es im Kernort nicht mehr unterschiedliche Einzelhandelsgeschäfte gibt, die sich gegenseitig Kundenfrequenz bringen, kann dies zu einer Kettenreaktion führen. Eine Innenstadt ohne Einzelhandel führt in der Konsequenz auch zu einem Verlust weiterer Angebote, wie beispielsweise der Gastronomie. Das Endergebnis ist im schlimmsten Fall ein Ortszentrum, in das niemand mehr fahren möchte, da die historische Bausubstanz leer steht“, so Prof. Dr. Günter Dippold, stellvertretender Vorsitzender des Landesvereins.

Aus diesem Grunde sei es absolut notwendig, eine „Gesamtstrategie zur Stärkung der Innenstädte“ zu entwickeln. Mit Hilfe der Programme der Städtebauförderung sei in den vergangenen Jahrzehnten vieles getan worden, um den öffentlichen Raum zu gestalten. Nun müsse jedoch in einem nächsten Schritt auch ein Weg gefunden werden, um attraktive Einzelhandelsstrukturen auch jenseits der großen Zentren auf Dauer zu sichern.

„Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze vor Ort bieten die ortsansässigen Einzelhändler und Filialisten, nicht aber die großen Versandhändler. Daher begrüße ich jede Initiative mit dem Ziel, die Innenstädte unserer Kommunen zu stärken und die großen Internethandelskonzerne endlich angemessen zu besteuern“, so der Vorsitzende des Landesvereins und niederbayerische Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich.

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