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Auf vier Rädern für mehr Bürgernähe

Der Impfbus der Malteser könnte die Corona-Impfungen in die Fläche des Landkreises Landshut bringen. Landrat Peter Dreier (2. v. l.) machte sich ein Bild des innovativen Konzepts, gemeinsam mit dem regionalen Versorgungsarzt Dr. Uwe Schubart (rechts) und den Malteser-Mitarbeitern Thomas Haas, Richard Eder (Regionalbetreuer Landshut) und Notfallsanitäter Florian Rott (v. l.). Foto: Landkreis Landshut

Landkreis will durch einen Impfbus Immunisierungen gegen Corona in die Fläche bringen – sobald mehr Impfstoff zur Verfügung steht

„Die schleppenden Impfstofflieferungen sind tatsächlich der Hemmschuh für den Impffortschritt in unserer Region. Denn wir hätten in unserem Impfzentrum bereits die Infrastruktur geschaffen, täglich deutlich mehr Impfungen durchführen zu können. Doch wir können nur das verimpfen, was uns Freistaat und Bund zur Verfügung stellen: Und das ist aktuell mehr als dürftig“, berichtet Landrat Peter Dreier. Bislang sind es gut 3 300 Personen, obwohl bereits über 20 000 Interesse an einer Impfung angemeldet haben. Diese schwierige Phase sieht er aber auch als Chance, Vorkehrungen zu treffen, die Impfstruktur im Landkreis Landshut auf eine neue Basis zu stellen.

Die Malteser Landshut haben dabei das Konzept eines Impfbusses angeboten, mit dem flexibel und in unterschiedlicher Modulbauweise die Impfungen in die Fläche kommen könnten. Ein ehemaliger Linienbus wurde so umgebaut, dass hier voll geimpft werden könnte: Von der Anmeldung, über die ärztliche Anamnese, den Impfvorgang, die Nachbeobachtung bis hin zur Abmeldung. Der Impfbus könnte dann als „Satellit“ des Impfzentrums in Kumhausen dienen, um die Fahrtwege etwas zu verkürzen und eingeschränkt mobilen Bürgerinnen und Bürgern die Impfung zu erleichtern. Die große Fläche des Landkreises Landshut und die daraus resultierenden langen Fahrtwege müssen hier natürlich berücksichtigt werden, bei zu Impfenden Personen, die oftmals selbst nicht mehr mobil sind. Doch neben der Quantität ist es oft die schwierige Handhabung des bislang zugelassenen Impfstoffes, die einen mobilen Einsatz erschwert. Der sichere Transport und eine durchgehende Kühlung werden auch im Bus durch einen fest verbauten Medikamentenkühlschrank sichergestellt. Die Verwaltung, Terminvereinbarung und Koordination verbleiben aber nach wie vor im Impfzentrum, auch die Bürgerinnen und Bürger der umliegenden Gemeinden würden hier weiter behandelt werden. „Die genaue Ausgestaltung ist zwar noch offen: Wir würden aber vermutlich mehrere Gemeinden bündeln, bei denen der Impfbus zu einem bestimmten Tag Station macht. Angemeldete Personen aus den vordefinierten Bereichen würden hier einen Termin erhalten, dennoch aber weiter streng gemäß der Priorisierung innerhalb der Impfstrategie“, stellt der Landrat klar.

Die Malteser um den Ortsbeauftragten Richard Eder haben zugesagt, dass der Impfbus im Landkreis Landshut verbleiben wird, um hier die Impfungen voranzutreiben. „Ich bin den Maltesern für ihr Engagement dankbar – wir können uns nicht nur bei den mobilen Impfteams auf sie verlassen, sondern auch für eine langfristige Etablierung eines flächendeckenden Impfsystems.“

Wann der Impfbus an den Start gehen kann, ist momentan noch nicht klar – neben dem nötigen Vertragsabschluss ist dies ist vor allem abhängig von den Impfstofflieferungen, zu denen noch keine langfristigen und verlässlichen Informationen vorliegen. „Mit dem steht und fällt der Impffortschritt. Aber wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Jetzt sind Bund und Freistaat an der Reihe.“ Der Landkreis arbeitet zwischenzeitlich an einem konkreten Konzept zum Einsatz des Impfbusses in der Fläche und wird zu gegebener Zeit über die genaue Ausgestaltung informieren.

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