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FAKTEN STATT HYPE: DER DIESEL IST SAUBER — Experte Prof. Dr. Ralph Pütz im Gespräch mit Omnibusunternehmern

Bildunterschrift: Prof. Dr. Ralph Pütz (3.v.r.), der Landshuter Landtagsabgeordnete Helmut Radlmeier (2.v.l.), der Fraktionsvorsitzende der CSU-Kreistagsfraktion Josef Haselbeck (l.) und der Vorsitzende des Arbeitskreises Umweltsicherung Siegfried Ziegler (r.) diskutierten mit Johann Amberger und weiteren Vertretern des Landesverbandes bayerischer Omnibusunternehmer die Fakten zur Dieseltechnologie.

 

Fakten statt Hype: Der Diesel ist sauber! 

Experte im Gespräch mit Omnibusunternehmern 

 

Seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 27. Februar, wonach Dieselfahrverbote zulässig sind, ist eine Hysterie um den Diesel ausgebrochen. Dies betrifft besonders die Omnibusunternehmer. Hochrangige Vertreter und Mitglieder des Landesverbandes Bayerischer Omnibusunternehmer tauschten sich deshalb in Landshut mit dem Diesel-Experten Professor Ralph Pütz aus. Dabei konnte mit kursierenden Irrtümern und Halbwahrheiten aufgeräumt werden.

 

Unter dem Titel „Fakten statt Hype“ konnte Ralph Pütz, Spezialist und Professor für Nutzfahrzeugforschung und Abgasanalytik, die Hysterie um die Diesel-Grenzwerte relativeren. Er zeigte klar auf, dass der Grenzwert von Stickoxiden in der Außenluft nur 40 Mikrogramm pro Kubikmeter betrage. Dass erreiche man in einem geschlossenen Raum schon, wenn man nur die vier Kerzen an einem Adventskranz anzünde. Zum Vergleich: An bestimmten Arbeitsplätzen seien dagegen fast 1.000 Mikrogramm erlaubt. Wie willkürlich solche Grenzwerte sind, zeigte auch ein Beispiel aus der Schweiz: Hier sind 6.000 Mikrogramm erlaubt. Diese Werte würden in der aktuellen Debatte aber nie berücksichtigt.

 

Nachrüstung funktioniert

 

Pütz stellte außerdem klar, dass sich der dieseltypische Zielkonflikt nicht alleine mit innermotorischen Software-Updates lösen lässt. Stattdessen rät der Experte zur neuen Generation von Abgas-Nachbehandlungs-Systemen. „Die Nachrüstung funktioniert und ist wirtschaftlich. Damit ist der Diesel hochsauber“, konnte Pütz anhand jahrelanger Messungen belegen. Der Experte zog als erstes Fazit: Es gibt keine „Dieselkrise“. Die Nutzfahrzeug- und Traktorenhersteller haben ihre „Hausaufgaben“ gemacht und bieten mit Euro VI und TIER4 final nahe Null Emissionsfahrzeuge an. Zudem ist die Nachrüstung bestehender Busse auf ein Euro-VI-Niveau problemlos möglich.

Pütz beleuchtete zudem den Sachstand der Linienbusantriebe heute und mittelfristig. Die aktuellen Elektrobusse wären nicht zuverlässig. Besonders im Winter käme es aufgrund des Heizleistungsbedarfs zu Problemen. Nachteile beim Elektrobus gäbe es darüber hinaus bei der Instandhaltung, ganz zu schweigen vom höheren Anschaffungspreis. Dieser höhere Anschaffungspreis eines Elektrobusses könne auch durch die Förderung von 80 Prozent der Fahrzeugmehrkosten gegenüber einem Euro-VI-Dieselbus nicht kompensiert werden.

 

Quantensprung erst 2030

 

Prof. Pütz kam zum Fazit, dass erst in rund zehn Jahren die Elektromobilität ökologisch sinnvoll sei. Bis dahin habe der Energiemix einen zu hohen Anteil an Kohlestrom. Ökonomisch sei sie aber auch in zehn Jahren nicht sinnvoll. Mehrkosten und die schlechtere Verfügbarkeit gegenüber anderen Fahrzeugtypen machten einen reinen Elektrobus für Unternehmen unwirtschaftlich. Dennoch betonte der Experte, dass man langfristig auf die erneuerbaren Energien setzen müsse. Pütz resümierte: „Die Elektromobilität wird kommen. Aber nicht heute und morgen. Lasst uns als Brückentechnologie beim hochsauberen Diesel bleiben oder auf Erdgas mit Biogas aus Abfall setzen.“

Pütz prognostizierte, dass der Quantensprung in der Batterietechnik wahrscheinlich erst in den Jahren nach 2030 erfolgen wird. Er sagte deshalb: „Eine Elektromobilität, die Sinn macht, wird erst in rund zehn Jahren so weit sein. Lasst uns lieber jetzt das Geld in die heimische Batterieforschung stecken.“ Johann Amberger dankte als Vizepräsident im Namen des Landesverbandes Bayerischer Omnibusunternehmen dem Experten für seine fachlichen Ausführungen.