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HERZSCHWÄCHE: „Kontrollieren Sie täglich Ihr Gewicht“ — 150 Besucher beim Herzabend im Klinikum Landshut

Herzschwäche: „Kontrollieren Sie täglich Ihr Gewicht“

150 Besucher beim Herzabend im Klinikum Landshut

Wenn das Herz schwach wird: Was kann ich selbst tun und wann brauche ich einen Schrittmacher? Wie wird die Herzschwäche festgestellt und welche Medikamente kommen für mich infrage? Das waren nur einige Fragen, die am Freitag beim Herzabend im Klinikum beantwortet wurden. Zirka 150 Besucher waren gekommen, um sich bei den vier Vorträgen und den Informationsstände zu informieren.

Herzschwäche war das große Thema der Herzklinik, v.l. Leitender Oberarzt Dr. Christian Voigt, Oberarzt Dr. Frank Schütze, Chefarzt Prof. Dr. Stephan Holmer, Oberarzt Dr. Nils Wohlgemuth und Dr. Michael Betz von den Internisten im Florian. Foto: Klinikum Landshut

Wieder ein paar Kilos mehr, man fühlt sich müde und schwindelig, bei Belastung reicht die Luft zum Atmen nicht mehr: Diese Symptome sind alle typisch für eine Herzschwäche, auch Herzinsuffizienz genannt. Die verschiedenen Anzeichen und Diagnose-Verfahren erklärte beim Herzabend am Freitag Dr. Nils Wohlgemuth, Oberarzt der Kardiologie am Klinikum Landshut. Um die Herzschwäche festzustellen, gibt es diverse Möglichkeiten: von der körperlichen Untersuchung und EKG bis zum Herzultraschall oder Test der Lungenfunktion. „All diese Untersuchungen sind wichtig, um die Funktionsstörung des Herzen zu erkennen“, war das Fazit von Dr. Wohlgemuths Vortrags. „Ist eine Herzschwäche bekannt, sollten Sie täglich Ihr Gewicht kontrollieren.“ Eine Gewichtszunahme von mehr als zwei Kilo in drei Tagen zeigt eine Verschlechterung der Herzschwäche. Auch Blutdruck, Puls und Urinproduktion sollten die Patienten im Blick haben.

Was bringt ein Herzschrittmacher? Wann ist ein Defibrillator sinnvoll? Diese Fragen beantwortete Oberarzt Dr. Frank Schütze im zweiten Vortrag des Abends. Je nachdem, ob das Herz zu langsam oder zu schnell schlägt, ob die Herzhälften dyssynchron sind oder ob Pausen auftreten, ist ein anderes Hilfsgerät nötig. Bei einer Herzschwäche mit einer Pumpfunktion unter 35 Prozent ist beispielsweise eine kardiale Resynchronisations-Therapie (CRT) sinnvoll. „Ein Schrittmacher empfiehlt sich bei einer niedrigen Herzfrequenz“, erklärte Dr. Schütze am Freitagabend.

Die Herzschwäche lässt sich in vier Kategorien einteilen – von keinen Beschwerden in Klasse 1 bis hin zu schwerer Atemnot in Ruhe (Lungenödem) in Klasse 4. „Das Lungenödem ist ein Notfall“, betonte Chefarzt Prof. Dr. Stephan Holmer in seinem Vortrag. „Rufen Sie sofort den Rettungswagen.“ Er informierte die Zuhörer auch, was bei einer chronischen Herzschwäche unbedingt vermieden werden soll. Zum Beispiel: ungünstige Medikamente, zu viel Alkohol und auch zu viele nicht-alkoholische Getränke. „Um Wassereinlagerungen, also Ödeme, zu verhindern, muss die Zufuhr von Salz und Flüssigkeit verringert werden“, erklärte Prof. Holmer. Das bedeutet: max. eineinhalb bis zwei Liter am Tag trinken, Suppen und Früchte mit eingeschlossen. Achtung auch bei Salami, geräuchertem Schinken und Schmelzkäse, sie enthalten viel Salz.

Auf das Thema Medikamente bei Herzschwäche ging am Schluss Dr. Michael Betz von den Internisten im Florian (Dres. Königbauer, Grimme, Betz) ein. Ziele der medikamentösen Therapie sind u.a., die Herzkraft zu stärken und den Rhythmus zu stabilisieren. Dabei ging er auf Wirkung und Nebenwirkung von ACE-Hemmern, Betablockern und Co. ein. Am besten sei es, niedrig dosiert zu beginnen und die Medikamente dann ja nach Verträglichkeit zu steigern. Von einem eigenmächtigen Absetzen der Medikamente warnte Dr. Betz: „Das kann lebensbedrohlich werden.“ Sein Schlusswort: „Unterschätzen Sie Bewegung und körperliches Training nicht als ‚Medikament.‘“

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Herzschwäche war das große Thema der Herzklinik, v.l. Leitender Oberarzt Dr. Christian Voigt, Oberarzt Dr. Frank Schütze, Chefarzt Prof. Dr. Stephan Holmer, Oberarzt Dr. Nils Wohlgemuth und Dr. Michael Betz von den Internisten im Florian.

 

Foto: Klinikum Landshut